Im Juli lag der Durchschnitt bei knapp unter 0°C, wobei 15 der 31 Tage unter dem Gefrierpunkt lagen. Selbst auf dem Höhepunkt des arktischen Sommers erreichte der höchste Tagesmittelwert nur 0,2 °C.
Dann kam der Einbruch mitten im Sommer. Die Tagesdurchschnittswerte fielen am 26. und 27. Juli auf -0,3 °C und am 28. Juli auf -0,2 °C, was zu einer weiteren Serie von Tages-Tiefstwerten in der DMI-Reihe führte. Im August setzte sich dieser Trend fort.
Nach einem weiteren Wert unter dem Gefrierpunkt am 1. August sanken die Temperaturen am 5. August auf -0,2 °C, bevor sie am 6. August auf -0,6°C einbrachen – der bislang niedrigste Wert der Kernsommerperiode und einer der tiefsten Juli-/August-Werte seit Beginn der Aufzeichnungen.
Diese Grafik spricht für sich: Tagestemperatur vom 1.Juli - 6.August 2026 (-0,57°C)
Vom 1. Juli bis zum 6. August liegt der Durchschnitt etwas unter 0 °C. Im Zeitraum vom 1. Juni bis zum 6. August beträgt er etwa -1 °C. Das Jahr 2026 entwickelt sich im Norden weiterhin zum „Jahr ohne Sommer“.
| Eiszunahme Sep Mio km² | |||
| im Vergleich 2026 / 2025 | |||
| Tag | 2026 | 2025 | |
| 1 | 4,73 | 4,75 | |
| 2 | 4,67 | 4,70 | |
| 3 | 4,66 | 4,67 | |
| 4 | 4,69 | 4,68 | |
| 5 | 4,67 | 4,63 | |
| 6 | 4,63 | 4,66 | |
| 7 | 4,60 | 4,62 | |
| 8 | 4,59 | 4,54 | |
| 9 | 4,62 | 4,56 | |
| 10 | 4,61 | 4,62 | |
| 11 | 4,60 | 4,67 | |
| 12 | 4,57 | 4,63 | |
| 13 | 4,60 | 4,69 | |
| 14 | 4,65 | 4,66 | |
| 15 | 4,72 | 4,69 | |
| 16 | 4,66 | 4,69 | |
| 17 | 4,63 | 4,72 | |
| 18 | 4,67 | 4,69 | |
| 19 | 4,71 | 4,77 | |
| 20 | 4,71 | 4,78 | |
| 21 | 4,77 | 4,81 | |
| 22 | 4,87 | 4,83 | |
| 23 | 4,95 | 4,85 | |
| 24 | 4,99 | 4,76 | |
| 25 | 5,17 | 4,82 | |
| 26 | 5,16 | 4,87 | |
| 27 | 5,23 | 4,92 | |
| 28 | 5,33 | 4,99 | |
| 29 | 5,34 | 5,05 | |
| 30 | 5,48 | 5,11 | |
| 16 Tg. | 0,88 | 0,42 | Diff 26/25 |
| km² | 883.000 | 419.000 | 464.000 |
| je Tag | 55.188 | 474.519 | |
| Zuna. | 19,2% | 8,9% | |
Die Grafische Tabellenauswertung zeigt für 2026 einen steileren Anzugswinkel, als 2025 (Grafik unten)
Am 13. September 2026 erreichte die Ausdehnung des arktischen Meereises mit 4,60 Millionen km² ihren Tiefststand und teilte sich damit den zehntniedrigsten Wert seit Beginn der Satellitenmessungen mit den Jahren 2008, 2010 und 2025. Seitdem hat sich das Wiedergefrieren und somit Meereiszunahme deutlich beschleunigt mit 19,2 % gegenüber dem Vorjahr 2025 mit 8,9%.
Der Rückgang des Meereises im Zuge des Klimawandels eröffnet im Norden neue Wege für die Schifffahrt, etwa durch die arktische Inselwelt Kanadas. Doch von 2007 bis 2021 haben sich die Zeiten einer weitgehend eisfreien Fahrt durch die sogenannte Nordwestpassage zum Teil deutlich verringert.
Der Grund dafür ist nicht nur weniger Eis, das im Sommer taut und im Winter wieder gefriert, als auch altes Eis, das aus dem Norden in die Schifffahrtswege driftet und auch die seit 2007 ansteigende Meereiszunahme (entgegen der Prognose von Al Gore und sonstigen Klimaexperten, die für den Sommer 2013 eine eisfreie Arktis prognostizierten).
