„Dead Hand“ (Perimtr) das Atomwaffen-Führungssystem Russlands ist aktiviert und löst im Falle eines Enthauptungsschlags, einen allumfassenden Gegenschlag aus
Volker Fuchs 10.10.2026
Die (englisch Dead Hand oder russisch "Perimetr“ ) ist ein Atomwaffen-Führungssystem der Sowjetunion und Russlands.
- Es soll im Falle eines nuklearen Enthauptungsschlags, der die Führung des Landes aktionsunfähig macht, automatisch oder semi-automatisch einen allumfassenden Gegenschlag auslösen. Und ist seit 2011 wieder in vollem Umfang aktiviert - eine Warnung an den suizidalen Westen und an die verrückt gewordenen Eliten in Europa.
- Aufgabe des Systems „Tote Hand“ (benannt nach dem Buch Dead Hand von Harold Coyle) war es, den Atomstreitkräften der Sowjetunion im Falle der Ausschaltung der politischen Führung durch Freigabe ihrer Waffen eine Zweitschlagfähigkeit zu bewahren. Dies wurde durch die Entwicklung von zielgenauen U-Boot-gestützten ballistischen Interkontinentalraketen (SLBM) während der 1980er Jahre zum vorherrschenden Thema.
Vor Beginn der 1980er Jahre galten landgestützte Interkontinentalraketen (ICBM) und von Bombern transportierte Nuklearwaffen als am zielgenauesten.
- Dagegen wurden die frühen US-amerikanischen, auf Atom-U-Booten (SSBN) stationierten SLBM-Systeme wie die UGM-27 Polaris der 1960er Jahre sowie die während der 1970er Jahre eingeführte UGM-73 Poseidon als nicht genau genug für einen Counterforce-Angriff – gegen das Waffenpotential – oder Erstschlag (First strike) der USA gegen die Sowjetunion angesehen.
- Auf U-Booten stationierte SLBMs wurden daher primär gegen Bevölkerungszentren gerichtet (als sogenannte Countervalue-Ziele), bei denen die Zielgenauigkeit eine geringere Rolle spielte.
- Ein mit guten Radar- und Satellitenüberwachungssystemen ausgerüsteter Gegner konnte mit Vorwarnzeiten von etwa 30 Minuten zwischen Raketenstart und Einschlag rechnen – genug, um nach dem Prinzip „Launch on warning“ seine eigenen Waffen zum nuklearen Gegenschlag zu starten. Ein wirkungsvoller Erstschlag war unter diesen Bedingungen wenig erfolgversprechend.
Die strategische Balance änderte sich, als mit den neuen US-amerikanischen SLBM vom Typ Trident C4 und Trident D5 hochgenaue Systeme eingeführt wurden.
Mit der Trident-D5 (Entwicklung ab 1983, Indienststellung 1990) waren Zielgenauigkeiten (CEP50 etwa 90 Meter) erreichbar, die denen von landgestützten ICBM nahekamen.
- Damit waren die US-amerikanischen und britischen Trident-U-Boote in der Lage, durch verdeckte Annäherung an die Küsten des Gegners die Vorwarnzeiten auf weniger als drei Minuten zu reduzieren, wodurch ein gegen Militär und Führung gerichteter Counterforce-Angriff auch als Enthauptungsschlag führbar wurde.
- Nach Aussagen von Militärstrategen galt es als plausibel, dass eine Seite die Durchführung eines Erstschlages erwägen würde, wenn sie zur Überzeugung gelangt sei, das Führungssystem der anderen Seite mit Erfolg ausschalten zu können.
- Die UdSSR unternahm aus diesem Grund Schritte zur Sicherstellung ihrer Fähigkeit zur nuklearen Vergeltung, falls ihre Führung durch einen Überraschungsangriff ausgeschaltet würde. Und das System Perimetr wurde im Januar 1985 in Dienst gestellt. Und steht auch aktuell Russland zum Soforteinsatz, als potenzielle Abschreckung (neben Oreshnik) zur Verfügung.
- Wovon die Eurochihuahuas anscheinend keine Ahnung haben, nicht der ehemalige Obergefreite Pistoius (nun Verteidigungsminister) wohl auch nicht Blackrock-Merz, Kiesewetter und all den Panzertonis und Feldhaubitzen, die zum Krieg gegen Russland blasen oder ihn per Ukraine nach Rußland tragen wollen.
Im Jahr 2011 bestätigte der Kommandeur der Strategischen Raketenstreitkräfte (RVSN), Sergei Karakajew, in einem Interview mit der Komsomolskaja Prawda , dass das System existiere und im Kampfeinsatz sei. - Laut Wladimir Jarynitsch, einem der Entwickler von „Perimeter“, diente das System als Versicherung gegen übereilte Entscheidungen der obersten Führungsriege des Landes auf der Grundlage unbestätigter Informationen.
- Im Kampfeinsatz signalisieren die automatisch startenden Interkontinentalraketen - aktuell vom Typ Topol-M im europäischen Teil des Landes und im Fernen Osten, die über russisches Territorium fliegen, den Start von Raketen, die einen Angriff eines wahrscheinlichen Feindes überstanden haben.
