Larry Johnson - Bericht aus Moskau: Die Erzählung vom Zusammenbruch verkennt wahres Russland / Alex Männer: Russlands Wirtschaft – in Wirklichkeit viel stärker, als der Westen annimmt


Volker Fuchs 17.9.2026 

Nachfolgend zwei Berichte zur geopolitischen / wirtschaftlichen Situation Russlands, die im NATO-Westen komplett im Zuge einer Desinformationskampagne und Irreführung der Bevölkerung, völlig  unzutreffend dargestellt wird. 
  • Erster Bericht von Larry C. Johnson einem ehemaligen  CIA-Offizier und Geheimdienstanalysten,  sowie ehemaligem Planer und Berater im Büro für Terrorismusbekämpfung des US-Außenministeriums. Als unabhängiger Auftragnehmer bildet er seit 24 Jahren Spezialeinheiten des US-Militärs aus.
  • Zweiter Bericht von Alex Männer – Deutsch-russischer Politologe aus Moskau - schreibt unter anderem für RT und Overton. Hier über die Stärke der russischen Wirtschaft. Bei den MSM wird darüber nicht berichtet, dafür jede Menge Desinformation, Lügenmärchen und Ukrainepropaganda. 
Kapitelübersicht:
1.) Larry Johnson - Bericht aus Moskau: Die Erzählung vom Zusammenbruch verkennt das wahre Russland.       
2.) Alex Männer: Russlands Wirtschaft – in Wirklichkeit viel stärker, als der Westen annimmt
 
1.) Larry Johnson - Bericht aus Moskau: Die Erzählung vom Zusammenbruch verkennt das wahre Russland.                     
https://sonar21.com/dispatch-from-moscow-the-collapse-narrative-keeps-missing-the-real-russia/                                                    
16. September 2026 Von Larry C. Johnson

Ich bin zum ersten Mal seit zehn Monaten wieder in Moskau, und was sofort auffällt, ist der enorme Unterschied zwischen der Stadt vor mir und der, die man fünftausend Meilen entfernt beschreibt.

  • Moskau und St. Petersburg sind pulsierend, modern und – dieses Wort suche ich immer wieder – lebendig. Die Straßen sind sauber und sicher.
  • Sie sind nicht von Obdachlosen oder Bettlern gesäumt. In zwei Wochen sah ich genau einen Mann, der in St. Petersburg auf einer Treppenstufe um Geld bettelte, und er fiel gerade deshalb auf, weil er so eine Seltenheit war. 
  • Vergleicht man das mit New York, Philadelphia, Washington, Atlanta – nennen Sie eine beliebige amerikanische Großstadt, ist der Unterschied gewaltig. Er ist enorm.

Ich beginne mit den Straßen, weil sie den einfachsten Test für die Behauptung darstellen, die der Westen seit drei Jahren vertritt: nämlich, dass Russland eine Wirtschaft am Rande des Abgrunds sei, (siehe Kap. 2) deren Bevölkerung ihr Geld abziehe und deren Städte in eine Krise abgleiten. Diese Erzählung hält dem Kontakt mit dem Asphalt nicht stand.

Wladimir Putin bezahlt mich nicht für eine positive Berichterstattung. Ich berichte, was ich sehe und was ich von ganz normalen Russen höre, die ihrem Alltag nachgehen – und was ich sehe, ist eine Wirtschaft, die trotz aller Sanktionen besser dasteht als die westlichen Volkswirtschaften, mit denen sie verglichen wird.

Die Regale sind voll. Die Restaurants sind voll. Die Menschen arbeiten, konsumieren Geld und bauen. Von der sichtbaren Not, die dem krisenhaften Westen unmittelbar bevorsteht, ist nichts zu spüren. Fragen Sie die Menschen, die hier leben, und Sie werden kein Land finden, das sich auf den Zusammenbruch vorbereitet. Sie werden ein Land finden, das alles, was der Westen ihm entgegenwarf, verkraftet hat und weitergemacht hat.

Das ist der Teil, den die westliche Presse nicht aussprechen will.

