Energiekrise: Wie die EU sehenden Auges die Gaskrise verschärft / Gasmangellage in Deutschland – Was wird zuerst abgeschaltet?


Volker Fuchs 4.2.2026
 

Energiekrise -Wie die EU sehenden Auges die Gaskrise verschärft
Die EU hat beschlossen, ab 2027 den Import von russischem Gas komplett zu verbieten. Dabei hat sie einen Trick angewendet, um Vetos aus Ungarn und der Slowakei zu verhindern, die nun dagegen klagen wollen.
In jedem Fall wird sich die Gas- und Energiekrise in Europa bald noch weiter verschärfen - siehe die Datenlage in Kapitel 1. 
  • Vor dem Hintergrund der sich gerade abzeichnenden Gasmangellage (die deutschen Gasspeicher sind nur noch zu 31,3 Prozent gefüllt, normal wären fast 60 Prozent) hat die EU die Entscheidung getroffen, den Import von russischem Gas ab 2027 komplett zu verbieten, obwohl Russland noch immer einer der größten Gaslieferanten der EU ist.
  • Europa kaufte im Januar das gesamte LNG von Yamal auf. https://oilcapital.ru/news/2026-02-02/evropa-skupila-ves-yamalskiy-spg-v-yanvare-5544077 
  • Nach Angaben der EU kommen 13 Prozent der europäischen Gasimporte aus Russland, wobei Russland beim LNG der zweitgrößte und beim Pipelinegas der drittgrößte Lieferant der EU ist.
Welche Auswirkungen das auf die künftige Gasversorgung und die Strompreise in der EU haben wird, mit welchem Trick die EU dabei ein Veto aus Ungarn und der Slowakei umgangen hat und wie die EU gleichzeitig Augen vor der Umgehung ihrer eigenen Beschränkungen verschließt, die russisches Öl und Gas weiterhin (allerdings teurer) nach Europa bringen, hat ein russischer Experte in der russischen TASS erklärt - siehe die Übersetzung unter Kapitel 2.
Und unter Kapitel 3 erfährt man welche Verbraucher absehbar zuerst abgeschaltet werden, wenn der Gasmangel so weiter geht.
 Kapitelübersicht:
1.) Aktuelle Datenlage Speicherfüllstände Gas: Stand 02.01.2026
2.) Brüssels Täuschung: Die Europäische Union riskiert, ohne Gas dazustehen.
3.) Gasmangellage in Deutschland – Wer wird zuerst abgeschaltet?
 
1.) Aktuelle Datenlage Speicherfüllstände Gas: Stand 02.01.2026
AGSI: REMIT-Speicherdaten https://agsi.gie.eu/ 
Unten das erste Datenblatt mit Angabe der prozentualen Speicherfüllstände vom 1. Januar bis zum  2. Februar 2026 und der Mittelwerte 2017-2020 im Januar und Februar zum Vergleich.
  • Die Abweichung vom Mittel liegt erheblich im Minus noch dazu mit ansteigender Tendenz : 1.Jan / 2. Feb = -19,0 / -24,7 
  • Weiterhin ist der tägliche Rückgang angegeben, der im monatlichen Januarmittel bei -0,8 liegt 
 
Grafische Auswertung der obigen Tabelle 
 
 
2.) Brüssels Täuschung: Die Europäische Union riskiert, ohne Gas dazustehen.
https://tass.ru/opinions/26294915 
Igor Juschkow über die Auswirkungen des vollständigen EU-Verbots russischer Gasimporte und die Rolle der USA dabei.
Igor Juschkow , Experte an der Finanzuniversität und beim Nationalen Energiesicherheitsfonds  30. Januar, 10:30 Uhr

Am 26. Januar veröffentlichte der Rat der Europäischen Union eine Pressemitteilung, in der er seinen Beschluss zu einem vollständigen Verbot russischer Gasimporte bekannt gab. Dieses Verbot gilt ab 2027 sowohl für Pipeline- als auch für Flüssigerdgasimporte (LNG).  
Die Ablehnung russischen Flüssigerdgases war nichts Neues. Sie war bereits im 19. EU-Sanktionspaket vom Oktober 2025 enthalten. Die Zustimmung des EU-Rates zu einem Verbot von Pipelinegasimporten aus Russland kam jedoch für alle überraschend.

