SV Klimainfo 90: Waldbrände erreichen global einen historischen Tiefstand - 2026 weltweit kleinste Brandfläche seit Beginn der Satellitenmessungen


Volker Fuchs 10.9.2026
 
Nachfolgend in Ergänzung von: SV Klimainfo 88: Weltweit brennt es immer weniger, verbrannte Fläche 2026 auf Rekordtief mit -42% / NASA 1998-2015 Rückgang 28% / Copernicus 2025 niedrigste Brandemissionen  https://www.volkerfuchsputzbrunn.de/2026-3/klima/07-28/   Volker Fuchs 28.7.2026
 
Ein weiterer Artikel der sich mit dem Rückgang der weltweiten Brandfäche beschäftigt. Denn wer jedes schwere Feuer als Beleg für eine weltweit wachsende Brandfläche präsentiert, noch dazu ausgelöst durch den Klimawandel, vermischt einiges an Zündursachen (oft der Mensch) , Wetterbedingungen und langfristigen Trend.
 
Waldbrände: 2026 weltweit kleinste Brandfläche seit Beginn der Satellitenmessungen
https://blackout-news.de/aktuelles/waldbraende-2026-weltweit-kleinste-brandflaeche-seit-beginn-der-satellitenmessungen/ 
September 1, 2026
Kopenhagen – Waldbrände prägen im Sommer 2026 erneut die Klimadebatte, doch die globale Brandstatistik zeigt eine überraschende Entwicklung.
  • Weltweit steuert die verbrannte Fläche auf den niedrigsten Stand seit Beginn der vergleichbaren Satellitenmessung im Jahr 2001 zu. Klimaökonom Bjørn Lomborg (1) hält sogar den niedrigsten Wert seit 1900 für möglich.
  • Anfang des 20. Jahrhunderts verbrannten demnach jährlich fast vier Prozent der globalen Landfläche. Heute liegt der Anteil nur noch ungefähr halb so hoch.
  • Gleichzeitig zeigen aktuelle Ermittlungen aus Europa, dass Menschen viele Feuer entzünden. Hitze und Trockenheit verschärfen Brände, doch sie erklären deren Entstehung nicht.

Waldbrände erreichen global einen historischen Tiefstand

Lomborg stützt seine Analyse auf Daten des europäischen Satellitensystems Copernicus. Im „Wall Street Journal“ fasst er die Entwicklung zugespitzt zusammen:

  • „Die Welt brennt nicht mehr, sondern weniger.“ Weltweit liege die Brandfläche derzeit auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Satellitendatenerfassung im Jahr 2001.
  • Lomborg hält sogar den niedrigsten Wert seit 1900 für wahrscheinlich. Damit widerspricht die globale Entwicklung dem verbreiteten Eindruck, immer größere Teile der Erde würden von Bränden erfasst. 
Waldbrände dominieren die Klimadebatte. Doch 2026 erreicht die globale Brandfläche den niedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenmessung
  • Auch wissenschaftliche Rekonstruktionen zeigen langfristig große Veränderungen der Brandfläche. Eine 2025 veröffentlichte Studie rekonstruierte die Entwicklung von 1901 bis 2020. Danach sank die globale Brandfläche zunächst bis 1978, stieg danach wieder und fiel seit 2008 besonders stark.
  • Afrika bestimmt den globalen Trend dabei erheblich, weil dort mit Abstand die größten Flächen regelmäßig brennen. 

Brandstiftung und Fahrlässigkeit sind wichtige Ursachen

Die politische Debatte konzentriert sich dagegen stark auf Hitze und Klimawandel.

  • Hohe Temperaturen, trockene Vegetation und Wind können die Ausbreitung von Waldbränden tatsächlich erheblich beschleunigen. Sie stellen jedoch nicht automatisch die Zündquelle dar.
  • Frankreichs staatliche Stellen weisen ausdrücklich darauf hin. Dort haben neun von zehn Waldbränden eine menschliche Ursache. Rund die Hälfte davon entsteht durch Unachtsamkeit oder gefährliches Verhalten.

Doch auch vorsätzlich gelegte Feuer sind keine Randerscheinung.

  • In Frankreich war Brandstiftung 2025 mit 29,4 Prozent sogar die häufigste bekannte Ursache von Waldbränden. Im Juli 2026 gestand unter anderem ein freiwilliger Feuerwehrmann, einen Brand im Wald von Fontainebleau absichtlich gelegt zu haben. Zwei dortige Feuer vernichteten zusammen rund 2.050 Hektar, außerdem mussten etwa 900 Menschen ihre Häuser verlassen. 

Portugal: Brandstiftung bei 17 Prozent der aufgeklärten Feuer

Auch Portugal zeigt, wie stark menschliches Verhalten die Brandstatistik beeinflusst.

  • Bis 15. August hatten die Behörden die Ursachen von 5.327 Feuern untersucht. Offene Verbrennungen und Abbrennen von Vegetation machten 37 Prozent der geklärten Fälle aus.
  • Weitere 17 Prozent entfielen auf vorsätzliche Brandstiftung. Maschinen verursachten sieben Prozent, während wiederaufgeflammte Feuer neun Prozent ausmachten.

Der Klimawandel bleibt dennoch ein Faktor für die Bedingungen, unter denen Feuer außer Kontrolle geraten können.Das EU Joint Research Centre verweist 2026 auf außergewöhnliche Hitze und Trockenheit in Teilen Europas.

  • Gleichzeitig darf daraus keine falsche Aussage über die weltweite Entwicklung entstehen. Waldbrände können regional verheerend sein, obwohl global weniger Fläche brennt. Genau das zeigen die Satellitendaten derzeit.
  • Wer jedes schwere Feuer als Beleg für eine weltweit wachsende Brandfläche präsentiert, vermischt Zündursache, Wetterbedingungen und langfristigen Trend.

(1) Bjørn Lomborg False Alarm: How Climate Change Panic Costs Us Trillions, Hurts the Poor, and Fails to Fix the Planet. Basic Books, New York 2020, ISBN 978-1-5416-4746-6.
deutsch: Klimapanik: Warum uns eine falsche Klimapolitik Billionen kostet und den Planeten nicht retten wird. FBV, München 2022, ISBN 978-3-95972-521-7.

Verfasser: Blackout News Verwendete Quellen: 

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