  • Drei Jahre lang hat sie eine russische Finanzkrise vorhergesagt, die nie eintritt, und der Grund dafür ist von jedem Caféfenster am Newski-Prospekt in St. Petersburg oder der Twerskaja-Straße in Moskau aus sichtbar. Hier gibt es keinen Bankansturm, keinen Rubelsturz.
  • Die Sanktionen sollten dieses Land ruinieren. Das haben sie nicht getan. Vergleicht man die Stimmung auf diesen Straßen mit der Angst in London oder dem Niedergang in den amerikanischen Großstädten, stellt sich nicht die Frage, ob Russland die Sanktionen übersteht. Die Frage ist vielmehr, warum der Westen jemals davon ausging, dass es das nicht tun würde.

Abendessen mit Lawrow

Vor einer Woche, am Montag, aß ich mit Außenminister Sergei Lawrow und seinem Stellvertreter Sergei Rjabkow zu Abend. In Begleitung waren John Mearsheimer, Richter Andrew Napolitano und Alastair Crooke. Das Abendessen verlief ungezwungen und sehr offen, und Lawrow beantwortete die Fragen direkt – und jeder, der schon einmal mit Mearsheimer zusammengesessen hat, weiß, dass er keine harmlosen Fragen stellt.

Ich habe zwei klare Eindrücke mitgenommen.

Erstens hat sich Russlands Verhandlungsposition gegenüber dem Westen seit Putins Rede im Außenministerium am 14. Juni 2024 kein bisschen verändert. In dieser Rede legte er die Bedingungen klar dar, und diese gelten weiterhin:

  • Der Westen muss Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson sowie die Krim als permanentes russisches Territorium anerkennen. Diese ehemaligen ukrainischen Gebiete werden nicht zurückgegeben. In Moskau wird dies nicht als bloßes Angebot, sondern als beschlossene Sache betrachtet.
  • Darüber hinaus errichtet Russland durch seine Gebietsgewinne in Sumy, Charkiw und Dnipropetrowsk Pufferzonen. Auch diese Gebiete könnten mit der Zeit integriert werden – obwohl offizielle Stellen dies eher als Ergebnis einer Volksabstimmung oder eines Referendums denn als ausgemachte Sache darstellen.
  • Offiziell steht es nicht auf der Tagesordnung. Meiner Einschätzung nach ist es aber durchaus im Bereich des Möglichen.

Mein zweiter Eindruck ist, dass der Spielraum für eine Verhandlungslösung äußerst gering ist – geringer, als westliche Hauptstädte zugeben wollen –, weil Russland schlichtweg nicht bereit ist, die vom Westen geforderten Zugeständnisse zu machen, und auch nicht glaubt, dazu gezwungen zu sein.

Nach den Äußerungen der hiesigen Offiziellen bin ich der Ansicht, dass der Krieg erst dann beendet sein wird, wenn Odessa und Kiew fest unter russischer Kontrolle stehen. Das ist für mich eine Einschätzung, keine Gewissheit. Aber nichts, was ich diese Woche gehört habe, hat mich von dieser Ansicht abgebracht.

Was „Ursachen“ tatsächlich bedeuten

Putin spricht ständig von den „Ursachen“ des Konflikts, die angegangen werden müssten, und Amerikanern wird selten erklärt, was damit gemeint ist. Deshalb fragte ich direkt nach, in einem Gespräch in Moskau mit Alexander Babakow, einem Duma-Abgeordneten und einer Führungsfigur des Internationalen Einheitsklubs.

Am einfachsten lässt es sich meinen Mitbürgern so erklären:

  • Das amerikanische Projekt, die Ukraine in den NATO-Spinnstein zu ziehen und sie als Waffe gegen Russland einzusetzen, muss beendet werden. Nicht nur pausiert, sondern endgültig beendet.
  • NATO-Aktivitäten in der Ukraine werden nicht länger toleriert, und die ukrainische Außen- und Militärpolitik muss sich endgültig von diesem westlichen Einfluss lösen. Aus Moskauer Sicht ist dies der unumstößliche Kernpunkt, alles andere sind Details.

