Für US‑Präsident Donald Trump steht weiterhin fest: Grönland muss künftig zu den USA gehören – notfalls auch mit militärischem Druck. Nach Gesprächen in Washington mit dem dänischen Außenminister Rasmussen und seiner grönländischen Kollegin Motzfeldt haben beide Seiten erneut ihre Positionen ausgetauscht. Das Ergebnis: Man ist sich einig, dass man sich uneinig ist.
Experte Tobias Fella ordnet die Lage ein und sagt: "Washington verfügt über Möglichkeiten, Grönland auch ohne militärische Gewalt in Besitz zu nehmen."
Tobias Fella: Die US-Regierung betonte im und nach dem Treffen, weiterhin die Absicht zu verfolgen, die Insel auf die eine oder andere Weise in ihren Besitz zu bringen. Für Dänemark und Grönland dürfte es daher vor allem darum gegangen sein, Zeit zu gewinnen und einen Eklat – wie zwischen Präsident Trump und Präsident Selenskyj am 28. Februar 2025 – zu vermeiden. Diese Zielsetzung deckt sich mit der Haltung anderer europäischer Staaten und Kanadas, die auch eine Eskalation durch die USA vermeiden wollen. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben.
Die US-Regierung übt Druck aus. Laut einer Umfrage vom Januar 2025 würden 85 Prozent der Grönländer den Verbleib im Königreich Dänemark bevorzugen, während nur 6 Prozent einen Anschluss an die Vereinigten Staaten befürworten. Gegenwärtig sind weniger als 200 US-Soldaten auf Grönland stationiert – im Kalten Krieg waren es mehr als 10.000. Heute betreiben die USA nur noch eine einzige Militärbasis auf der Insel, während es früher eine Vielzahl davon gab. Dänische Vertreter haben sich wiederholt offen für eine stärkere US-Präsenz gezeigt.
Daraus lässt sich schließen, dass Sicherheitsaspekte für Washingtons Annexionspläne zweitrangig sind. Im Vordergrund stehen strategische Interessen: Territorium, geopolitische Lage und Rohstoffe. Im Kern betreibt Washington hier klassische Großmachtpolitik.
4.) Es wurden zwar keine neuen größeren Truppenstationierungen angekündigt, wohl aber eine engere sicherheitspolitische Abstimmung. Wie ist die Entsendung deutscher Soldaten nach Grönland einzuordnen?
Deutschland ist nicht das einzige Land, das eine Truppenentsendung angekündigt hat. Auch Frankreich, die Niederlande, Schweden, Norwegen und Kanada wollen sich beteiligen. Dabei geht es offenbar auch darum, politische Haltung in konkretes Handeln zu übersetzen: Die europäische Botschaft lautet, dass Entscheidungen über Grönland ausschließlich Dänemark und Grönland zustehen. Für die US-Regierung müssen Ansprüche machtpolitisch untermauert werden. Von europäischer und kanadischer Seite sind die Truppenentsendungen ein Versuch, genau dies zu tun.
5.) Es handelt sich nur um eine kleine Zahl deutscher Soldaten – also nur ein politisches Signal und nicht der Beginn eines langfristigeren Engagements in der Arktis?
Mit welchem Ziel?
Die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region zu evaluieren.
6.) Offiziell handelt es sich um eine defensive Präsenz. Wie realistisch ist dennoch das Risiko von Zwischenfällen, etwa durch Missverständnisse oder konkurrierende militärische Aktivitäten?
Die amerikanischen und europäischen Streitkräfte kooperieren seit Jahrzehnten eng innerhalb der Nato, führen gemeinsame Übungen durch und haben unter anderem in Afghanistan Seite an Seite gekämpft.
7.) Könnte es im Extremfall sogar zu ernsthaften Gefechten kommen, auch mit US-Soldaten?
8.) Nach dem Gipfel war wiederholt von Abschreckung, aber auch von Deeskalation die Rede. Reicht diese Balance aus, um die wachsenden geopolitischen Spannungen in der Arktis einzudämmen?
Was heißt das konkret?
Solche Verträge sichern den Partnerstaaten zwar ihre völkerrechtliche Souveränität zu, übertragen aber bestimmte hoheitliche Aufgaben an die USA.
9.) Ist der Gipfel aus Ihrer Sicht der Abschluss eines diplomatischen Prozesses oder der Beginn einer neuen Phase strategischer Positionierung in der Arktis?
Ich würde es anders formulieren:
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