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Bild1: "Topol-M" Bildquelle: Vitaly Kuzmin
Und nachfolgend der Bericht von www1.ru, der führenden Technik-Webseite im russischen Internet, angetreten - klar, umfassend und fachlich kompetent über technologische Entwicklungen, hier das System " Perimetr" zu berichten.
Recherchen von Danwatch und der Sunday Times enthüllten das Ausmaß der Bauarbeiten an Anlage 1335 am Berg Kosvinsky Kamen, und der ehemalige Systementwickler Viktor Chalin erklärte, das modernisierte System sei wieder im Kampfeinsatz.
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Bild 2
„Perimeter“ ist ein sowjetisches Backup-Führungssystem für Nuklearstreitkräfte, das während des Kalten Krieges entwickelt wurde, um die Befehlsübermittlung zum Einsatz von Atomwaffen auch dann aufrechtzuerhalten, wenn primäre Kommandozentralen und Kommunikationsleitungen zerstört waren.
- Die Entwicklung begann in den 1970er Jahren, der erste Start einer speziellen Kommandorakete erfolgte im Dezember 1979, und das System wurde im Januar 1985 in Kampfeinsatz versetzt.
- Es war primär als Backup-Kanal für die Befehlsübermittlung an strategische Raketenstreitkräfte konzipiert; gerade wegen seiner Fähigkeit, nach dem Ausfall einzelner Kommandoverbindungen zu funktionieren, wurde es im Westen als „Dead Hand“ bekannt.
Die Anlage 1335 mit dem Codenamen „Grotte“ befindet sich in der Nähe des Dorfes Kytlym im nördlichen Ural. Laut den Ermittlungen waren in Kosvinsky Kamen unterirdische Strukturen, Funkzentralen, Kommunikations- und Lebenserhaltungssysteme sowie Kontrolleinrichtungen für strategische Nuklearstreitkräfte installiert. Die Modernisierung und Erweiterung dieses Komplexes wurde auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion fortgesetzt.
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Bild 3
Die Dimensionen der modernen Infrastruktur werden durch staatliche Beschaffungsdokumente belegt.
- Diese geben Auskunft über rund 22.000 Tonnen Stahl, 56.000 Tonnen Zement und etwa 13.000 Tonnen Sand und Schotter, die für die Anlage beschafft wurden.
- Darüber hinaus fanden die Ermittler spezielle Baumaschinen und Gesteinsbrechanlagen, 600 km Kabel, 14.000 Lampen, 30 Transformatoren, 21 Umspannwerke, 182 Lüftungsanlagen und 95 schwere Baumaschinen.
Die Verbindung der Anlage zum „Perimeter“-System hat eine eigene Geschichte.
- Generalmajor a. D. Viktor Khalin, ein Veteran der Strategischen Raketenstreitkräfte, schrieb, dass er 2005 mit der Entwicklung einer neuen Kontrollverbindung für das System beauftragt wurde, die in Anlage 1335 installiert werden sollte.
- Laut seinen Angaben bestand die Entwicklung 2010 erste Tests, und eine neue Generation des Spezialprodukts wurde 2023 in der Anlage in den Kampfeinsatz genommen.
Gleichzeitig bedarf das Konzept von „Dead Hand“ einer Klarstellung. „Perimeter“ ist keine eigenständige Rakete, die selbstständig einen Atomkrieg auslösen kann, sondern ein Backup-System zur Übermittlung von Befehlen an strategische Streitkräfte - Prophylaxe Enthauptungsschlag.

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Bild 4
Pavel Podvig, ein Atomwaffenforscher und Autor des Projekts „Russische Atomwaffen“, beschreibt es in einer gemeinsamen Untersuchung von The Times/Danwatch in erster Linie als ein Kommunikationssystem, das dazu dient, einen Befehl in einer Situation zu übermitteln, in der herkömmliche Kontrollkanäle zerstört wären Die zentrale Streitfrage betrifft den Automatisierungsgrad.
- Khalin schreibt, die russische Führung habe nach der Modernisierung die technische Fähigkeit erlangt, einen Vergeltungsschlag sowohl automatisiert als auch vollautomatisch durchzuführen.
- Podvig betont die Bedeutung der menschlichen Beteiligung an der Entscheidungsfindung. Daher sollte die Behauptung eines vollautomatischen Nuklearschlags eher als Aussage eines Entwicklungsbeteiligten denn als unabhängig bestätigte Tatsache betrachtet werden.
Die Untersuchung wurde durch neue Daten bereichert, die sich weniger auf "Perimeter" selbst beziehen, sondern vielmehr auf die Modernisierung der Anlage 1335 und Informationen über deren neueste Ausrüstung.
Eine unabhängige Bestätigung dafür, dass das System nach der Einstellung des Betriebs tatsächlich „wieder in Betrieb genommen“ wurde, konnte in öffentlich zugänglichen Quellen nicht gefunden werden: Die verfügbaren Daten deuten eher auf die Fortsetzung des Betriebs und eine Modernisierung hin.