Es ist hilfreich, sich vor Augen zu führen, wie lange das schon her ist. Die Ukraine trat 1994 der NATO-Partnerschaft für den Frieden bei, und von da an wuchsen die militärischen Beziehungen des Westens zu Kiew stetig, auch ohne formelle Mitgliedschaft.

  • Der Militärstützpunkt Jaworiw in der Westukraine wurde in den 1990er-Jahren regelmäßig Schauplatz westlicher Übungen und beherbergte ab 2015 eine ständige, von den USA geführte Ausbildungsmission.
  • Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Ukraine zu einem der häufigsten Gastgeber von NATO-Übungen außerhalb des Bündnisses – Manöver, deren Szenarien Russland zwar nie als Gegner nannten, deren Struktur aber keinen Zweifel daran ließ, wer das Ziel war.
  • Zu Beginn von Trumps erster Amtszeit fanden mehrere dieser Übungen pro Jahr statt, einige davon mit einer U-Boot-Komponente, die nichts mit der Piratenbekämpfung zu tun hatte. Moskau interpretierte all dies so, dass Putin eine Geduld an den Tag legte, die der Westen fälschlicherweise für Schwäche hielt.

Man muss nicht jedes Detail dieser Darstellung akzeptieren, um ihre Tragweite zu erfassen. Dies ist die realistische Lesart des Krieges – jene, die Mearsheimer so überzeugend wie möglich dargelegt hat – und sie bildet den Rahmen, durch den die Männer, mit denen ich zu Abend aß, den gesamten Konflikt betrachten.

In Washington wird sie natürlich angefochten. Doch man kann die Unnachgiebigkeit der russischen Position nur verstehen, wenn man begreift, dass der Krieg in Moskau keineswegs als Aggression, sondern als Schließung einer Wunde gesehen wird, die der Westen dreißig Jahre lang geschlagen hat.

Die Aussicht von hier

Der Krieg beschäftigt den Durchschnittsrussen nicht. Im Alltag ist er nach wie vor eine „militärische Sonderoperation“, und in den Straßen der beiden Großstädte geht das Leben weiter, als fände er auf einem anderen Kontinent statt – was er aus Moskauer Sicht beinahe auch ist.

Diese Kluft zwischen der starren, maximalistischen Position des Staates und der beinahe normalen Zivilbevölkerung ist die eigentliche Geschichte: ein Land, das im Inneren gefestigt genug ist, um abzuwarten, und von seinen Bedingungen so überzeugt, dass es nicht nachgibt.

Was die Beamten mir erzählten

Ich sprach diese Woche mit drei russischen Militärangehörigen, sowohl im Ruhestand als auch im aktiven Dienst: Oberst a. D. Eduard Basurin, General a. D. Jewgeni Buschinski und Generalleutnant Apti Alaudinow, Kommandeur der Achmat-Spezialeinheit.

Unterschiedliche Männer, unterschiedliche Perspektiven, aber eine gemeinsame Botschaft: Russland wird Europa nicht angreifen. Es hegt keinerlei militärische Ambitionen gegenüber Europa und hat auch nicht die Absicht, einen solchen Krieg zu beginnen.

Was Russland sieht, so erklärten sie mir, ist ein Europa, das sich auf einen Angriff vorbereitet – und zwar nicht nur in der Rhetorik von Politikern wie Bundeskanzler Merz und dem britischen Premierminister, obwohl Moskau diese Rhetorik durchaus ernst nimmt.

  • Es sind die konkreten Schritte hinter den Worten:die Waffensysteme, insbesondere die Raketen, die für den Einsatz gegen russisches Territorium entwickelt werden.
  • Die Offiziere machten deutlich, wohin das führt. Sollten diese Aktivitäten anhalten, bleibt Russland keine andere Wahl, als sich der Bedrohung zu stellen, und die Aussicht auf einen Krieg mit Europa wird real.
  • Das ist keine eingebildete Gefahr, die heraufbeschworen wurde, um Angst zu verbreiten. So interpretieren diese Experten die Entwicklung. Russland sucht keinen Krieg. Aber es ist weder taub noch blind für das, was gegen es vorbereitet wird.

