Hintergrund ist der Konflikt mit den USA um die Ansprüche von Präsident Trump auf das zu Dänemark gehörende Grönland.
(Kapitel 2) Trump hatte in einem beispiellosen Schritt am Samstag unter
Verweis auf den Konflikt zusätzliche Zölle ab Februar gegen Deutschland
und die anderen sieben Staaten angekündigt – alle von ihnen
Nato-Länder.
Anstoß nahm Trump an deren gemeinsamer militärischer Erkundungsmission auf Grönland. Die 15 beteiligten Bundeswehr-Soldaten wurden nach offiziellen Angaben inzwischen wieder zurückbeordert.
"Für niemanden eine Bedrohung"
In der gemeinsamen Erklärung der acht Staaten hieß es:
- "Als Alliierte der Nato sind wir der Stärkung der Sicherheit in der Arktis verpflichtet. Dies ist ein gemeinsames transatlantisches Interesse."
- Die von Dänemark koordinierte Übung "Arctic Endurance" sei eine Antwort auf die Notwendigkeit größerer Sicherheit in der Arktis. "Die Übung stellt für niemanden eine Bedrohung dar", erklärten die acht Länder.
- Und weiter: "Wir stehen in voller Solidarität an der Seite des Königreichs Dänemark und der Bevölkerung Grönlands. Aufbauend auf dem letzte Woche begonnenen Prozess sind wir bereit, in einen Dialog einzutreten, auf Grundlage der Prinzipien der Souveränität und territorialen Integrität.
- Wir stehen fest zu diesen Prinzipien."
Meloni hat bereits mit Trump telefoniert
Ähnlich hatte sich Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni
bereits ähnlich geäußert. Auch sie hatte vor einer Eskalation gewarnt.
Offensichtlich gebe es zwischen den USA und den europäischen Ländern ein
Kommunikationsproblem,
sagte die rechte Regierungschefin bei einem Besuch in Südkoreas
Hauptstadt Seoul. Jetzt sei es notwendig, "den Dialog wieder aufzunehmen
und eine Eskalation zu vermeiden".
- Meloni bezeichnete die neuesten Zolldrohungen des US-Präsidenten,
der Grönland für die USA beansprucht, als Fehler. Die Entsendung von
Soldaten durch acht andere europäische Länder zu einer Erkundungsmission
auf die dänische Insel sei nicht gegen die USA gerichtet.
- Dies
dürfe nicht als "anti-amerikanisch" interpretiert werden. Die
Ministerpräsidentin berichtete, dass sie deshalb selbst mit Trump
telefoniert habe. "Ich glaube, dass es in dieser Phase sehr wichtig ist,
miteinander zu sprechen."
Der
US-Präsident will die zum Königreich Dänemark gehörende Insel den USA
einverleiben – was die europäischen Nato-Partner vehement ablehnen.
Unter Verweis auf den Konflikt um Grönland hatte Trump zusätzliche Zölle
gegen Deutschland und sieben weitere europäische Staaten angekündigt.
(siehe unten 2.1)
Sie
sollen gelten, bis ein Abkommen über den Verkauf der zu Dänemark
gehörenden Insel an die USA erzielt ist. Ab dem 1. Februar sollen
demnach 10 Prozent für in die USA gesendete Waren fällig werden, ab dem
1. Juni 25 Prozent. (dpa/afp/bearbeitet von thp)
2.) Schreiben Trump auf TRUTH zu Grönland vom 17.01.2026 - Er führt gegen sechs EU-Länder Strafzölle ein und droht Kanada
Trump führt wegen Grönland Strafzölle gegen EU-Länder ein und droht Kanada - nun muß die EU Farbe bekennen.
- Trump hat Zölle gegen die EU-Staaten eingeführt, die sich in der Grönland-Frage an die Seite Dänemarks gestellt und Soldaten nach Grönland geschickt haben. Außerdem hat Trump ziemlich offen angedeutet, auch Kanada annektieren zu wollen.