Hauptsache ist, dass Sie Ihre Ziele erreichen.

Brüssels Vorgehen in Bezug auf Pipelinegaslieferungen hat eine politische Krise innerhalb der Europäischen Union ausgelöst.

  • Außenpolitische Entscheidungen in der EU werden nur einstimmig getroffen, und Sanktionen fallen unter diese Kategorie. EU-Beamte gingen jedoch davon aus, dass Ungarn und die Slowakei einem Verbot von russischem Pipelinegas nicht zustimmen würden.
  • Daher wurde die Frage den EU-Mitgliedstaaten als innerstaatliche Angelegenheit zur Abstimmung vorgelegt. Im Wesentlichen ging es um die Verabschiedung eines internen Dokuments namens REPowerEU.
  • Dieses 2022 ins Leben gerufene Programm ist ein Plan zur Beendigung der Zusammenarbeit mit Russland im Energiesektor. Zu seinen Bestimmungen gehört ein Verbot von Pipelinegasimporten aus Ungarn.

Es scheint richtig zu sein, dass REPowerEU ein Fahrplan für das Handeln der EU-Länder ist.

  • Andere Bestimmungen dieses Plans – ein Verbot der Einfuhr von russischem Öl auf dem Seeweg, Erdölprodukten und LNG – wurden jedoch durch die Verabschiedung entsprechender Sanktionen in europäisches Recht umgesetzt.
  • Mit anderen Worten: Die Verbote für den Kauf all dieser Energieprodukte wurden nach der einstimmigen Abstimmung für die EU-Länder verbindlich.
  • Nun hat die EU das Verfahren geändert und damit Ungarn und der Slowakei ihr Vetorecht entzogen. Daraufhin reichten diese beiden Länder zwei separate Klagen beim Gerichtshof der Europäischen Union ein, um das Verbot der Pipelinegasimporte aus Russland anzufechten.

Der Kampf zwischen Budapest und Bratislava

Ungarn und die Slowakei stehen in einem starken Wettbewerb.

  • Der Großteil ihres Erdgases wird über die TurkStream-Pipeline aus Russland importiert. Jede Alternative wäre teurer. Schließlich müssten sie LNG auf dem Weltmarkt kaufen, die Ankunft des LNG-Tankers im Küstenland, die Regasifizierung (die Umwandlung von flüssigem in gasförmiges Erdgas) und die Transportkosten der Pipeline bezahlen.
  • Darüber hinaus kooperieren die Slowakei und Ungarn weiterhin mit Russland im Nuklearbereich (Kauf von Kernbrennstoff, Bau des Kernkraftwerks Paks II in Ungarn usw.).   
  • Zuvor hatten diese mitteleuropäischen Länder ihr Recht auf Zusammenarbeit mit Russland im Energiesektor erfolgreich verteidigt.
  • So blockierte beispielsweise Ungarn im Mai 2022 die Verabschiedung des sechsten Pakets antirussischer Sanktionen aufgrund seines vollständigen Verbots von Ölkäufen aus Russland.
  • Das Dokument wurde erst verabschiedet, nachdem der Text dahingehend geändert worden war, dass das Embargo auf Öl beschränkt wurde, das in Tankern transportiert wird. 

2025 kamen Ungarn und die Slowakei Brüssel entgegen und beschlossen ein Verbot russischer LNG-Importe.

  • Sie kaufen zwar kein Flüssiggas direkt, leiden aber dennoch indirekt unter den Beschränkungen. Denn je geringer das Angebot auf dem Markt ist, desto höher ist der Preis an der Börse. Und fast alle langfristigen Verträge in der EU sind an diesen Preis gekoppelt.
  • Budapest und Bratislava hofften daraufhin, dass die EU-Führung den Druck auf sie einstellen würde, Alternativen zu russischen Kohlenwasserstoffen zu suchen. Stattdessen wurden sie von Brüssel schlichtweg getäuscht.
  • Sollten Ungarn und die Slowakei es nicht schaffen, das Verbot von Pipelinegasimporten aus Russland vor Gericht anzufechten, wird nach demselben Verfahren ein Embargo für Pipelineöl und die nukleare Zusammenarbeit verhängt.

