Brüssels Vorgehen in Bezug auf Pipelinegaslieferungen hat eine politische Krise innerhalb der Europäischen Union ausgelöst.
Es scheint richtig zu sein, dass REPowerEU ein Fahrplan für das Handeln der EU-Länder ist.
Ungarn und die Slowakei stehen in einem starken Wettbewerb.
2025 kamen Ungarn und die Slowakei Brüssel entgegen und beschlossen ein Verbot russischer LNG-Importe.
Auch andere EU-Länder werden unter den neuen Regelungen leiden, da Brüssels Maßnahmen den Gasmarkt auf hohe Preise ausrichten. Darüber hinaus wurden nun auch Strafen festgelegt: Ab 2027 beträgt die Strafe für den Kauf von russischem Gas für europäische Unternehmen 300 % des Transaktionsbetrags und für Einzelpersonen mindestens 2,5 Millionen Euro.
Die EU setzt, indem sie den Kauf von Gas aus Russland verweigert (LNG wird ab dem 1. Januar vollständig verboten, Pipelinegas ab September 2027), auf steigende LNG-Lieferungen aus den USA und den Ausbau erneuerbarer Energien.
Unterdessen wird russisches LNG einfach auf einen anderen Markt abgesetzt – den asiatischen (Naher Osten, Südasien usw.).
Natürlich wird keiner der anderen LNG-Produzenten und -Lieferanten Europas russisches Gas in seine Mischung aufnehmen. Wir sind schließlich Konkurrenten. Und sie werden Strafen fürchten.
Die direkte Wiederausfuhr ist verboten; die Türkei argumentiert, dass russischer Diesel im Inland verbraucht werde, wodurch entsprechende Mengen für den Export frei würden. Dasselbe könnte auch für Pipelinegas gelten.
Alles, was durch die beiden Leitungen der Turkish-Stream-Pipeline fließt, bleibt formell für den Inlandsverbrauch bestimmt. Die Mengen, die die Türkei selbst fördert oder beispielsweise aus Aserbaidschan bezieht, gehen jedoch an EU-Länder. Es lässt sich nicht feststellen, welches Gas russisch und welches nicht ist. Daher könnte die Türkei durchaus als Händler auftreten.
3.) Gasmangellage in Deutschland – Wer wird zuerst abgeschaltet?
https://tkp.at/2026/02/02/gasmangellage-in-deutschland-wer-wird-zuerst-abgeschaltet/
2. Februar 2026 von Dr. Peter F. Mayer
Die Situation der Gasvorräte in Deutschland wird langsam dramatisch. Es ist keine Frage mehr ob abgeschaltet wird, sondern lediglich wann und wem der Gashahn abgedreht wird.
Energieexperte Stefan von Outdoor Chiemgau hat sich die aktuelle und potenzielle Gasmangellage in Deutschland genauer angesehen und die Auswirkungen auf den Alltag und die Industrie sowie den Notfallplan Erdgas der Bundesrepublik Deutschland analysiert:
1. Aktuelle Lage der Gasspeicher
Kritischer Füllstand: Die Gasspeicherfüllstände in Deutschland liegen deutlich unter den Prognosen und den ehemals als „stabil“ definierten Grenzwerten. Zum 28. Januar lagen die Speicher bei 34%, voraussichtlich bei 32% zum 31. Januar, während 40% als kritische Schwelle für den 1. Februar gelten.
Risiko für den nächsten Winter: Selbst wenn der aktuelle Winter überstanden wird, ist die Wiederbefüllung für den nächsten Winter eine große Herausforderung, da die Kriterien für Mindestfüllstände gesenkt wurden.
2. Der Notfallplan Erdgas für Deutschland Der Plan unterteilt sich in drei Stufen:
Frühwarnstufe: Ausgerufen bei langfristiger Unterdeckung der Gasversorgung, primär Fokus auf Berichtspflichten und Beratungen.
Alarmstufe (Stufe 2): Tritt bei einer Störung der Gasversorgung oder außergewöhnlich hoher Nachfrage ein, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Versorgungslage führt. Der Markt kann die Situation jedoch noch eigenständig bewältigen. Indikator hierfür sind langanhaltende, sehr niedrige Gasspeicherfüllstände.
Notfallstufe (Ultima Ratio): Wird ausgerufen, wenn die Energieversorgung unmittelbar gefährdet oder gestört ist und normale Maßnahmen nicht ausreichen.
3. Zuständigkeiten und Maßnahmen bei Gasmangel
Bundesnetzagentur als Bundeslastverteiler: Hat die Aufgabe, den lebenswichtigen Gasbedarf zu decken, Gas zu beschaffen und den Verbrauch zu reduzieren.
Kein fester Abschaltplan: Entscheidungen sind Einzelfallentscheidungen und hängen von vielen Parametern ab (Speicherfüllstände, Wetter, europäischer Bedarf). Es gibt keine abstrakte Reihenfolge.
