Europäische Gasspeicher könnten bis April 2027 erschöpft sein laut Handelsblatt / Gasmangellage in EU - DEU abgeschlagen auf Platz 20 / Woher bezieht Deutschland sein Gas?


Volker Fuchs 20.8.2026
  
Akute Gasmangellage in der EU. Laut AGSI-Datenlage am 19. August  liegt der  Gasspeicherfüllstand der EU bei 61,6% - somit einem Minus von 18,4%.  Spitzenländer sind Polen mit 89% / Portugal mit 88% und Italien mit 80%.
  • Deutschland, das bisher weit über 150 Mrd. Euro in der Ukraine versenkt hat, wenn man den EU-Anteil mitrechnet, liegt abgeschlagen mit 50,1% auf Platz 20 der 27 EU-Länder.
  • Die letzte ISTA-Abrechnung / Gasheizkosten 2025 für GdWE Neubiberger Str. 36-78  / UG 72-78 in 85640 Putzbrunn, für meine Wohnung mit 79,7m² lag schon bei 1.290 Euro und da hatten wir noch keinen akuten Gasmangel.
  • Fehlt nur ein härterer Winter und wenn man von einer Preissteigerung der Gasheizkosten von lediglich 30 Prozent ausgeht, landet man bei rund 1.700 Euro. Für eine 90m²-Wohnung ist dann mit etwa 1.900 Euro  bei der nächsten ISTA-Abrechnung zu rechnen.
Kapitelübersicht:
1.) Europäische Gasspeicher könnten bis April 2027 erschöpft sein — Handelsblatt
2.) Gasinfrastruktur Europa AGSI-Stand 19.08.2026: Gasmangellage EU + DEU auf Platz 20 verschärft sich.
3.) Woher bezieht Deutschland sein Gas?
 
1.) Europäische Gasspeicher könnten bis April 2027 erschöpft sein — Handelsblatt
https://tass.com/economy/2175323 
19.8.2026
Wenn das Kauftempo unverändert bleibt, werden die Lagerkapazitäten bis zum 1. November nur zu 69 % ausgelastet sein, in diesem Fall könnten sie bis April 2027, wenn die Heizperiode in Europa endet, erschöpft sein, sagte die Zeitung.

BERLIN, 19. August (TASS). Die Betreiber europäischer Untergrundgasspeicher speisen aufgrund des Konflikts zwischen den USA und dem Iran das Gas langsamer ein, was es ihnen erschwert, die angestrebten Speicherstände vor Beginn der Heizperiode zu erreichen.

  • Die Reserven könnten bis April 2027 vollständig erschöpft sein, berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf Berechnungen des spezialisierten Portals Montel.

Laut den vorliegenden Daten müssten die EU-Länder in den nächsten zweieinhalb Monaten monatlich 142 LNG-Tanker empfangen, um die unterirdischen Speicherkapazitäten auf den Zielwert von 80 % zu füllen. In den letzten Monaten haben europäische LNG-Terminals durchschnittlich 105 Tanker pro Monat empfangen.

  • Wenn das Kauftempo unverändert bleibt, werden die Gasspeicher bis zum 1. November nur zu 69 % gefüllt sein. In diesem Fall könnten sie bereits im April 2027, dem Ende der Heizperiode in Europa, leer sein, berichtete die Zeitung.
  • Die Betreiber von Gasspeichern seien private Unternehmen und reagierten auf Marktanreize, hieß es weiter. Typischerweise kaufen sie im Sommer Gas, um es im Winter mit einem Aufschlag zu verkaufen und so Gewinn zu erzielen.
  • Angesichts des Konflikts zwischen den USA und dem Iran, der unter anderem zu einem starken Rückgang der LNG-Lieferungen aus dem Persischen Golf geführt hat, bleiben die Gaspreise hoch.
  • Importeure befürchten daher, dass die Preise fallen könnten, sollte die Krise beigelegt werden, was ihnen bei jetzigen Gaskäufen potenziell Verluste bescheren würde.

