Ich habe aus quasi erster Hand Informationen über die hinter den Kulissen laufenden Verhandlungen zwischen den USA, den arabischen Staaten und dem Iran bekommen, die einiges von dem, was derzeit passiert – vor allem Trumps wirr erscheinende Posts und Aussagen – erklärt. Bevor
ich dazu komme, will ich zuerst erklären, woher ich diese Informationen
habe, da ich mich nur selten und nur sehr ungern auf ungenannte Quellen
berufe. Aber in diesem Fall geht es nicht anders.
Meine Quelle
Zum
Journalismus gehört, dass man Kontakte knüpft und sogenannte
„Hintergrundgespräche“ führt. Dabei spricht man mit Insidern, die einem
Dinge erzählen und erklären, über die man aber nicht schreiben darf.
Dabei entsteht ein wechselseitiges Vertrauensverhältnis, denn als
Journalist kann man mit der Zeit einschätzen, ob die Quelle
vertrauenswürdig ist, weil sich deren Aussagen später entweder
bewahrheiten oder auch nicht, und die Quelle kann einschätzen, ob der
Journalist vertrauenswürdig ist und sich an die abgesprochene
Vertraulichkeit hält.
Bei
solchen Gesprächen bekommt der Journalist (oder Experte, etc.)
Informationen zum Verständnis von Vorgängen, die man zwar als
Hintergrundwissen für seine Analysen benutzen kann, aber über die man
nicht direkt berichten darf. Manchmal kommt es bei solchen Gesprächen
aber vor, dass der Gesprächspartner einem sagt, über dies oder jenes
dürfe man schreiben, wenn man die Quelle nicht nennt.
Das
kennen wir aus deutschen Medien zu Genüge, wenn Hauptstadtjournalisten
über Vorgänge in Berlin berichten und dann beispielsweise schreiben, sie
hätten „aus der Fraktion“ dies oder jenes gehört. Wie so etwas in der
Praxis aussehen kann, konnte man vor viele Jahren sogar mal im Heute
Journal sehen, als Seehofer interviewt wurde und dabei sehr deutlich
gegen CDU-Kollegen ausgeteilt hat, woraufhin der Klaus Kleber sagte,
dass „bei den vorher aufgezeichneten Gesprächen, das, was man vorher und
hinterher sagt, immer interessanter ist, als das Aufgezeichnete“,
woraufhin Seehofer erlaubt hat, seine Aussagen komplett zu senden, was
das Heute Journal dann auch getan hat (zu sehen in diesem Video ab ca. Minute 9).
Ich
erzähle das als Einleitung, weil ich das, worüber ich in diesem Artikel
schreiben werde, auf eine ganz ähnliche Weise erfahren habe. Ich kenne jemanden, der durch einen dummen Zufall von dem weiß, was der Iran derzeit mit den USA und den Arabern verhandelt. Mein Bekannter hat mir eine Menge erzählt, wobei ich leider nicht über alle Details schreiben darf, aber ich darf einen groben Umriss geben, der erklärt, was da gerade abläuft.
Wenn man diese Informationen hat, dann versteht man auch, dass Trump keineswegs verrückt geworden ist,
wie man nach seinen hektischen und teilweise widersprüchlichen Posts
und Aussagen der letzten Tage und Wochen meinen könnte. Die Sache ist
nämlich weitaus komplizierter und es ist nicht einmal klar, ob Trump vollständig und korrekt informiert ist.
Das
Problem ist, dass es derzeit keine offiziellen Kontakte mehr zwischen
dem Iran und den arabischen Staaten – und erst recht nicht zwischen dem
Iran und den USA – gibt.
- Es
gibt viele Beispiele aus der Geschichte, bei denen Geschäftsleute, die
mit beiden Ländern schon Jahre vor der Krise Geschäfte gemacht haben und
daher für beide Seiten vertrauenswürdig waren, zwischen zwei Krieg
führenden oder kurz vor einem Krieg stehenden Ländern als Vermittler
tätig waren, weil diese Geschäftsleute wirklich neutral sind und nicht
im Verdachts standen, politisch parteiisch zu sein.