- US-Präsident
Trump hat auf TruthSocial einen langen Post veröffentlicht, in dem er
Strafzölle für alle europäischen Länder ankündigt, die Dänemark in der
Grönland-Frage unterstützen.
- Genannt sind Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland.
- Der Strafzoll soll zunächst eine Höhe von 10%, ab Juni 25% und so lange gelten, bis die Übernahme Grönlands durch die USA abgeschlossen ist.
- Nachfolgend das Schreiben von Trump in deutscher Übersetzung
Nach
Jahrhunderten ist es nun an der Zeit, dass Dänemark etwas zurückgibt -
der Weltfrieden steht auf dem Spiel!! China und Russland beanspruchen
Grönland für sich, und Dänemark kann nichts dagegen tun.
- Sie
haben derzeit zwei Hundeschlitten zu ihrem Schutz, einer davon wurde
kürzlich hinzugefügt. Nur die Vereinigten Staaten von Amerika unter
Präsident Donald J. Trump können in diesem Spiel mitmischen, und zwar
mit großem Erfolg! Niemand wird dieses heilige Stück Land anrühren,
insbesondere da die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten und der
gesamten Welt auf dem Spiel steht.
Darüber
hinaus sind Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, das
Vereinigte Königreich, die Niederlande und Finnland aus unbekannten Gründen nach Grönland gereist.
- Dies ist eine sehr gefährliche Situation für die Sicherheit und das Überleben unseres Planeten.
- Diese Länder, die dieses gefährliche Spiel spielen, setzen ein nicht tragbares und nicht nachhaltiges Risiko aufs Spiet.
- Daher ist es unerlässlich, zum Schutz des Weltfriedens und der globalen Sicherheit entschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um diese potenziell gefährliche Situation schnell und unmissverständlich zu beenden.
Ab dem 1. Februar 2026 wird für alle oben genannten Länder (Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Finnland) ein Zoll von 10 % auf sämtliche in die Vereinigten Staaten von Amerika gelieferten Waren erhoben.
- Am 1. Juni 2026 erhöht sich der Zoll auf 25 %. Dieser Zoll ist so lange fällig und zu entrichten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf Grönlands erzielt ist.
Die Vereinigten Staaten bemühen sich seit über 150 Jahren um diese Transaktion. Viele Präsidenten haben es versucht, und das aus gutem Grund, doch Dänemark hat sich stets geweigert,
- Angesichts der „Goldenen Kuppel" und moderner Waffensysteme, sowohl offensiver als auch defensiver Art, ist der Erwerb Grönlands nun besonders dringlich, Hunderte
Milliarden Dollar werden derzeit für Sicherheitsprogramme im
Zusammenhang mit „The Dome" ausgegeben., unter anderem zum möglichen
Schutz Kanadas.
- Dieses hochentwickelte, aber äußerst komplexe System kann sein volles Potenzial und seine maximale Effizienz nur dann entfalten, wenn Kanada einbezogen wird.
- Die
Vereinigten Staaten von Amerika sind sofort bereit, mit Dänemark
und/oder allen anderen Ländern, die trotz unserer jahrzehntelangen
Bemühungen um ihren Schutz so viel aufs Spiel gesetzt haben,
Verhandlungen aufzunehmen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
DONALD J. TRUMP PRÄSIDENT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA 17. Januar 2026 17:19 Uhr
Was
die ersten Medienberichte, die diese neuen Zölle gegen europäische
Länder melden, noch nicht sagen, ist, dass Trump hier auch seine Drohung
gegen Kanada, auch das Land an die USA anschließen zu wollen,
wiederholt hat.
Er
weist darauf hin, dass er Kanada für seinen „Golden Dome“ brauche und
wie das Beispiel Grönland zeigt, reicht es ihm offenbar nicht aus, dass
die Länder den USA erlauben, die entsprechenden Basen für den „Golden
Dome“ bei ihnen zu bauen, sondern er will die Länder annektieren.
