Der ehemalige Obergefreite Pistorius hat es bis zum Verteidigungsminister (Kriegsminister vs. Russia) gebracht und hat soeben stolz verkündet - 35 Kampfjets F-35 in den USA bei US-Herstellers Lockheed Martin gekauft zu haben zum Preis von etwa 4,2 Mrd. USD. Die ersten acht deutschen F‑35 bleiben zunächst in den Vereinigten Staaten, damit dort Piloten und Techniker ausgebildet werden können. Ab 2027 sollen die ersten Jets auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel stationiert werden.
Die F‑35 ist ein Mehrzweckkampfflugzeug, das in drei Hauptvarianten erhältlich ist: F‑35A für konventionelle Start- und Landeoperationen, F‑35B für senkrechte Starts und Landungen und F‑35C für den Einsatz auf Flugzeugträgern. Alle Varianten können darüber hinaus mit den modernsten gelenkten Luft-Boden- und Luft-Luft-Raketen bestückt werden.
Technische Probleme
Es gab jedoch wiederholt Probleme mit der F‑35. Ein Dutzend der Mängel seien so gravierend, dass sie zum Absturz einer Maschine führen könnten, hieß es. Die Fehlerquote der F‑35 sei sechsmal so hoch wie im Durchschnitt der US-Luftwaffe.
Die meisten Probleme gibt es offenbar mit den Triebwerken: Allein aus diesem Grund waren im Februar 2022 insgesamt 36 der US-Maschinen nicht einsatzbereit, so der US-Rechnungshof. Der auch eine beschämend niedrige Einsatzbereitschaft der F-35 aller drei Varianten bemängelte und nur eine "Full Mission Capable Rate / Rate der vollen Einsatzbereitschaft" von 25 Prozent erreichte.
Große Probleme mit ihrer F‑35-Flotte hat allerdings auch Südkoreas Luftwaffe. Einem Parlamentsbericht zufolge gab es zwischen Januar 2021 und Juni 2022 insgesamt 234 Fehlermeldungen bei den 40 Maschinen, die Südkorea im Dienst hat.
Stein des Anstoßes war die beschämend niedrige Einsatzbereitschaft der F-35 aller drei Varianten, die nach einem Bericht des US-Rechnungshofs im vergangenen Jahr nur eine "Full Mission Capable Rate / Rate der vollen Einsatzbereitschaft" von 25 Prozent erreichte.
Die Version der betreffenden F-35 wurde in der Anhörung nicht ausdrücklich erwähnt. Es handelt sich aber offenbar um Exemplare der kuzstart- und senkrechtlandefähigen Variante F-35B. Auf die eher ironisch gemeinte Gegenfrage von Kelly, man könne wohl davon ausgehen, dass diese Flugzeuge ebenfalls als "nicht voll einsatzbereit" gelten, entgegnete Masiello, er denke nicht, dass er sie als voll einsatzfähig einstufen würde.
Was wiederum Senator Kelly auf die Palme brachte: "Sie sagen, Sie denken nicht. Ich kann mir kein Szenario vorstellen, in dem eine F-35 ohne Radar ein voll einsatzbereites Flugzeug sein könnte."
Dass Lockheed Martin neue F-35 an die US-Streitkräfte anscheinend ohne Radar übergibt, war bereits im Frühjahr Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Grund dafür sind Verzögerungen beim neuen F-35-Radar AN/APG-85 von Northrop Grumman. Dieses hätte bereits ab Fertigungslos 17 seinen Weg in die Tarnkappen-Kampfjets finden sollen, kommt aber nun serienmäßig wohl erst 2028, mit dem Fertigungslos 20.
Das Problem dabei: Das AN/APG-85 benötigt eine andere Halterung, spezifische Hardware-Peripherie und die Integration neuer Software. Mit diesen Änderungen in der Systemarchitektur des Flugzeugs ist das bislang genutzte AN/APG-81 nicht kompatibel.
"Das APG-81 unterscheidet sich stark vom APG-85, und daher ist die Auslieferung des Flugzeugs in der aktuellen Konfiguration mit einem APG-85-Radar anstelle eines APG-81-Radars eine Herausforderung", kommentierte der US-Politker Rob Wittman aus Virgina, der für die Republikaner im Repräsentantenhaus sitzt, Ende Februar die Problematik gegenüber dem US-Portal Defense Daily.
Entscheidend für die Montage in der Flugzeugnase seien bauliche Veränderungen am Schott der F-35: "Man darf nicht vergessen, dass die Schottwandkonfiguration die Ausrichtung des Radars in Bezug auf die Antennenanordnung ermöglicht, und die Ausrichtung der Antennenanordnung ist für die Funktionsweise des Radars von entscheidender Bedeutung", so Wittman. Die US Air Force hatte die Übernahme radarloser F-35 seinerzeit dementiert.
Die "blinden", Stealth-Jets, von denen zumindest die Marines nun offiziell sechs besitzen, stellen die Einsatzkräfte naturgemäß vor Herausforderungen. Allerdings sind sie, wie Defense Daily im Frühjahr unter Berufung auf einen anonymen Insider notierte, trotz ihrer eingeschränkten Sehfähigkeit nicht komplett nutzlos. Demnach seien F-35 ohne Radar "in der Lage, zu fliegen, solange sie von anderen F-35 begleitet werden, die datenvernetzt und mit dem APG-81 ausgestattet sind", und ihre Informationen über Daten-Links mit den radarlosen Jets teilen.
Ähnlich agierten bereits in den 1980er Jahren die Briten, als sie neue Panavia Tornado ADV zunächst ohne das für dieses Muster vorgesehene Foxhunter-Radar AI.24 von GEC-Marconi in Dienst stellten. Stattdessen füllte die Royal Air Force die Radome der Abfangjäger mit Betonblöcken, die das Gewicht des fehlenden Radars simulierten. Britische Piloten gaben den so präparierten Flugzeugen den Spitznamen "Blue Circle", in Anlehnung an die bekannte Zementmarke.
Wann das für das Block 4-Upgrade der F-35 vorgesehene AN/APG-85 endlich serienreif wird, steht derweil in den Sternen. Insbesondere das Wärmemanagement des deutlich leistungsstärkeren Radars stellt die Ingenieure offenbar weiter vor Schwierigkeiten.
| Dipl.-Ing. Ingenieurbau | F | ||||||||||||
| Statiker / Projektleiter | U | ||||||||||||
| V | O | L | K | E | R | F | U | C | H | S | |||
| vfuc@arcor.de | H | ||||||||||||
| Homepage | S | ||||||||||||
| https://www. Volkerfuchsputzbrunn.de/ | |||||||||||||
Bitte addieren Sie dort Ihren Suchbegriff, um Suchergebnisse von VolkerFuchsPutzbrunn.de zu sehen.