- Also konnten beide Seiten ihnen vertrauen und so wurden Geschäftsleute immer wieder unfreiwillig zu einer Art Kurier oder Vermittler, die Nachrichten hin und her gebracht haben.
- Nach dem, was ich nun erfahren habe, läuft es im Iran-Krieg derzeit ganz ähnlich und Geschäftsleute, die sowohl mit arabischen Staaten und den USA als auch dem Iran Geschäfte machen, wurden unfreiwillig zu solchen Vermittlern, weil es derzeit keine anderen Kanäle für Kontakte mehr gibt.
- Und so kam es, dass ein Bekannter von mir von einem dieser Geschäftsleute erfahren hat, was derzeit abläuft.
Wie gesagt, wurde ich gebeten, nicht alle Details zu erzählen, aber ich darf einen groben Überblick geben.
Wie gut meine Quelle ist und ob das alles der Wahrheit entspricht,
werden wir in den nächsten Wochen sehen. Aber da ich darüber berichten
darf, tue ich es, auch wenn ich nicht garantieren kann, dass meine
Quelle korrekt informiert wurde. Und diese Informationen würden vieles
erklären, was derzeit unverständlich ist.
Die Machtstrukturen im Iran
Zum Verständnis entscheidend ist, wie die Machtstrukturen im Iran funktionieren.
- Im Iran gibt es mehrere Gruppen, mein Gesprächspartner nannte sie „Clans“, die den Iran – und vor allem die Wirtschaft – quasi unter sich aufgeteilt haben.
- Vor dem Krieg herrschte über all dem der Staatsapparat mit dem greisen religiösen Führer, aber darunter machte sich in den Machtstrukturen immer mehr Unmut breit.
- Mein
Gesprächspartner verglich das mit dem Ende der Sowjetunion, als das
Land von greisen Machthabern beherrscht wurde und die Jüngeren in der
zweiten Reihe darauf warteten, dass ihre Zeit irgendwann kommen möge,
während sie machtlos dem Niedergang der Sowjetunion zuschauen mussten.
Mit
ihren ersten ersten Angriffen, bei denen die USA und Israel einen
großen Teil der iranischen Führungsriege inklusive des religiösen
Führers ermordet haben, haben sie der jüngeren Generation die Tür
geöffnet.
- De facto haben danach Jüngere, also Männer um die 50 Jahre, die aus Armee, Sicherheitskräften und Geheimdiensten kommen, die Macht im Iran übernommen.
- Sie leiten die militärischen Aktionen und führen nun de facto das Land, auch wenn formal der neue religiöse Führer „der Chef“ ist. Aber eben nur formal, zumindest, solange der Krieg andauert und militärische Fragen die wichtigsten sind.
- Diese „jungen Leute“ sind eine neue Generation, deren oberstes Interesse nicht Geld ist, sondern den Iran endlich wieder stark zu machen.
- Sie lassen sich nicht, wie in Venezuela geschehen, mit Versprechungen auf eine politische Zukunft oder Geld kaufen, sondern wollen die USA aus dem Nahen Osten vertreiben und – aus ihrer Sicht im Idealfalle – auch Israel schwächen oder sogar als Staat entfernen, wenn das möglich ist.
- Ihnen geht es dabei darum, dass der Nahe Osten unabhängig werden soll vom Einfluss der USA und Israels,
die – aus ihrer Sicht – die Quelle aller Kriege und Probleme im Nahen
Osten sind. Diese Ziele sind ihnen wichtiger, als alles andere und dem
ordnen sie alles andere unter.
Auch
sie gehören zu Clans, und deren Clans haben nun die Macht im Iran,
nachdem die USA die alte Staatsführung ausgeschaltet haben.
- Die USA und Israel haben damit das Gegenteil von dem erreicht, was sie erreichen wollten, denn diese Führung ist zur Erreichung ihrer Ziele bereit, viel weiter zu gehen, als es die vorherige Führung des Landes war.
- Daher sollte man die iranischen Erklärungen, man würde den Krieg fortsetzen, bis die USA den Nahen Osten verlassen haben, sehr ernst nehmen.