Siehe hierzu auch den Bericht des Forschungsteams um Alison Cook von der Scottish Association for Marine Science in Oban im Fachjournal „Communications Earth & Environment“. Eisstauungen in der Nordwestpassage verkürzen die Schifffahrtssaison.(https://www.nature.com/articles/s43247-024-01477-6 )
„Die Schifffahrt durch die kanadischen Arktisgewässer ist weltweit von besonderem Interesse, da sich die Nordwestpassage als praktikable, kürzere und möglicherweise wirtschaftlichere Alternative zu den traditionellen Schifffahrtsrouten zwischen Atlantik und Pazifik (zum Beispiel Panama- und Suezkanal) herauskristallisiert“, schreiben die Autorinnen und Autoren der Studie.
Durch den Klimawandel taut auf verschiedenen Seewegen nördlich des kanadischen Festlands das Eis in der wärmeren Jahreshälfte oft partiell weg und gibt die Passagen auch für Schiffe frei, die nicht so massiv gebaut sind wie Eisbrecher.
Die Gruppe um Cook analysierte Eiskarten kanadischer Behörden, die seit 2007 durchgängig für verschiedene Routen der Nordwestpassage zur Verfügung stehen. „Es besteht die Vermutung, dass der prognostizierte Meereisverlust im Arktischen Ozean neue Schifffahrtsrouten, insbesondere rund „um die Nordwestpassage, bedeuten wird“, so Cook in einer zur Studie veröffentlichten Mitteilung. Es sei jedoch sehr gefährlich, davon auszugehen, dass dies überall der Fall sein werde, und die Bedingungen änderten sich ständig.
Eine häufig genutzte Route führt südlich der Victoria-Insel nah am kanadischen Festland entlang. Doch ein Weg nördlich der Insel ist rund 500 Kilometer kürzer und seit 2007 im Sommer teilweise eisfrei. Zu beiden Routen gibt es jeweils noch eine weitere Variante, sodass das Forschungsteam insgesamt vier Routen in den Blick nahm. Die wichtigste Analyse betraf Schiffe der Polarklasse PC 7, die durch bis zu 70 Zentimeter dickes Eis fahren können.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten vor allem vier Stellen, an denen besonders häufig Eis die Durchfahrt behinderte. Eine dieser Passagen führt westlich der Banksinsel entlang, der westlichsten Insel im kanadisch-arktischen Archipel. Während PC-7-Schiffe diesen Bereich 2007 noch 27 Wochen lang passieren konnten, waren es 2021 nur noch 13 Wochen – also 14 Wochen weniger.
In einem weiteren Gebiet, nordöstlich der Banksinsel, sank der Durchfahrtszeitraum von 6,5 auf 2 Wochen, wobei diese Stelle im Jahr 2018 für weniger als eine Woche passierbar war. Einen ähnlichen Trend zeigt ein Seegebiet nördlich der Victoria-Insel.
Lediglich für die Meerenge Prince Regent Inlet stieg im Untersuchungszeitraum die Anzahl der Wochen, in denen sie für PC-7-Schiffe passierbar war, um 4,5 Wochen. Doch gerade die Routen nördlich von Banks- und Victoria-Insel, für die frühere Studien die Hoffnung auf mehr eisfreie Durchfahrten weckten, sind nun seltener befahrbar.
Als Grund dafür hat die Forschungsgruppe altes, dickes Eis aus nördlicheren Breiten ausgemacht: „Dieses Eis ist noch gefährlicher und schafft Engpässe entlang bestimmter Routenabschnitte, was zu einer Verkürzung der Schifffahrtssaison führt“, wird Cook in einer Mitteilung ihrer Forschungseinrichtung zitiert.
Dass dieses Eis in den Schifffahrtswegen auftaucht, ist ebenfalls eine Folge des Klimawandels. Weil die offenen Wasserflächen im Sommer teilweise eisfrei sind, kann dickes Eis, das sich vom massiven Eis rings um die nördlichsten Inseln gelöst hat, nach Süden driften und die Schifffahrt gefährden.
Fachleute gehen davon aus, dass dieses Eis von allem arktischen Meereis am längsten erhalten bleiben wird. „Der Klimawandel wird aufgrund der anhaltenden Engpässe wahrscheinlich nicht zu einer nachhaltigen Verlängerung der Schifffahrtssaison auf der nördlichen Route der Nordwestpassage führen“, betont Cook.
(1) Eisstauungen in der Nordwestpassage verkürzen die Schifffahrtssaison / 11.Juli 2024 https://www.nature.com/articles/s43247-024-01477-6
In der Arktis wächst das Meereis seit 20 Jahren und die Temperaturen gehen zurück. Al Gore lag daneben und mit seiner Prognose 2007 - einer eisfreien Norwestpassage 2013 - doch nach Datenlage wird es so schnell daraus nichts werden.
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