Sie bestätigten auch, was ich bereits selbst geahnt hatte: Russland hat im Krieg mit der Ukraine eine entscheidende neue Phase eingeleitet, ein bewusstes Bestreben, ihn schneller zu beenden als erwartet.

  • In den ersten vier Jahren kämpfte Russland darum, die eigenen Verluste gering zu halten. Deshalb setzte es keine Massenverbände gegen feste Stellungen ein, wo die Verluste schwerwiegend gewesen wären, sondern konzentrierte sich stattdessen auf Taktiken kleiner Einheiten. Diese Zurückhaltung ist nun vorbei.
  • Die neue Phase schließt die ukrainische Schwarzmeerküste für den Handel in beide Richtungen, setzt Logistikzentren in Kiew und anderen Städten – insbesondere in der Westukraine – anhaltenden Angriffen aus und verstärkt die Bodenoffensive entlang der gesamten Kontaktlinie.
  • Dies ist eine wohlüberlegte Strategieänderung des russischen Generalstabs, die sich bereits auszahlt: die Einkesselung von Slowjansk und Kramatorsk sowie wichtige Geländegewinne in Saporischschja.
  • Ich gehe davon aus, dass Donezk bis Ende November wieder vollständig unter russischer Kontrolle stehen wird und Saporischschja – eine bedeutende Industriestadt und Regionalhauptstadt am Dnipro – unmittelbar von einer Besetzung bedroht sein wird.

Eine lebendige Demokratie, die ihren eigenen Gesetzen folgt

Am Sonntag gehen die Russen zur Wahl, und ich werde vor Ort sein, um die Wahl zu beobachten. Mindestens fünf Parteien bewerben sich um Sitze in der Duma.

  • Russland ist nicht der monolithische Staat, für den es oft gehalten wird. Entgegen der westlichen Karikatur ist es eine lebendige Demokratie – geprägt von russischer Kultur und russischen Idealen und nicht von einer Kopie anderer Systeme.
  • Es ist längst überfällig, dass der Westen seine Vorurteile ablegt und Russland so akzeptiert, wie es wirklich ist. Es handelt sich nicht um ein von internationalen Kommunisten geführtes Regime, ungeachtet der weit verbreiteten Meinung der 1960er und 1970er Jahre.
  • Russland ist heute, und das völlig zu Recht, die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt (gemessen an der Kaufkraftparität), technologisch innovativ und reich an Bodenschätzen.
  • Das ist mein Update fürs Erste. Ich melde mich wieder mit weiteren Erkenntnissen, sobald meine Reise weitergeht.
 
 
2.) Alex Männer: Russlands Wirtschaft – in Wirklichkeit viel stärker, als der Westen annimmt
https://alexmaenner1986.substack.com/p/russlands-wirtschaft-in-wirklichkeit
ALEX PAPER TIGER 19. JULI 2026
Von Alex Männer
Ungeachtet des Ukraine-Krieges und des Sanktionsdrucks aus dem Westen ist die russische Wirtschaft weiterhin stabil. Woran liegt es, dass Russland heute kein wirtschaftlicher Zusammenbruch droht?
  • Die als Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 massiv ausgeweitete Sanktionspolitik des Westens gegen Russland hat ihr Ziel bekanntlich verfehlt, die russische Wirtschaft ist nicht zusammengebrochen und wird es auf absehbare Zeit auch nicht.
  • Dennoch werden deutsche und andere westliche Medien (1) und Experten (2)nicht müde, über einen nahenden wirtschaftlichen Kollaps (2a) Russlands zu fabulieren.
  • Eigentlich müssten diese Stimmen angesichts der mehr als 30.000 Sanktionen des Westens, die das flächengrößte Land der Erde schon vor Jahren „ruinieren“ (3)sollen, längst doch erkannt haben, dass die russische Wirtschaft in Wirklichkeit viel stärker (4) ist als das, was manche Statistiken, Expertenberichte oder Prognosen wiedergeben.
  • Denn sie entwickelt sich unbeachtet bestehender Probleme (5) weiter und ist insgesamt sogar robuster als die meisten Volkswirtschaften jener Länder, die die antirussischen „Strafmaßnahmen“ eingeführt haben.