- Ob
sie dazu am Ende stark genug sind, wird sich zeigen, denn die Frage ist
ja auch, wie weit Trump zu gehen bereit ist, aber die Iraner meinen das, meiner Quelle zufolge, vollkommen ernst.
Die Verhandlungen
Wer
Trumps Posts und Aussagen vor Journalisten der letzten Wochen verfolgt
hat, muss das Gefühl bekommen haben, der Mann habe den Verstand
verloren, weil er sich ständig widersprochen hat.
- Mal
wollte er Energieanlagen im Iran angreifen, dann hat er das Stunden
später wieder zurückgenommen, dann redete er davon, es gäbe
Verhandlungen mit dem Iran, die gut laufen würden, während die iranische
Regierung erklärte, es gäbe weder Verhandlungen noch Kontakte, und sie
wisse nicht einmal, mit wem Trump angeblich über war verhandle.
- Mir
wurde gesagt, es gäbe tatsächlich Verhandlungen, allerdings würde die
US-Regierung mit den Clans verhandeln, die früher im Iran durchaus
mächtig gewesen sind, es nun – nach der Ausschaltung der alten Führung –
aber nicht mehr sind.
- Demnach reden die USA über Mittelsmänner mit Leuten, die derzeit kaum etwas zu entscheiden haben, was Trumps widersprüchliche Aussagen erklärt, weil seine Leute ihm etwas über die Verhandlungen erzählen, was mit dem, was dann passiert aber nicht zusammenpasst.
Hinzu kommt immer auch die Frage – das gilt für die meisten Regierungschefs -, wer Trump informiert.
- Sind das beispielsweise die Israel-Lobbyisten in den USA, die den Krieg bis zur Vernichtung des Iran führen wollen und Trump daher erzählen, der Krieg laufe gut?
- Oder sind das Leute aus den Geheimdiensten, die nun eigentlich erklären müssten, wie sie zu den Fehleinschätzungen gekommen sind, der Iran sei in einem schnellen Enthauptungsschlag zu besiegen, und die nun Sündenböcke brauchen?
- Und es gibt noch weitere Gruppierungen in Washington, wer Trump derzeit mit welchen Informationen versorgt, ist nicht klar.
- Präsidenten haben nicht die Zeit, selbst zu recherchieren, sondern bekommen vorbereitete Mappen mit Informationen vorgelegt – und dabei muss man immer auch im Hinterkopf haben, dass die Leute, die die Mappen erstellen, ein Interesse daran haben, dass der Entscheidungsträger dies oder jenes glaubt, damit er die gewollten Entscheidungen trifft.
- Über
dieses Problem haben viele ehemalige Regierungschefs aus dem Westen
nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt berichtet. Ich glaube, es war Helmut Schmidt, der mal gesagt hat, er habe aus diesem Grund irgendwann aufgehört, die Berichte der deutschen Geheimdienste zu lesen.
- Es ist also nicht ganz klar, wie informiert Trump über die tatsächliche Lage ist, zumal die Verhandler in den USA vielleicht noch gar nicht verstanden haben, dass sie über Mittelsmänner mit Leuten verhandeln, die im Iran derzeit wenig zu sagen haben.
- Die tatsächlichen derzeitigen Machthaber im Iran haben nach dem, was mir gesagt wurde, jetzt kein Interesse an Verhandlungen mit den USA, sondern sehen ihre Chance, endlich ihre Maximalziele zu erreichen und die USA aus dem Nahen Osten zu werfen.
Die Araber zwischen den Stühlen
Besonders kompliziert ist offenbar die Position der Araber, die sich irgendwann wohl entscheiden müssen, auf wessen Seite sie stehen, diese Entscheidung bisher aber nicht treffen wollen oder einfach Angst davor haben.
- Laut meiner Quelle gibt es bis hoch in die arabischen Regierungen Zustimmung zu dem iranischen Wunsch, Israel aus dem Nahen Osten zu vertreiben (um hässlichere Formulierungen zu vermeiden).
