Strompreis für Januar steigt um mehr als 60 Prozent – Deutschland droht teurer Winter


Volker Fuchs 27.9.2026 

Deutschland hat im zweiten Quartal 2026 die höchsten Strompreise für Privathaushalte innerhalb der G20. Haushalte zahlen laut Verivox im Schnitt 35,6 Cent je Kilowattstunde.
  • Der G20-Durchschnitt liegt dagegen bei nur 16,3 Cent. Damit kostet Haushaltsstrom in Deutschland mehr als doppelt so viel wie im Mittel der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer.
  • Besonders ins Gewicht fallen Netzentgelte, Steuern, Umlagen und Abgaben. Sie machen zusammen mehr als 60 Prozent des Endpreises aus. Deutschland bleibt deshalb trotz staatlicher Entlastungen an der Spitze der G20. 
  • Italien folgt mit 34,5 Cent je Kilowattstunde auf Platz 2. Großbritannien kommt auf 32,4 Cent. Frankreich liegt dagegen bei 23,3 Cent, während Haushalte in den USA 18,3 Cent zahlen.
  • In China sind es laut der Vergleichsdaten sogar nur 6,7 Cent. Der Abstand Deutschlands zu vielen großen Volkswirtschaften fällt damit erheblich aus. 
  • Auch weltweit liegt Deutschland bei Haushaltsstrom weit vorne. Nur Irland, Bermuda und Belgien weisen in der Auswertung höhere nominale Preise auf.
  • Deutschland landet unter 144 untersuchten Ländern auf Rang vier. Kaufkraftbereinigt verschiebt sich das Bild jedoch. Dann fällt Deutschland auf Rang 24 zurück. Dennoch bleiben die deutschen Preise gegenüber vielen vergleichbaren Industrieländern hoch. 
Die Bundesregierung versucht bereits, einen Teil der Kosten abzufedern. Allein 2026 fließen 6,5 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt in die Übertragungsnetzentgelte.
  • Dadurch sinken die Entgelte bei großen Netzbetreibern im Durchschnitt um knapp zwei Cent je Kilowattstunde. Die Entlastung wird jedoch aus Steuermitteln finanziert. Ein Teil der Kosten verschwindet damit nicht, sondern wechselt lediglich den Finanzierungskanal.
  • Auch in den kommenden Jahren sollen Milliardenbeträge folgen. Für 2027 bis 2029 plant das Wirtschaftsministerium Zuschüsse von jeweils 5,525 Milliarden Euro. Damit will der Bund den Anstieg der Netzkosten begrenzen.
  • Trotzdem bleiben die Strompreise für Haushalte im internationalen Vergleich außergewöhnlich hoch. Der hohe deutsche Preis ist deshalb nicht allein eine Folge der Stromerzeugung. Auch Netzausbau und staatlich beeinflusste Preisbestandteile spielen eine zentrale Rolle.   
Nachfolgend zwei weitere Kapitel zum deutschen (selbstgemachtem) Dilemma, resultierend aus der Energiewende, einem Schildbürgerstreich - siehe den Bericht: Erneuerbare Energien: Die Party ist vorbei – jetzt kommt der Katzenjammer / Die Energiewende verliert ihr Geschäftsmodell – die Wirtschaftlichkeit vieler Projekte kippt
https://www.volkerfuchsputzbrunn.de/2026-3/klima/09-22/ 
Übersicht:
1.) Strompreis für Januar steigt um mehr als 60 Prozent – Deutschland droht teurer Winter
2.) Steigende Strompreise ab 2027: Bund kürzt Zuschuss für Netzentgelt um eine Milliarde Euro
 
1.) Strompreis für Januar steigt um mehr als 60 Prozent – Deutschland droht teurer Winter
https://blackout-news.de/energie/strompreis-fuer-januar-steigt-um-mehr-als-60-prozent-deutschland-droht-teurer-winter/ 
September 27, 2026
Deutschland geht mit deutlich höheren Großhandelspreisen in den Winter 2026/27. Der Strompreis für Grundlastlieferungen im Januar liegt an der EEX bei mehr als 180 Euro je Megawattstunde.
  • Damit kostet der Januar-Kontrakt über 60 Prozent mehr als vor einem Jahr. Haupttreiber sind jedoch die stark gestiegenen Gaspreise und gestörte LNG-Lieferungen aus Katar.
  • Zugleich sind die deutschen Gasspeicher nur zu rund 56 Prozent gefüllt.  Haushalte trifft der Preissprung verzögert, während Unternehmen mit höheren Energiekosten rechnen müssen. 