Das Risiko, am Ende mit leeren Händen dazustehen.

Auch andere EU-Länder werden unter den neuen Regelungen leiden, da Brüssels Maßnahmen den Gasmarkt auf hohe Preise ausrichten. Darüber hinaus wurden nun auch Strafen festgelegt: Ab 2027 beträgt die Strafe für den Kauf von russischem Gas für europäische Unternehmen 300 % des Transaktionsbetrags und für Einzelpersonen mindestens 2,5 Millionen Euro.

  • Seit Jahrzehnten bekennt sich die Europäische Union zur größtmöglichen Diversifizierung ihrer Energiequellen. Nun verhängt sie ein Einfuhrverbot gegen einen ihrer größten Lieferanten.
  • Selbst in der Pressemitteilung des EU-Rates heißt es, dass Russland 13 % der Gasimporte ausmacht. Russland steht bei den LNG-Lieferungen nach Europa an zweiter Stelle (nach den USA) und bei den Pipelinegaslieferungen an dritter Stelle (nach Norwegen und Algerien).

Die EU setzt, indem sie den Kauf von Gas aus Russland verweigert (LNG wird ab dem 1. Januar vollständig verboten, Pipelinegas ab September 2027), auf steigende LNG-Lieferungen aus den USA und den Ausbau erneuerbarer Energien.

  • In Europa werden jedoch weiterhin Zweifel daran laut, ob es sinnvoll ist, Russland durch die USA als größten Gaslieferanten zu ersetzen. Schließlich erfüllt Moskau trotz des faktischen offenen Konflikts mit dem Westen weiterhin seine vertraglichen Verpflichtungen. Washington hingegen führt regelmäßig Handelskriege, auch gegen Europa.
  • Zudem führten Frost und Schneestürme im Januar in Amerika einerseits zu einem erhöhten US-Gasverbrauch und andererseits zur Stilllegung einiger Produktions- und Exportanlagen für Flüssigerdgas.
  • Infolgedessen verdoppelte sich der Gaspreis an der US-Börse beinahe. Gazprom zwang das Land laut einer Erklärung sogar zum Import von LNG.
  • Sollte die Zahl der LNG-Anlagen künftig unkontrolliert ansteigen, würden die Inlandspreise in den USA durch den Nettoerlös aus dem Export (dem Marktpreis abzüglich der Kosten für Verflüssigung und Transport) bestimmt.
  • In diesem Fall könnte Washington Exportbeschränkungen verhängen, um das Überangebot auf den Inlandsmarkt zurückzuführen und so die Preise zu senken.
  • Europa bliebe derweil ohne russisches und amerikanisches Gas dastehen, für das europäische Behörden die Märkte so sorgfältig geräumt haben.

Umgehungslösungen

Unterdessen wird russisches LNG einfach auf einen anderen Markt abgesetzt – den asiatischen (Naher Osten, Südasien usw.). 

Natürlich wird keiner der anderen LNG-Produzenten und -Lieferanten Europas russisches Gas in seine Mischung aufnehmen. Wir sind schließlich Konkurrenten. Und sie werden Strafen fürchten.

  • Ähnliche Modelle sind jedoch auch mit Pipelinegas möglich, insbesondere in der Türkei. Diese könnte versuchen, als Vermittler für den Weiterverkauf von russischem Gas aufzutreten.
  • Tatsächlich geschieht dies bereits mit russischen Erdölprodukten. So hat sich beispielsweise seit 2022 das aus Russland bezogene Dieselvolumen deutlich erhöht, und der Export von vermeintlich heimischem Diesel in die EU ist um denselben Betrag gestiegen.
  • Bereits im Zeitraum Januar bis August 2024 brach die Türkei ihren bisherigen Importrekord und importierte 12,235 Millionen Tonnen Öl aus Russland, verglichen mit 12 Millionen Tonnen im gesamten Jahr 2022, wie Daten der türkischen Energiemarktregulierungsbehörde (EPDK) belegen.

