Die deutschen Gasspeicher könnten bereits Anfang Februar 2027 vollständig erschöpft sein sollte der kommende Winter kalt ausfallen, berichtete die DPA unter Berufung auf Daten der Initiative Energien Speichern (INES), dem deutschen Verband der Betreiber von Untergrundgasspeichern.
Experten nehmen an das im Bestfalle die deutschen Gasspeicher bis zum 1. November maximal zu 77 % gefüllt sein werden, da ein höherer Füllstand technisch nicht möglich ist.
Die deutschen Gasspeicher starten mit einem historisch niedrigen Füllstand in die letzten beiden Monate der Befüllungsphase. Anfang September waren sie zu rund 53 Prozent gefüllt.
77 Prozent sind technisch noch möglich – gebuchte Kapazitäten müssen jetzt befüllt werden
Die aktuellen INES-Modellrechnungen zeigen, dass bis zum 1. November 2026 technisch noch ein Speicherfüllstand von rund 77 Prozent erreicht werden kann. Damit könnte der Füllstand nahezu an den aktuellen Buchungsstand von rund 83 Prozent heranreichen.
Dafür müsste sich das Befüllungstempo erheblich erhöhen: In den verbleibenden zwei Monaten bis zum 1. November müssten insgesamt mehr Gasmengen eingespeichert werden als in den vergangenen drei Monaten zusammen. Bleibt die Befüllung auf dem derzeit niedrigen Niveau, wird auch der technisch noch erreichbare Füllstand im weiteren Verlauf sinken.
Sebastian Heinermann, Geschäftsführer der Initiative Energien Speichern e.V. (INES), kommentiert:
Bei extrem kaltem Winter reichen 77 Prozent nicht aus
Wie wichtig eine möglichst starke Befüllung vor dem Winter ist, zeigt die Sensitivitätsanalyse der INES-Gas-Szenarien.
Aktionsplan von INES zeigt Maßnahmen für eine stärkere Befüllung auf
Ob die gebuchten Kapazitäten tatsächlich befüllt werden, hängt maßgeblich von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Die aktuellen Marktbedingungen setzen keine ausreichenden Anreize für eine stärkere Einspeicherung. Insbesondere die infolge der Sperrung der Straße von Hormus gestiegenen Gaspreise und der teilweise sogar negative Sommer-Winter-Spread erschweren die Speicherbefüllung.
Speicher brauchen auch langfristig einen verlässlichen Rahmen
Über die kurzfristig erforderlichen Maßnahmen hinaus spricht sich INES für einen verlässlichen Rahmen aus, der eine ausreichende Speicherbefüllung und den Erhalt der für die Versorgungssicherheit benötigten Speicherkapazitäten dauerhaft gewährleistet. Dafür sollten wirtschaftliche Anreizmodelle, wirksam ausgestaltete Verpflichtungen oder eine Kombination beider Ansätze geprüft werden.
Ziel sollte ein Modell sein, das Versorgungssicherheit gewährleistet und zugleich möglichst große Spielräume für eine marktwirtschaftliche Speicherbewirtschaftung erhält.
HINTERGRUND ZU DEN INES-GAS-SZENARIEN:
INES modelliert fortlaufend die europäischen Gasmärkte, um die Sicherheit der Gasversorgung zu bewerten. Für das September-Update wurden die Szenarien auf Basis der realen Speicherfüllstände zum 1. September 2026 sowie aktualisierter Temperatur- und Verbrauchsdaten berechnet.
Eine ausführliche Beschreibung der Annahmen und Ergebnisse ist in der Dokumentation zum September-Update enthalten. Ein begleitender Foliensatz stellt die zentralen Inhalte übersichtlich dar.
INES veröffentlicht alle zwei Monate Updates zu den INES-Gas-Szenarien. Das nächste Update ist für den 10. November 2026 geplant.
Aktuelle Informationen zu den Gasspeicherfüllständen in Deutschland und in den einzelnen Bundesländern können Sie jederzeit über die INES-Speicherkarte abrufen. Darüber hinaus können dort Speicherdaten nicht nur nach unterschiedlichen Speichertypen (Kavernen- und Porenspeicher) sondern auch nach Gasqualitäten (L-/H-Gas und Wasserstoff) gefiltert werden.
WEITERE INFORMATIONEN:
2.) AGSI - EU-Erdgasfüllstände in Prozent am 12.09.2026 um 6:00 Uhr.
Wie man an der untenstehenden Tabelle erkennen kann, hat Deutschland derzeit einen extrem niedrigen Füllstand, auch im EU-Abgleich. Den besten Füllstand weist Polen auf , danach Portugal und an dritter Stelle liegt Italien.
Deutschland liegt an drittletzter Stelle. BK Merz wird durch die Datenlage nicht bestätigt in seiner letzten Bundestagsrede in Erwiderung der AfD / Weidel. Ebenso war seine Angabe zum BIP-Wachstum von 1,5 % unzutreffend - denn das BIP-Wachstum liegt nach Angabe Trading Economics in Q2 2026 bei 0,3% in Q1 waren es noch 0,4%
| 4b | AGSI - EU-Erdgasfüllstände in Prozent: Stand am 12.09.2026 um 6:00 Uhr. | https://agsi.gie.eu/ | |||||||||||||
| Nr | Länder | 12. Sep | |||||||||||||
| 2026 | 2025 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | |||
| 1 | EU | 67,78 | |||||||||||||
| 2 | Österreich | 66,83 | |||||||||||||
| 3 | Belgien | 59,14 | |||||||||||||
| 4 | Bulgarien | 67,83 | |||||||||||||
| 5 | Kroatien | 79,32 | |||||||||||||
| 6 | Tschechien | 73,35 | |||||||||||||
| 7 | Dänemark | 77,75 | |||||||||||||
| 8 | Frankreich | 75,77 | Differ | ||||||||||||
| 9 | Deutschland | 55,39 | 74,80 | 19,41 | |||||||||||
| 10 | Ungarn | 71,49 | |||||||||||||
| 11 | Italien | 84,20 | |||||||||||||
| 12 | Lettland | 47,05 | |||||||||||||
| 13 | Niederlande | 51,68 | |||||||||||||
| 14 | Polen | 97,63 | |||||||||||||
| 15 | Portugal | 93,12 | |||||||||||||
| 16 | Rumänien | 75,39 | |||||||||||||
| 17 | Slowakei | 52,09 | |||||||||||||
| 18 | Spanien | 73,44 | |||||||||||||
| 19 | Schweden | 67,48 | |||||||||||||
| Dipl.-Ing. Ingenieurbau | F | ||||||||||||
| Statiker / Projektleiter | U | ||||||||||||
| V | O | L | K | E | R | F | U | C | H | S | |||
| vfuc@arcor.de | H | ||||||||||||
| Homepage | S | ||||||||||||
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