Gaspreise treiben den deutschen Strommarkt nach oben

Gas ist derzeit ein wichtiger Preistreiber am Strommarkt, obwohl Gaskraftwerke nur einen Teil der deutschen Stromerzeugung stellen. In angespannten Stunden setzen diese Kraftwerke jedoch häufig den Marktpreis. Deshalb schlägt teures Erdgas auch auf andere Erzeugungsarten durch. Der Iran-Krieg und Einschränkungen an der Straße von Hormus verschärfen die Lage zusätzlich.

  • Europa ist heute besser vorbereitet als während der Energiekrise 2022. Neue LNG-Terminals, geringerer Gasverbrauch und zusätzliche Lieferanten haben die Versorgung robuster gemacht.
  • Gleichzeitig hat sich jedoch eine neue Abhängigkeit vom weltweiten LNG-Markt entwickelt. Im ersten Halbjahr 2026 kamen 81 Prozent der EWR-LNG-Importe aus den USA und Russland. Ausfälle anderer großer Lieferanten treffen deshalb einen zunehmend konzentrierten Markt. 

Strompreis könnte bei kaltem Winter weiter steigen

Der Strompreis könnte im Winter weiter zulegen, falls Kälte und Windflauten gleichzeitig auftreten.

  • Rohstoffinvestor Ulf Ek hält laut Bloomberg unter ungünstigen Bedingungen einen weiteren Anstieg um bis zu 50 Prozent für möglich.
  • Zusätzlich reduzierten Hitze und Streiks zeitweise die französische Kernkraftproduktion. 
  • Niedrige Wasserstände begrenzen außerdem die Wasserkraft, während Solaranlagen im Winter deutlich weniger Strom liefern.

Besonders ungünstig ist jedoch die Lage bei den deutschen Gasreserven.

  • Mitte September waren die Speicher nur zu rund 56 Prozent gefüllt und damit deutlich schwächer als ein Jahr zuvor. Deshalb ließ Wirtschaftsministerin Katherina Reiche den bundeseigenen Gasimporteur Sefe zusätzlich Gas einkaufen.
  • Europa insgesamt lag Mitte September bei etwa 69 Prozent und damit ebenfalls deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von rund 85 Prozent.

Die Bundesregierung plant außerdem eine strategische Gasreserve von 24 Terawattstunden. Erste Speicherbuchungen sind bereits für den Winter 2026/27 vorgesehen.

  • Die eigentliche Befüllung soll jedoch erst im Sommer 2027 beginnen. Damit hilft die Reserve im kommenden Winter noch nicht gegen niedrige Speicherstände. Aufbau und Befüllung dürften nach Regierungsangaben Milliardenkosten verursachen. 

Höhere Großhandelspreise erreichen Verbraucher verzögert

Der Strompreis für Haushalte steigt nicht automatisch um ebenfalls 60 Prozent. Viele Versorger kaufen große Strommengen Monate oder Jahre im Voraus und glätten dadurch kurzfristige Ausschläge. Hält das hohe Großhandelsniveau jedoch länger an, fließen die höheren Beschaffungskosten nach und nach in neue Tarife. Unternehmen reagieren häufig früher, während energieintensive Betriebe besonders empfindlich auf steigende Börsenpreise reagieren.

Erneuerbare Energien dämpfen die Kosten, können die winterliche Gasabhängigkeit jedoch noch nicht  ausgleichen. Laut einer von Bloomberg zitierten Baringa-Analyse wären Europas Großhandelspreise im Sommer ohne den Solarausbau seit 2021 im Durchschnitt rund 30 Prozent höher gewesen. Gleichzeitig bleibt im Winter gesicherte Leistung entscheidend, wenn Sonne und Wind wenig liefern. Der kommende Winter entscheidet deshalb nicht nur über die Versorgungslage, sondern auch über die Energiekosten von Industrie und Haushalten.

Verfasser: Blackout News Verwendete Quellen:

Mehr zum Thema weitere 2 Berichte:

 
2.) Steigende Strompreise ab 2027: Bund kürzt Zuschuss für Netzentgelt um eine Milliarde Euro
https://blackout-news.de/aktuelles/steigende-strompreise-ab-2027-bund-kuerzt-zuschuss-fuer-netzentgelt-um-eine-milliarde-euro/  August 5, 2026
Berlin – Steigende Strompreise könnten Haushalte und Unternehmen ab Januar 2027 erneut belasten. Die Bundesregierung legte am 15. Juli 2026 den Wirtschaftsplan des Klima- und Transformationsfonds für 2027 vor.
  • Darin sinkt der Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten von 6,5 auf rund 5,5 Milliarden Euro. Verivox erwartet deshalb durchschnittlich drei Prozent höhere Netzgebühren und etwa ein Prozent höhere Haushaltsstrompreise.
  • Ein Drei-Personen-Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Verbrauch müsste rechnerisch rund zwölf Euro mehr pro Jahr zahlen. Die Stahlindustrie warnt zugleich vor zusätzlichen Netzkosten von rund 50 Millionen Euro.