- Trump meint die Drohungen gegen Grönland ernst und er wird Grönland bekommen, weil die Europäer das nicht verhindern können. Die Details können Sie hier nachlesen (1)
- Was
das für Kanada bedeutet, werden wir sehen, denn Kanada gegen dessen
Willen zu annektieren, wird weitaus schwieriger als bei Grönland. Über
Trumps Annexionsfieber gibt es auf TheCradle einen sehr interessanten
Artikel (2).
Zerlegt sich die EU?
Nun wird es interessant, wie die Europäer auf diese Zölle reagieren, denn sie haben durchaus das Potenzial, die EU zu sprengen.
- In der EU herrscht in der Grönland-Frage nämlich keineswegs Einigkeit. Während sich die von Trump nun mit Strafzöllen belegten Länder an die Seite Dänemarks gestellt und sogar demonstrativ militärische Vorauskommandos nach Grönland geschickt haben, haben die meisten EU-Staaten sich daran nicht beteiligt.
- Der italienische Verteidigungsminister verglich diese Vorauskommandos sogar mit einem Witz nach dem Motto „treffen sich 15, Deutsche, 15 Finnen, 15 Franzosen…“
Die
EU-Kommission hat sich bisher mit relativ nichtssagenden Erklärungen
zur Grönland-Frage geäußert, in der sie die üblichen Phrasen von der
Achtung der territorialen Integrität Dänemarks wiederholt hat und so
weiter. Aber aus Brüssel kam bisher nichts Konkretes.
- Es ist keineswegs unwahrscheinlich, dass in der EU nun alte Streitigkeiten neu ausbrechen.
- Die polnische Regierung ist bekanntlich keineswegs Deutschland-freundlich und würde sich über eine Schwächung Deutschlands freuen.
- Truppen nach Grönland schicken wollte sie auch nicht, weshalb man sich in Warschau über einen Streit zwischen Berlin und Washington freuen und sich auf die Seite der USA stellen dürfte.
- Und das ist nur ein Beispiel für in der EU nun wohl anstehende Machtkämpfe und gegenseitige Sticheleien.
Derzeit soll die EU Verhandlungen mit den USA über Handelsfragen führen.
- Es geht dabei um die Einigung, die Trump und von der Leyen vor einigen Monaten in Schottland erzielt haben, laut der die EU im Handel mit den USA einseitig Zölle zahlen soll.
- Die
laufenden Verhandlungen bedeuten, dass die EU-Kommission sich nun
schnell positionieren muss und nicht auf Zeit spielen kann.
- Immerhin
bedeutet die Verhängung von Zöllen gegen einzelne EU-Staaten einen
Angriff auf die EU-Kommission, die in der EU für Handelsfragen zuständig
ist.
Und
das bedeutet auch einen Angriff auf die Einigkeit in der EU, denn wenn
die betroffenen Länder bei Trumps Strafzöllen Solidarität der anderen
EU-Länder einfordern, könnte das zu einem sehr schwerwiegenden Streit in der EU
und zu einer offenen Spaltung führen, weil die Länder, die an dem
Alleingang der Truppenentsendung nach Grönland nicht beteiligt waren,
kaum die Rechnung dafür zahlen wollen.
- Trump spaltet hier also die EU, und das dürfte er sehr bewusst tun, weil er die EU als das wohl größte Problem Europas bezeichnet und sicher nicht traurig wäre, wenn sich dieser Block im Streit zerlegt.
- Angesichts
der immer sichtbarer werdenden Spaltung der EU in der Ukraine-Frage und
nun auch in der Grönland-Frage ist so ein Szenario keineswegs
ausgeschlossen.
- Wie man seit Jahresbeginn, also seit Trumps Venezuela-Coup, ständig sehen kann, wird das Jahr 2026 für die EU (und wohl auch für die NATO) ein sehr schlimmes Jahr werden.
- "Das zeigt sich schon jetzt, und wir haben erst Mitte Januar", schreibt der Antispiegel.
(2) Von Grönland bis Kanada: Trumps Annexionsfieber