Die direkte Wiederausfuhr ist verboten; die Türkei argumentiert, dass russischer Diesel im Inland verbraucht werde, wodurch entsprechende Mengen für den Export frei würden. Dasselbe könnte auch für Pipelinegas gelten.

Alles, was durch die beiden Leitungen der Turkish-Stream-Pipeline fließt, bleibt formell für den Inlandsverbrauch bestimmt. Die Mengen, die die Türkei selbst fördert oder beispielsweise aus Aserbaidschan bezieht, gehen jedoch an EU-Länder. Es lässt sich nicht feststellen, welches Gas russisch und welches nicht ist. Daher könnte die Türkei durchaus als Händler auftreten. 

  • Dieses System ist derzeit für bestimmte Länder in Kraft – beispielsweise für Bulgarien, das sich gegen die Umstellung auf das Rubel-System im Jahr 2022 entschieden hat.
  • Es kauft im Wesentlichen die gleichen Mengen, aber jetzt von Händlern (und zu einem höheren Preis) anstatt von Gazprom. 
  • Woher beziehen die Händler dieses Gas? Auch aus Russland. Somit lässt sich diese bewährte Methode auf andere europäische Länder ausweiten. Die EU unternimmt jedenfalls nichts gegen das Dieselsystem. Das stimmt, für Russland wird dies ein weniger gewinnbringender Weg sein

 

3.) Gasmangellage in Deutschland – Wer wird zuerst abgeschaltet?
https://tkp.at/2026/02/02/gasmangellage-in-deutschland-wer-wird-zuerst-abgeschaltet/
2. Februar 2026  von Dr. Peter F. Mayer
Die Situation der Gasvorräte in Deutschland wird langsam dramatisch. Es ist keine Frage mehr ob abgeschaltet wird, sondern lediglich wann und wem der Gashahn abgedreht wird.

  • In den letzten vier Jahren hat sich Europas Umstellung von russischem auf amerikanisches Gas bereits in höheren Energiepreisen niedergeschlagen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie beeinträchtigt und große Volkswirtschaften, allen voran Deutschland, in Richtung Deindustrialisierung getrieben haben.
  • Doch gerade jetzt, wo Brüssel die endgültige Verabschiedung eines vollständigen Verbots für russisches Gas bis zum Jahresende feiert, wird sich die Lage noch erheblich verschlechtern.
  • Vorige Woche stiegen die Gaspreise in den USA um rund 70 % und erreichten damit den höchsten Stand seit drei Jahren. Diese Preisspitzen werden sich direkt in höheren Gas- und Stromkosten in Europa niederschlagen – und das in einem der kältesten Winter seit Jahren und zu einer Zeit, in der Millionen Europäer sich bereits keine angemessene Heizung leisten können.
  • Demnächst aber wird es nicht einmal mehr eine Frage des Leistens sein, sondern nur mehr des „Bekommens“. Zumindest in Deutschland, deren Energiepolitik noch radikaler idiotisch ist, als die der EU.

Energieexperte Stefan von Outdoor Chiemgau hat sich die aktuelle und potenzielle Gasmangellage in Deutschland genauer angesehen und die Auswirkungen auf den Alltag und die Industrie sowie den Notfallplan Erdgas der Bundesrepublik Deutschland analysiert:

1. Aktuelle Lage der Gasspeicher

  • Kritischer Füllstand: Die Gasspeicherfüllstände in Deutschland liegen deutlich unter den Prognosen und den ehemals als „stabil“ definierten Grenzwerten. Zum 28. Januar lagen die Speicher bei 34%, voraussichtlich bei 32% zum 31. Januar, während 40% als kritische Schwelle für den 1. Februar gelten.