Bund nimmt einen Teil der Entlastung beim Netzentgelt zurück

Der Bundeszuschuss senkt zunächst die Netzentgelte der vier großen Übertragungsnetzbetreiber. Dadurch zahlen nachgelagerte Verteilnetzbetreiber weniger für die Nutzung der vorgelagerten Netze. Diese Entlastung erreicht die Stromkunden jedoch je nach Netzgebiet in unterschiedlicher Höhe. Netzentgelte finanzieren außerdem Betrieb, Wartung und Ausbau der Leitungen. Laut Verivox machen sie rund 29 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsstrompreises aus. 

Der Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro drückte die durchschnittlichen Netzgebühren 2026 rechnerisch um 1,7 Cent je Kilowattstunde netto. Eine Milliarde Euro weniger könnte die Gebühren 2027 um etwa 0,25 Cent erhöhen. Deshalb kalkuliert Verivox mit rund zwölf Euro Mehrkosten bei 4.000 Kilowattstunden. Paare mit 2.800 Kilowattstunden müssten etwa acht Euro mehr zahlen. Für einen Single-Haushalt mit 1.500 Kilowattstunden wären es rund fünf Euro.

Steigende Strompreise treffen Regionen unterschiedlich

Die Belastung verteilt sich jedoch nicht gleichmäßig über Deutschland. Regionen mit hoher eigener Stromerzeugung beziehen weniger Energie aus dem Übertragungsnetz. Dort kann die Kürzung deshalb schwächer ankommen. Netzgebiete mit geringer Erzeugung hängen dagegen stärker von den vorgelagerten Leitungen ab. Außerdem entscheidet der jeweilige Versorger, ob er höhere Kosten vollständig an seine Kunden weitergibt.

Die durchschnittlichen Stromnetzgebühren stiegen innerhalb von fünf Jahren bereits um rund 23 Prozent. Bei 4.000 Kilowattstunden entspricht das zusätzlichen 81 Euro brutto pro Jahr.

Gleichzeitig verteuerte sich Strom am Spotmarkt im ersten Halbjahr 2026. Eine Megawattstunde kostete dort durchschnittlich rund 93 Euro statt 86 Euro im Vorjahreszeitraum. Steigende Strompreise werden damit wahrscheinlicher, obwohl langfristige Lieferverträge einzelne Tarife zunächst stabilisieren können.

 Industrie sieht Wettbewerbsfähigkeit gefährdet

Besonders stark trifft die Kürzung stromintensive Unternehmen. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl erwartet deshalb etwa 50 Millionen Euro zusätzliche Netzkosten pro Jahr.

  • Das entspräche nach Angaben des Verbandes einem Anstieg um rund 20 Prozent. Steigende Strompreise verschärfen deshalb den Kostennachteil deutscher Werke gegenüber internationalen Wettbewerbern.
  • Außerdem fordert die Branche den vollständigen Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro auch für die Folgejahre.

Die tatsächlichen Stromkosten für 2027 stehen jedoch noch nicht fest.

  • Tennet will die vorläufigen Übertragungsnetzentgelte am 1. Oktober 2026 veröffentlichen. Weitere Netzbetreiber müssen spätestens Mitte Oktober erste Werte vorlegen.
  • Zum 1. Januar 2027 gelten dann die endgültigen Entgelte. Neben den Netzgebühren beeinflussen jedoch Beschaffung, Vertrieb, Steuern und Umlagen den Endpreis.
  • Deshalb bleibt die konkrete Mehrbelastung bis zur Veröffentlichung der Preisblätter und neuen Tarife offen.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen:

Mehr zum Thema weitere vier Berichte:

  
Dipl.-Ing. Ingenieurbau F        
Statiker / Projektleiter U        
V O L K E R   F U C H S    
vfuc@arcor.de         H        
Homepage           S        

https://www.Volkerfuchsputzbrunn.de










VolkerFuchsPutzbrunn.de 2026

Investigativ | Klima | Geoökonomie | Geopolitik | Russland | USA | Nahost | Artikelübersicht


Dipl.-Ing. Ingenieurbau F    
Statiker / Projektleiter U    
V O L K E R   F U C H S
vfuc@arcor.de       H    

        S    


Suchfunktion mit bing.com

Bitte addieren Sie dort Ihren Suchbegriff, um Suchergebnisse von VolkerFuchsPutzbrunn.de zu sehen.

Gestaltet von KOLpak mit WonderCMS