So überrascht Russland insbesondere vor dem Hintergrund der seit Jahren anhaltenden Wirtschaftskrise in Deutschland.

  • Denn die einstige „Wirtschaftslokomotive“ der EU, die aufgrund ihrer breiten Abkehr von den wertvollen russischen Ressourcen im Jahr 2022 zunächst mit enorm gestiegenen Energiepreisen und auch mit einer hohen Inflation konfrontiert wurde, kämpft unlängst gegen eine beispiellose Pleitewelle der Unternehmen und eine landesweite Deindustrialisierung.

Sowas droht der russischen Wirtschaft offensichtlich nicht und dafür gibt es mehrere Gründe.

  • Zum Beispiel die Tatsache, dass Russland die westlichen Handelsbeschränkungen auf Energieträger umgeht und weiterhin Einnahmen etwa aus dem Verkauf von Öl und Gas generiert werden – eine im Westen übrigens weit verbreitete Erklärung für die Widerstandsfähigkeit der russischen Wirtschaft.
  • Allerdings stimmt dies nur zum Teil, da der Handel mit Rohstoffen laut offiziellen Angaben heute weniger als ein Fünftel der Wirtschaftsleistung Russlands ausmacht.

Gute Perspektiven bei der Produktion

Ein Schlüsselaspekt für die Stabilität der russischen Wirtschaft ist im Gegensatz zu ihrem recht soliden Industriesektor, der trotz Sanktionen, dem Weggang vieler ausländischer Produzenten, dem Ausfall eines Teils der Lieferungen von Ausrüstung aus dem Ausland oder Problemen bei dem Zahlungsverkehr - diese  bereits seit drei Jahren wieder Wachstum verzeichnete.

  • Zu verdanken ist dies vor allem der russischen Importsubstitution, die angesichts des enormen wirtschaftlichen Drucks aus dem Westen seit dem Jahr 2022 durch massive Investitionen beschleunigt wurde und heute immer weiter voranschreitet. Dadurch können heimische Unternehmen auch die vielen frei gewordenen Nischen auf dem Binnenmarkt einsetzen und ihre Produktion anschließend ausweiten.

Insgesamt verfügt Russland heute über ausreichendes Potenzial, um physische Güter trotz negativer äußerer Faktoren in einem ausreichenden Umfang herzustellen und um die einzelnen Wirtschaftsprozesse dadurch am Laufen zu halten.

  • Dieser Aspekt wurde bereits während der Corona-Krise deutlich, als nahezu alle Länder angesichts der unterbrochenen Zulieferungen aus dem Ausland plötzlich in hohem Maße auf den heimischen Produktionssektor und nicht etwa auf den Dienstleistungssektor angewiesen waren, um einen Wirtschaftseinbruch zu verhindern.
  • Damit lassen sich zum Teil auch die zunehmenden Wirtschaftsprobleme in den westlichen Ländern erklären. Dort hatte man sich in den vergangenen Jahrzehnten nämlich primär auf den Dienstleistungssektor konzentriert, der in Zeiten von geopolitischen Konflikten und Krisen jedoch an Bedeutung verliert.

Insofern hat Russland heute gute Perspektiven bei der Produktion und das belegen auch die aktuellen Meldungen.