  • Risiko für den nächsten Winter: Selbst wenn der aktuelle Winter überstanden wird, ist die Wiederbefüllung für den nächsten Winter eine große Herausforderung, da die Kriterien für Mindestfüllstände gesenkt wurden.

2. Der Notfallplan Erdgas für Deutschland Der Plan unterteilt sich in drei Stufen:

  • Frühwarnstufe: Ausgerufen bei langfristiger Unterdeckung der Gasversorgung, primär Fokus auf Berichtspflichten und Beratungen.

  • Alarmstufe (Stufe 2): Tritt bei einer Störung der Gasversorgung oder außergewöhnlich hoher Nachfrage ein, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Versorgungslage führt. Der Markt kann die Situation jedoch noch eigenständig bewältigen. Indikator hierfür sind langanhaltende, sehr niedrige Gasspeicherfüllstände.

  • Notfallstufe (Ultima Ratio): Wird ausgerufen, wenn die Energieversorgung unmittelbar gefährdet oder gestört ist und normale Maßnahmen nicht ausreichen.

3. Zuständigkeiten und Maßnahmen bei Gasmangel

  • Bundesnetzagentur als Bundeslastverteiler: Hat die Aufgabe, den lebenswichtigen Gasbedarf zu decken, Gas zu beschaffen und den Verbrauch zu reduzieren.

  • Kein fester Abschaltplan: Entscheidungen sind Einzelfallentscheidungen und hängen von vielen Parametern ab (Speicherfüllstände, Wetter, europäischer Bedarf). Es gibt keine abstrakte Reihenfolge.

4. Kategorien von Gasverbrauchern und mögliche Maßnahmen

  • Nicht geschützte Letztverbraucher: Hauptsächlich die Industrie. Hier können Reduzierungen oder Abschaltungen angeordnet werden. Eine Reduzierung führt oft zur faktischen Abschaltung, da der Betrieb mit geringeren Gasmengen nicht aufrechterhalten werden kann.

  • Geschützte Letztverbraucher: Haushalte, kleinere Firmen, Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser, Arztpraxen, Betriebe von Gas-/Stromnetzen, Stromversorger, Pflegeeinrichtungen, Altenheime, THW, Feuerwehr, Polizei, Justizvollzugsanstalten, NATO, Bundeswehr, Fernwärmeanlagen. Sie machen etwa die Hälfte des Gasverbrauchs aus.

    • Komfortkürzungen: Auch bei geschützten Verbrauchern sind Reduzierungen möglich, beispielsweise durch die Abschaltung nicht lebensnotwendiger Einrichtungen wie Schwimmbäder oder Skilifte. Dies würde auch den Stromverbrauch reduzieren, der oft mit Gas produziert wird.

    • Brownouts: Im Worst-Case-Szenario könnten Teilnetze der Stromversorgung abgeschaltet werden, um Lasten zu reduzieren (z.B. stundenweise Stromabschaltung).

5. Studie von Prognos für die Bundesnetzagentur: Priorisierung nicht geschützter Sektoren Die Studie untersucht nicht geschützte Produktionsbereiche nach deren Bedeutung für die Gesellschaft und ihre Abhängigkeit von Gas:

  • Bedeutungsgrad: Wie wichtig ist ein Sektor als Vorleistung für andere essenzielle Produkte (z.B. Verpackungsmaterial für Lebensmittel)?

  • Komplexitätsindex: Wie stark wirkt sich die Abschaltung eines Sektors auf andere Wirtschaftsbereiche aus (z.B. Kunststoffproduktion ist kritisch, da in fast allen Produkten enthalten)?

  • Lebenswichtiger Bedarf vs. nicht lebenswichtiger Bedarf: Innerhalb der „geschützten“ und „nicht geschützten“ Gruppen wird zwischen lebenswichtigen und nicht lebenswichtigen Bedarfen unterschieden (z.B. Prozessgas für eine Anlage, dessen Unterbrechung Millionenschäden verursacht, ist lebenswichtig).

  • Ausländische Bezugsquellen: Verfügbarkeit von Importen als Alternative zur heimischen Produktion.