Zudem steht Europa im globalen Wettbewerb mit asiatischen Ländern um die sinkenden LNG-Liefermengen. Asiatische Abnehmer sind bereit, höhere Preise zu zahlen, wodurch sie Lieferungen aus Exportländern anziehen können.

  • Unter diesen Bedingungen müssten europäische Unternehmen bei steigenden Importen doppelt so hohe Einkaufspreise zahlen wie vor Beginn des US-Krieges gegen den Iran, was sie durchschnittlich 60 Euro pro Megawattstunde zusätzlich kosten würde.
  • In diesem Fall müssten die höheren Strom- und Heizkosten letztendlich von den Verbrauchern getragen werden.
2.) Gasinfrastruktur Europa AGSI-Stand 19.8.2026: Gasmangellage EU + DEU auf Platz 20 verschärft sich.
 
 
 
Wie man an der Datenlage erkennen kann. liegt der aktuelle Gasspeicherfüllstand der EU bei 61,6% - somit einem Minus von 18,4% Spitzenländer sind Polen mit 89% / Portugal mit 88% und Italien mit 80%. 
  • Deutschland, das bisher weit über 150 Mrd. Euro in der Ukraine versenkt hat, wenn man den EU-Anteil mitrechnet, liegt abgeschlagen mit 50,1% auf Platz 20 der 27 EU-Länder.
  • Das Defizit gegenüber dem Mittel 2017-2020 =76,7% (Datenstand 19.Aug) beträgt gewaltige 26,6% und gegenüber dem Vorsaison / 19.8.2025 Füllstand bei 67,4%, beträgt das Defizit 17,3%.
  • Hierbei ist anzumerken, dass Ende Februar 2026 der Füllstand mit 20,9%, knapp an der kritischen Marke von 20% vorbeischrammte (Energienotstand ! )
3.) Woher bezieht Deutschland sein Gas?
https://de.statista.com/infografik/30706/taegliche-gasimporte-nach-deutschland-nach-herkunft/ 
von  Matthias Janson,  8.4.2026

Im Zuge der Neuordnung der Energieversorgung nach dem Wegfall russischer Pipeline-Gaslieferungen 2022 hat sich Flüssigerdgas (LNG) als zunehmend wichtiger Bestandteil der deutschen Gasimporte etabliert.

  • Laut aktuellen Daten der Bundesnetzagentur lag der Anteil von LNG im April 2026 bei im Schnitt rund 11 Prozent der gesamten täglichen Gasimporte – ein signifikanter Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren.
  • Die Entwicklung ist eng verknüpft mit dem Ausbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland. Seit der Inbetriebnahme mehrerer Terminals – unter anderem in Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Rügen – hat sich die technische Kapazität zur Aufnahme von LNG deutlich erhöht.
  • Russland ist als Gaslieferant inzwischen vollständig aus den Importstatistiken verschwunden ist. Bereits seit Anfang 2023 weist die Bundesnetzagentur keine russischen Pipeline-Gasmengen mehr aus. LNG-Importe aus Russland, wie sie über Drittländer möglich wären, sind in den offiziellen Zahlen allerdings nicht gesondert aufgeführt.

Zuletzt sind die Gaspreise in Deutschland für Endkunden gestiegen, was Medienberichten zufolge auf die Schließung der Straße von Hormus durch den Iran zurückzuführen ist.

  • Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten LNG wird durch die Straße von Hormus transportiert. Wird LNG durch Krisen wie eine Blockade der Straße von Hormus knapper, zieht es die Preise insgesamt nach oben. Gleichzeitig weichen andere Länder verstärkt auf Pipelinegas aus, was auch diese Lieferungen verteuert.
  • In Europa treffen beide Bezugsarten auf denselben Handelsplätzen zusammen, etwa am TTF in den Niederlanden. Dort bildet sich ein einheitlicher Marktpreis, an dem sich alle Lieferungen orientieren. So schlagen globale Engpässe selbst dann auf Deutschland durch, wenn der direkte LNG-Anteil mit rund 11 Prozent vergleichsweise gering ist.
 
 

 










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