  • Beim zivilen Flugzeugbau stehen beispielsweise die Russen laut Medien kurz vor dem Start der Serienproduktion der hochmodernen Passagierflugzeuge (6) MS-21, Sukhoi Superjet 100, Tu-214 und Il-114-300. Bis 2035 sollen mehr als 600 (7) dieser Maschinen sowie etwa 400 (8) andere russische Zivilflugzeuge produziert und in Dienst gestellt werden.
  • Dadurch wird man künftig nicht nur die Unabhängigkeit der russischen Luftfahrtindustrie und des inländischen Passagiertransports (9) gewährleisten, sondern auch mit dem europäischen Airbus und der US-amerikanischen Boeing auf dem Weltmarkt konkurrieren.
  • Außerdem ist zu betonen, dass alle vier genannten russischen Flugzeugtypen ausschließlich auf heimischer bzw. russischer Technologie basieren und fast vollständig aus russischer Produktion bestehen, was in der Welt heute einmalig ist.

Solche positiven Nachrichten haben in der Russland-Berichterstattung der westlichen Medien in der Regel keinen Platz, da sie mit Sicherheit für Verwirrung sorgen würden. 

  • Immerhin wurde Russland, zumindest wirtschaftlich, im Westen lange Zeit als eine Bananenrepublik dargestellt, die kaum dazu in der Lage ist, etwas Anspruchsvolles eigenständig zu entwickeln und herzustellen und stattdessen nur Rohstoffe verscherbeln zu können.
  • Wobei der russische Rohstoffsektor natürlich nach wie vor eine außerordentliche Rolle für die Wirtschaft spielt, auch wenn er – wie bereits angeführt – weitaus weniger Anteile am russischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat als man es im Westen annimmt.

Niedrige Staatsverschuldung und immense Finanzreserven

Mit Blick auf die wirtschaftliche Stabilität ist außerdem die extrem niedrige  Staatsverschuldung (10a) Russlands anzuführen, die weltweit zu den niedrigsten zählt.

  • Laut Angaben (15) des Internationalen Währungsfonds (IWF (10b) belaufen sich die Gesamtschulden des Staates im vergangenen Jahr auf rund 17 Prozent des russischen BIP. So trage eine Schuldenpolitik zur Stabilität der Staatsfinanzen bei und fördere gleichzeitig die Eindämmung der Inflation, betont man in Moskau.
  • Darüber hinaus ist Russland, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, nicht von den wirtschaftlichen Auflagen der internationalen Finanzorganisationen abhängig.
  • Als internationaler Richtwert für fiskalische Stabilität gilt ein Schuldenstand von unter 60 Prozent des BIP. Russland liegt damit deutlich unter dieser Schwelle und führt beispielsweise das G20-Ranking mit der niedrigsten Verschuldung an.
  • Im Vergleich dazu liegen mehrere große Industrienationen weit über diesem Schwellenwert. Allen voran Japan, dessen Staatsverschuldung rund 206 Prozent des BIP (11) entspricht und damit als die höchste innerhalb der G20 gilt.
  • Es folgen Italien mit geschätzten 137 Prozent (12) und die USA mit 124 Prozent (13). Frankreich und Großbritannien liegen mit 116 bzw. 102 Prozent ebenfalls über der 100-Prozent-Marke.

Nicht zu vergessen ist, dass Russland weiterhin über immense Gold- und Devisenreserven verfügt und dank dieser Mittel in der Lage ist, ohne Investitionen aus dem Ausland auszukommen.

  • Nach aktuellen Angaben beläuft sich der Wert des monetären Goldes des Landes in den Reserven auf umgerechnet rund 300 Milliarden US-Dollar (14) bei einem Gesamtvolumen der Währungsreserven von rund 720 Milliarden Dollar.

Einen Teil seiner Finanzreserven lässt Moskau in den sogenannten Nationalen Wohlstandsfonds fließen.