6. Industrien, die voraussichtlich zuerst abgeschaltet werden Sektoren mit geringem Bedeutungs- und Komplexitätsgrad sowie geringem Gasverbrauch werden zuerst betroffen sein:

  • Aluminium, Büromaschinen, Computer, Immobiliendienstleistungen, Edelmetalle, Elektronische Geräte, Gießereien, Gummi-/Kunststoffprodukte (solange nicht vorleistungsrelevant), Hoch-/Tiefbau, Holz, Kork, Keramische Güter, Kokereien, Kommunikationsgeräte, Kupfer, Leder, Möbel, Natursteinförderung, Sonstige Metalle, Tabak, Textilien, Zement, Ziegel, Fliesen, Baukeramik.

7. Gesamteinschätzung und Ausblick

  • Die Einsparungen durch die Abschaltung weniger wichtiger Industrien sind oft gering. Bei einer schweren Mangellage könnten auch Sektoren mit höherer Bedeutung betroffen sein.

  • Eine Gasmangellage würde einen massiven Schlag für die deutsche Industrie bedeuten, da sie nicht nur mit teurer und instabiler Stromversorgung, sondern auch mit unsicherer Gasversorgung konfrontiert wäre. Dies könnte die Verlagerung von Industrien ins Ausland beschleunigen.

20 % Füllstand bedeutet weniger Gasfluss

Zusätzlich zu dem was Stefan im Video unten erkärt, besteht das Risiko einer geringen Speicherkapazität nicht nur darin, dass die Gasmoleküle „ausgehen“, sondern vielmehr in einem Verlust des Systemdrucks.

  • Gasspeicheranlagen benötigen eine bestimmte Menge an „Puffergas“, um den Druck aufrechtzuerhalten, der erforderlich ist, um Gas in die Pipelines zu drücken.
  • Wenn der Speicherstand zu niedrig wird, verlangsamt sich die Geschwindigkeit, mit der Gas entnommen werden kann. Aus diesem Grund muss die Regierung frühzeitig eingreifen, um die Nachfrage zu steuern.

In fast jedem realistischen Szenario mit einem Speicherfüllstand von 20 %, der mittlerweile unvermeidbar scheint, muss die Regierung die Industrie zur Stilllegung zwingen, um die Versorgung von Haushalten, Schulen und Notfalldiensten sicherzustellen. Die Hauptfolge eines Speicherfüllstands von 20 % ist ein schwerer wirtschaftlicher Schlag.

  • Dies ist zum großen Teil die Folge der ideologisch unsinnigen Einführung der radikalen Energiewende in Deutschland: der Umstellung auf unzuverlässige Energie und solche, die dann am wenigsten verfügbar ist, wenn sie am meisten gebraucht wird.
  • Was erschwerend hinzu kommt ist das fundamentale Unverständnis in EU und Deutschland über den Klimawandel: Es wird nicht kontinuierlich wärmer bis zum Jahr 2100, sondern das Klima gehorcht Zyklen und im Vorjahr hat der Zyklus begonnen, der sinkende Durchschnittstemperaturen bringt.
  • Nachweis Temperaturrückgang siehe den  FuVo-UAH-Monitor Dez 2025  https://www.volkerfuchsputzbrunn.de/2026/klima/fuvo-uah-monitor-dez-2025
Hinter der Agenda steht aber der Klimabetrug, eingeleitet von den Oligarchen wie Rockefeller und Co, wie hier beschrieben: Der Klimabetrug: Vom Petrodollar zum Kohlenstoffdollar

Aber nun zu Stefan: Gasmangellage - Wer wird zuerst abgeschaltet? - Notfallplan Gas Bundesrepublik
https://www.youtube.com/watch?v=iLQfIZbrmC8 

 Übrigens wird zusätzlich in der EU eifrigst am Abbau der Gasverteilnetze gearbeitet:

Massiver Abbau der Gas-Verteilnetze wegen EU-Verordnungen geplant

Städte wie Mannheim wollen Gasnetz bis 2035 komplett killen

 

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