- Dem Völkermord in Gaza haben sie zwar zugeschaut, aber offenbar mit geballter Faust in der Tasche, weshalb sie insgeheim durchaus Sympathien für den Iran haben, der in dieser Frage aufs Ganze geht.
- Aber die Araber haben sich in den letzten Jahrzehnten kaufen lassen. Sie sind an den Reichtum gewöhnt, den sie unter Schirmherrschaft der USA anhäufen durften, und die finanziellen Verflechtungen mit den USA sind fast schon undurchdringlich, weshalb ein offener Bruch nicht nur für die USA, sondern auch für die arabischen Eliten sehr teuer werden dürfte.
- Außerdem hat die Anwesenheit des US-Militärs dort dazu geführt, dass die arabischen Eliten keine Angst vor Regimechanges
wie dem sogenannten „Arabischen Frühling“ zu haben brauchten, solange
sie den USA gegenüber politisch loyal waren, was wofür sie im Gegenzug
jede Menge Geld verdienen und unter dem Schutz der USA an der Macht
bleiben durften.
- Ein Bruch mit den USA könnte für sie also sehr unangenehme Folgen haben, sowohl finanziell als auch politisch.
Trotzdem, so meine Quelle, ändert sich der Wind nun, denn die Abmachung mit den USA war, dass die USA die Araber beschützen.
- Nun aber sind die USA mit diesem Krieg für sie keine Schutzmacht mehr, sondern die Anwesenheit des US-Militärs in den arabischen Ländern ist zu einer Gefahr für diese Länder geworden.
- Das ist keine neue Erkenntnis, ich habe vor zehn Tagen einen Artikel des Libanon-Korrespondenten der TASS übersetzt, der das im Detail erklärt hat.
- Und ich habe bereits geschrieben, dass die Araber angesichts der Lage darüber nachdenken, ihr Geld aus den USA abzuziehen, weil sie das nach dem Verlust ihrer Einnahmen aus Öl, Gas und Tourismus und zur Reparatur der Kriegsschäden selbst brauchen. Und das war nicht meine Vermutung, sondern darüber hat das Wall Street Journal berichtet.
- Und natürlich würde das bedeuten, dass das Band, das die USA und die Araber verbindet, also das Geld, danach de facto nicht mehr existieren würde, wenn die Araber ihre Investitionen aus den USA abziehen.
- Und das wissen die Araber, wenn sie ihr Geld trotzdem aus dem USA abziehen, dann hat das mehr als nur eine finanzpolitische Bedeutung.
All das hat meine Quelle bestätigt.
- Die Araber versuchen irgendwie zu lavieren. Sie halten die Anwesenheit der US-Truppen in der Region nun nicht mehr für Schutz, sondern für eine Gefahr für sich selbst.
- Sie teilen die Meinung des Iran, dass Israel das größte Problem im Nahen Osten sind und wären (höflich ausgedrückt) nicht unglücklich, wenn der Staat Israel von der Landkarte des Nahen Ostens verschwinden würde.
- Aber sie sind natürlich auch nicht glücklich darüber, dass der Iran ihre Öl- und Gasindustrie beschießt (obwohl
manche arabische Regierung dafür sogar ein gewisses Verständnis äußert,
während sie die iranischen Angriffe trotzdem als inakzeptabel
bezeichnet), und wollen dass der Krieg schnell endet.
Die Araber wollen demnach einen Nahen Osten ohne Israel und die USA, weshalb viele von ihnen heimliche Sympathie für den Iran haben, aber sie fürchten die finanziellen und machtpolitischen Folgen, weshalb sie sich wegducken und versuchen, keine Seite allzu sehr zu verärgern.
- Mein Kontakt vermutet, da ist er sich jedoch nicht sicher, dass die Araber bereits die Fühler nach Moskau ausstrecken, wenn es um die Fragen ihrer künftigen Sicherheit und der Stabilität ihrer Regime geht.
- Daraus
kann man folgern, dass die Araber – zumindest bisher – bereit sind, den
Krieg und seine Folgen zu ertragen, wenn der Iran im Ergebnis seine
Ziele erreicht.