4. Kategorien von Gasverbrauchern und mögliche Maßnahmen
Nicht geschützte Letztverbraucher: Hauptsächlich die Industrie. Hier können Reduzierungen oder Abschaltungen angeordnet werden. Eine Reduzierung führt oft zur faktischen Abschaltung, da der Betrieb mit geringeren Gasmengen nicht aufrechterhalten werden kann.
Geschützte Letztverbraucher: Haushalte, kleinere Firmen, Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser, Arztpraxen, Betriebe von Gas-/Stromnetzen, Stromversorger, Pflegeeinrichtungen, Altenheime, THW, Feuerwehr, Polizei, Justizvollzugsanstalten, NATO, Bundeswehr, Fernwärmeanlagen. Sie machen etwa die Hälfte des Gasverbrauchs aus.
Komfortkürzungen: Auch bei geschützten Verbrauchern sind Reduzierungen möglich, beispielsweise durch die Abschaltung nicht lebensnotwendiger Einrichtungen wie Schwimmbäder oder Skilifte. Dies würde auch den Stromverbrauch reduzieren, der oft mit Gas produziert wird.
Brownouts: Im Worst-Case-Szenario könnten Teilnetze der Stromversorgung abgeschaltet werden, um Lasten zu reduzieren (z.B. stundenweise Stromabschaltung).
5. Studie von Prognos für die Bundesnetzagentur: Priorisierung nicht geschützter Sektoren Die Studie untersucht nicht geschützte Produktionsbereiche nach deren Bedeutung für die Gesellschaft und ihre Abhängigkeit von Gas:
Bedeutungsgrad: Wie wichtig ist ein Sektor als Vorleistung für andere essenzielle Produkte (z.B. Verpackungsmaterial für Lebensmittel)?
Komplexitätsindex: Wie stark wirkt sich die Abschaltung eines Sektors auf andere Wirtschaftsbereiche aus (z.B. Kunststoffproduktion ist kritisch, da in fast allen Produkten enthalten)?
Lebenswichtiger Bedarf vs. nicht lebenswichtiger Bedarf: Innerhalb der „geschützten“ und „nicht geschützten“ Gruppen wird zwischen lebenswichtigen und nicht lebenswichtigen Bedarfen unterschieden (z.B. Prozessgas für eine Anlage, dessen Unterbrechung Millionenschäden verursacht, ist lebenswichtig).
Ausländische Bezugsquellen: Verfügbarkeit von Importen als Alternative zur heimischen Produktion.
6. Industrien, die voraussichtlich zuerst abgeschaltet werden Sektoren mit geringem Bedeutungs- und Komplexitätsgrad sowie geringem Gasverbrauch werden zuerst betroffen sein:
Aluminium, Büromaschinen, Computer, Immobiliendienstleistungen, Edelmetalle, Elektronische Geräte, Gießereien, Gummi-/Kunststoffprodukte (solange nicht vorleistungsrelevant), Hoch-/Tiefbau, Holz, Kork, Keramische Güter, Kokereien, Kommunikationsgeräte, Kupfer, Leder, Möbel, Natursteinförderung, Sonstige Metalle, Tabak, Textilien, Zement, Ziegel, Fliesen, Baukeramik.
7. Gesamteinschätzung und Ausblick
Die Einsparungen durch die Abschaltung weniger wichtiger Industrien sind oft gering. Bei einer schweren Mangellage könnten auch Sektoren mit höherer Bedeutung betroffen sein.
Eine Gasmangellage würde einen massiven Schlag für die deutsche Industrie bedeuten, da sie nicht nur mit teurer und instabiler Stromversorgung, sondern auch mit unsicherer Gasversorgung konfrontiert wäre. Dies könnte die Verlagerung von Industrien ins Ausland beschleunigen.
Zusätzlich zu dem was Stefan im Video unten erkärt, besteht das Risiko einer geringen Speicherkapazität nicht nur darin, dass die Gasmoleküle „ausgehen“, sondern vielmehr in einem Verlust des Systemdrucks.
In fast jedem realistischen Szenario mit einem Speicherfüllstand von 20 %, der mittlerweile unvermeidbar scheint, muss die Regierung die Industrie zur Stilllegung zwingen, um die Versorgung von Haushalten, Schulen und Notfalldiensten sicherzustellen. Die Hauptfolge eines Speicherfüllstands von 20 % ist ein schwerer wirtschaftlicher Schlag.
Aber nun zu Stefan: Gasmangellage - Wer wird zuerst abgeschaltet? - Notfallplan Gas Bundesrepublik
https://www.youtube.com/watch?v=iLQfIZbrmC8
Übrigens wird zusätzlich in der EU eifrigst am Abbau der Gasverteilnetze gearbeitet:
Massiver Abbau der Gas-Verteilnetze wegen EU-Verordnungen geplant
Städte wie Mannheim wollen Gasnetz bis 2035 komplett killen
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