  • Dieser Fonds dient im Grunde ebenfalls der finanziellen Stabilität des Landes und wird etwa zur Deckung des Haushaltsdefizits herangezogen. Darüber hinaus werden damit Investitionen in die Wirtschaft oder in die Entwicklung der Infrastruktur und Technologie gekauft.
  • Erst vor Kurzem hatte die russische Regierung beschlossen, den Nationalen Wohlstandsfonds um etwa eine Milliarde Rubel auf insgesamt etwa 14,5 Milliarden Rubel (umgerechnet 190 Mio Dollar) bis Ende dieses Jahres aufzustocken. Dadurch sollen vor allem die steigenden Haushaltsausgaben ausgeglichen werden.
  • Außerdem wird man durch zusätzliche finanzielle Polster seine finanzielle Souveränität stärken und die Autonomie in der Finanz- und Wirtschaftspolitik bewahren, heißt es. Damit Russland auch weiterhin ohne „externe Investitionsquellen“ auskommen und sich weiterhin „ausschließlich auf sich selbst verlassen“ kann.

Quellen:
(1) Putins Wirtschaft kommt an ihre Grenzen 11.6.26
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Putins-Wirtschaft-kommt-an-ihre-Grenzen-id30953153.html 
(2) Ökonomen sehen Russlands Wirtschaft im „Endstadium“ 11.6.26
https://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/russland-oekonomen-sehen-russlands-wirtschaft-im-endstadium-a-302ceacd-55a6-4c6c-ac3d-de11e7bc9d63?utm_source=firefox-newtab-de-de 
(3) Steht Russland vor dem wirtschaftlichen Kollaps? 17.6.26
https://www.fu-berlin.de/campusleben/forschen/2026/260617-was-sagt-die-wissenschaft-russland-kollaps/index.html 
(4) Die 20 Länder mit dem größten kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2025 (in Billionen US-Dollar)
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36918/umfrage/laender-weltweit-nach-bruttoinlandsprodukt/#google_vignette 
(5) Endgame: Russlands Kriegswirtschaft stößt an ihre Grenzen
https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/aktuelles/endgame-russlands-kriegswirtschaft-stoesst-an-ihre-grenzen/
(6) Wie steht es um den russischen Zivilflugzeugbau? 5.6.26 
https://www.flugrevue.de/zivil/sj-100-ms-21-tu-214-il-114-wie-steht-es-um-den-russischen-zivilflugzeugbau/ 
(7) Das Programm zur Lieferung neuer ziviler Flugzeuge an die Russische Föderation bis 2035 benötigt mehr als 3 Billionen Rubel. 14.4.26
https://www.interfax.ru/russia/1083944 
(8) Das Programm zur Auslieferung von Passagierflugzeugen bis 2035 wird über 3 Billionen Rubel erfordern. 15.4.26
https://ruavia.su/passenger-aircraft-delivery-program-through-2035-to-require-over-rub-3-trillion/ 
(9) UAC gibt bestätigte Nachfrage nach 570 Flugzeugen bis 2035 bekannt. 15.4.26
https://www.rusaviainsider.com/uac-announces-confirmed-demand-for-570-airliners-by-2035/ 
(10a)Russland: Staatsverschuldung von 1997 bis 2025 und Prognosen bis 2031 in Relation zum Bruttoinlandsprodukt
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/171417/umfrage/staatsverschuldung-von-russland-in-relation-zum-bruttoinlandsprodukt-bip/ 
(10b) Russische Föderation
https://www.imf.org/external/datamapper/profile/RUS 
(11) Bruttoverschuldung des Staates
https://www.imf.org/external/datamapper/GGXWDG_NGDP@WEO/JPN 
(12) ABSCHLIESSENDE MISSIONSERKLÄRUNG
https://www.imf.org/en/news/articles/2026/05/27/mcs-05262026-italy-staff-concluding-statement-of-the-2026-article-iv-mission 
(13) Bruttoverschuldung des Staates
https://www.imf.org/external/datamapper/GGXWDG_NGDP@WEO/USA?zoom=USA&highlight=USA 
(14) Russlands Goldreserven sinken im Juni auf 299 Milliarden  Dollar 7.7.26
https://www.aktien.news/russlands-goldreserven-sinken-im-juni-auf-299-milliarden-dollar 
(15) Bruttoverschuldung des Staates
https://www.imf.org/external/datamapper/GGXWDG_NGDP@WEO/RUS?zoom=RUS&highlight=RUS 

 


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