- Um keine Seite total zu verärgern, lassen sie die Angriffe der USA und Israels von ihrem Territorium und unter Nutzung ihres Luftraums daher weiterhin zu, schließen sich den Angriffen auf den Iran aber trotz der iranischen Angriffe auf ihre Öl- und Gasindustrie nicht an.
- Vielleicht
hoffen sie insgeheim, dass der Iran seine Ziele erreicht und sie die
USA loswerden, ohne selbst dafür bestraft zu werden, weil sie den
Machtverlust der USA im Nahen Osten gefördert hätten. Das ist nur meine
Spekulation, aber es gibt kaum eine andere Erklärung dafür, dass sie
sich von den USA und dem Iran ohne Gegenwehr zum Kriegsgebiet machen
lassen.
Der Epstein-Krieg
Viele Kommentatoren nennen den Krieg nicht „Epic Fury“ („epische Wut“), sondern „Epstein Fury“ („Epsteins Wut“), weil der Krieg von den Epstein-Akten abgelenkt hat. Daran ist, zumindest laut meiner Quelle, viel Wahres.
- Zumindest von arabischen Quellen soll geäußert worden sein, dass die israelische Regierung Trump mit der Enthüllung seiner Kontakte zu Epstein gedroht habe. Gleichzeitig wurde Trump in den Kopf gesetzt, der Iran sei ähnlich leicht zu besiegen, wie Venezuela.
- Die
israelische Führung um Netanjahu träumt schon seit Jahrzehnten von
diesem großen Krieg mit dem Iran und nun haben sie mit Trump jemanden
gefunden, der ihnen diesen Wunsch erfüllt hat.
- Das
sei über die Mischung aus Erpressung durch den Fall Epstein und der
Behauptung, der Iran habe den USA nichts entgegenzusetzen, möglich
geworden.
- Für
die Erpressungs-These spricht einiges, denn kurz nach der
Veröffentlichung der Epstein-Akten wurden einige tausend Akten still und
heimlich wieder vom Netz genommen, in denen es wohl auch um Trumps
Verbindungen zu Epstein ging.
- Ich
kenne Leute, die die Akten komplett heruntergeladen haben und nun
nachschauen können, was genau kurz darauf wieder vom Netz genommen
wurde.
Dass es Netanjahu und seine Leute waren, die Trump in den Krieg getrieben haben, wird jedenfalls immer offensichtlicher.
- In
dem USA sagen das immer mehr Leute, darunter auch Insider wie der
gerade zurückgetretene Chef der Antiterrorbehörde Joe Kent, der das im
Interview mit Tucker Carlson unterstrichen hat.
- Dass
dabei ein wenig Druck mit den Epstein-Akten im Spiel war, ist
Spekulation, aber ganz und gar nicht unwahrscheinlich, wenn man sich die
dicke Spur vor Augen führt, die es von Epstein zum israelischen Geheimdienst Mossad gibt.
- Sogar der Spiegel, den ich nun wirklich selten lobend erwähne, hat einen Podcast mit der treffenden Überschrift „Netanyahu hat seinen Dummen gefunden“ veröffentlicht, in dessen Einleitung steht: „Jahrzehntelang
suchte Israels Premier den richtigen US-Präsidenten für diesen Krieg.
Mit Donald Trump hat er ihn gefunden, sagt Korrespondent Thore
Schröder.“
- Das
stimmt sicher, allerdings vermute ich, dass in dem Spiegel-Podcast kein
Wort über Epstein verloren wird. Ich habe ihn mir die 40 Minuten nicht
angehört, die Zeit hatte ich nicht, aber ich bin bereit, darauf zu
wetten, dass der Spiegel die Verbindung zu Epstein nicht mal als
abwegige Theorie erwähnen würde.
Der Krieg
Meine Quelle zitiert einen iranischen Gesprächspartner mit den Worten, der Iran habe diesen Krieg seit 40 Jahren erwartet und sich 40 Jahre lang auf den Tag X, den Angriff der USA und Israels, vorbereitet.
- Wichtige militärische Infrastruktur sei teilweise einen Kilometer tief unter den Bergen gebaut worden und der Iran habe reichlich Raketen und habe bisher vor allem seine alten Raketen verschossen, der Einsatz der neuen Raketen habe gerade erst begonnen.
- Das passt zu einer Meldung der Financial Times, über die ich vor einigen Tagen berichtet habe. Demnach hat der Iran vor einigen Tagen erstmals „hochentwickelte, manövrierfähige Raketen eingesetzt, die US-Patriot-Luftverteidigungssysteme umgehen können“.
- Und auch der Spiegel hat gerade erst berichtet, dass es nicht danach aussieht, als gingen dem Iran die Raketen aus. Die Iraner hätten in den ersten Tagen des Krieges mit über 100 ballistische Raketen pro Tag noch deutlich mehr Geschosse abgefeuert als jetzt, aber deren Zahl habe sich nun „bei etwa 20 eingependelt“ und sinke nicht, sondern bleibe stabil. Hinzu kämen täglich etwa 100 Drohnen aus dem Iran.
Aber den USA und Israel scheint die Luftabwehr auszugehen, wie der Spiegel in dem Artikel auch berichtet hat.
- Am Anfang des Krieges hätten weniger “als fünf Prozent der iranischen Geschosse den Weg ins Ziel gefunden”, jetzt liege die Zahl bei 25 Prozent, und zwar bei steigender Tendenz.
- Als Grund dafür gibt ein vom Spiegel zitierter Experte entweder einen „Mangel an Abfangraketen“
der USA und Israels, oder „eine angepasste Taktik der iranischen
Truppen“ an. „Angepasste Taktik“ ist eine schöne Umschreibung für neue Raketen, die von der amerikanischen und israelischen Luftabwehr nur schwer erreichbar sind.
Wenn all das, was mir meine Quelle gesagt hat, auch nur halbwegs stimmt, dann ist ein schnelles Ende des Krieges unwahrscheinlich.
- Die
heutige iranische Führung wird, das zeigen auch die offiziellen
Erklärungen des Iran, immer selbstbewusster, während Trump sich eine
Niederlage politisch kaum leisten kann.
- Sollte er tatsächlich Bodentruppen schicken, dürfte er eine böse Überraschung erleben, denn ihm würde eine 600.000 Mann starke iranische Armee entgegenstehen, die sich auch auf dieses Szenario seit 40 Jahren vorbereitet hat.
Die Frage wird also sein, welche Seite wie weit zu gehen bereit ist, denn für Trump und Netanjahu geht es in dem Krieg nun um ihr politisches Überleben. Sie brauchen einen Sieg, während der Iran nur durchhalten muss, bis der Preis des Krieges für die US-Regierung so hoch wird, dass sie ihn in den USA selbst nicht mehr vertreten kann.
Quellen:
(1) Seehofer Das können Sie alles senden.flv https://www.youtube.com/watch?v=g0p795eRiMk
(2) Araber enttäuscht von Amerika: Wie die Länder des Nahen Ostens auf die Eskalation reagieren https://tass.ru/opinions/26793317
(3) Zerstört Trump die Vormacht der USA?
Teil 1: Billionen Dollar an Investitionen sind in Gefahr https://anti-spiegel.ru/2026/teil-1-billionen-dollar-an-investitionen-sind-in-gefahr/
(4) »Netanyahu hat seinen Dummen gefunden« https://www.spiegel.de/ausland/irankrieg-netanyahus-plaene-und-die-rolle-von-donald-trump-a-2ce7a2fd-ca5f-4ac7-89b6-0a6c7085025e
(5) FT: Iran griff Katar mit Raketen an, die die US-Luftverteidigungssysteme durchdringen können. https://tass.ru/mezhdunarodnaya-panorama/26847499
(6) »Die konstante Feuerrate deutet darauf hin, dass Iran dieses Tempo durchhalten kann« https://www.spiegel.de/ausland/krieg-gegen-iran-wann-gehen-israel-und-den-usa-die-abwehrraketen-aus-a-d0129e04-a407-47c8-852b-7ad836bc2129