Gasmangel: Die Situation spitzt sich immer mehr zu / Füllstand Bundesländer 13.Februar bei 24,5 Prozent und Baden-Württemberg bei Null


Volker Fuchs 15.2.2026
 
Gasmangel in Deutschland – die Situation spitzt sich immer mehr zu: 
Die Speicherfüllstände die am 1. Januar noch bei 56,2 Prozent lagen, liegen aktuell am 13. Februar nurmehr bei 24,5 Prozent und Baden-Württemberg wir von INES mit einem Füllstand Null angegeben - siehe Kapitel 2
  • Nach Hochrechnung siehe Tabelle unten ist etwa um den 20. Februar die kritische Marke von 20 Prozent erreicht - was weniger Gasfluß bedeutet - denn das Risiko einer geringen Speicherkapazität besteht nicht nur darin, dass die Gasmoleküle ausgehen, sondern vielmehr in einem Verlust des Systemdrucks.
  • Gasspeicheranlagen benötigen eine bestimmte Menge an Puffergas um den Druck aufrechtzuerhalten der erforderlich ist, um das Gas in die Pipeline zu drücken.
  • Wenn der Speicherstand zu niedrig wird, verlangsamt sich die Geschwindigkeit mit der Gas entnommen werden kann. Aus diesem Grund sollte die Regierung frühzeitig eingreifen, was leider nicht geschieht, denn die Bundesnetzagentur schreibt heute auf Ihrer Seite: Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil. Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick als gering  ein. https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Gasversorgung/aktuelle_gasversorgung/start.html 
  • Doch das stimmt nicht, was die Bundesnetzagentur schreibt, denn es gibt einen Notfallplan Erdgas für die Bundesrepublik Deutschland (1) - aus dem sich Handlungsbedarf ergibt, denn die Lage ist nach dessen Maßgabe, als sehr kritisch einzustufen und wird aber von der Merz-Regierung nicht umgesetzt - schließlich stehen Wahlen vor der Tür und das offensichtliche Versagen der Regierung kostet Wählerstimmen 
  • Somit entzieht sich die Merz-Regierung (mit Absicht?) sich der Verantwortung, oder soll vielmehr die Deindustrialisierung noch schneller vorangetrieben werden - wenn Teile der Industrie abgeschaltet werden ? 
  • Mehr dazu siehe im nächsten Verteilerbericht 
Die Lage spitzt sich zu, weil mehrere Puffer gleichzeitig schwächer sind: niedrige deutsche Speicherstände, in den Niederlanden noch niedriger, wetterbedingte Einschränkungen in den USA und physisch begrenzte Steigerungsmöglichkeiten aus Norwegen.
 
Wenn Verbrauch und Witterung ungünstig bleiben, schrumpft die Reserve schnell. Dann entscheiden Speicherbewirtschaftung, Nachfrageflexibilität und Kraftwerkseinsatz darüber, wie stabil das System durch die nächsten Wochen im Winter kommt.
 
1.) Datenblatt Speicherfüllstände Gas im Verlauf der Monate Januar - 13.Februar 2026
Komplette Datenzusammenfassung: Täglicher Füllstand / Abweichung vom Mittel 2017-202 / Tägl. Rückgang - in Tabelle unten.
Das tägl. Rückgangsmittel im Februar liegt bei -0,61 - aus der Hochrechnung (siehe Tabelle) wird um den 20. Februar der kritische Füllstand von 20 Prozent erreicht - was weniger Gasfluss bedeutet. 
 
Grafische Auswertung Tabelle oben
 
2.) INES-Datenlage am 13. Februar 2022 - Füllstand Deutschland - alle Bundesländer bei alle  24,5 Prozent
INES - Initiative Energien Speichern: Deutschlands Verband für Gas- und Wasserstoffspeicher
Erdgasspeicher https://energien-speichern.de/erdgasspeicher/              
Die Initiative Energien Speichern e.V. (INES) ist ein Zusammenschluss von Betreibern deutscher Gas-
und Wasserstoffspeicher. Sie repräsentiert über 90 Prozent der deutschen und etwa ein Viertel der
Gasspeicherkapazitäten in der Europäischen Union. Zentrale Aufgabe der INES ist es, die öffentliche
Wahrnehmung der Beiträge deutscher Gas- und Wasserstoffspeicher zu den energiepolitischen Zielen
zu fördern. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, an der Gestaltung eines entsprechenden  
Marktrahmens mitzuwirken.                      
                               
GASSPEICHER-FÜLLSTÄNDE am 13.02.2026                
https://energien-speichern.de/erdgasspeicher/gasspeicher-fuellstaende/            
Umfangreiche Informationen zu den Gasspeichern in Deutschland liefert Ihnen die INES-    
Speicherkarte. Hier können Sie die aktuellen Füllstände der Speicher nach verschiedenen Kriterien
gefiltert nachlesen und individuelle Speicherinformationen herunterladen. Insbesondere zeichnet die
Karte ein vollständiges Bild der Gasspeicher in Deutschland und greift dazu auch auf individuell  
veröffentlichte Füllstandsdaten zurück. Darüber hinaus bildet die Karte erstmals auch geplante und in
Durchführung befindliche Vorhaben der Wasserstoffspeicherung ab.          
 
Bemerkenswert ist Nr.1 - Baden-Württemberg mit einem INES-Füllstand von 0,0 %, aber auch die nachfolgenden 6  Länder mit Bayern - Hessen liegen unter 20%. Also eine kritische Lage
1  INES-Gasspeicher-Füllstände am 13.02.2026
Nr Bundesländer Füll Gas TWh
          stand vorh ges
1 Baden-Württemberg 0,0% 0,0% 0,35
2 Bayern 17,8% 5,7 32,0
3 Berlin 17,8% 5,7 32,0
4 Brandenburg 17,8% 5,9 33,0
5 Bremen 17,9% 6,2 34,7
6 Hamburg 17,9% 6,2 34,7
7 Hessen 19,2% 7,4 38,7
8 Mecklenburg-Vorpommern 20,2% 8,3 41,0
9 Niedersachsen 21,9% 37,7 172,5
10 Nordrhein-Westfalen 24,3% 50,7 208,9
11 Rheinland-Pfalz 24,3% 50,9 209,9
12 Saarland 24,3% 50,9 209,9
13 Sachsen 24,3% 50,9 209,9
14 Sachsen-Anhalt 24,4% 61,0 250,0
15 Schleswig-Holstein 24,4% 61,3 250,6
16 Thüringen 24,5% 61,5 251,5
17  Alle Bundesländer 24,5% 61,5 251,5
ges. Gasspeicherstandorte: 48      
  Gasspeicherbetreiber: 30      
 
Die obige Datenlage zeigt, dass sich Energiesituation in Deutschland verschärft sich und das Risiko eines Gasmangels spürbar steigt. Ende Januar 2026  lagen die deutschen Gasspeicher bei rund 32,4 %, das entspricht etwa 82 TWh gespeicherter Energie  Dieses Niveau bewegt sich nahe an der gesetzlichen Mindestmarke von 30 % zum 1. Februar.
  • Das ist kritisch, weil Speicher im Winter die kurzfristige Flexibilität liefern müssen. Pipelineflüsse lassen sich nicht beliebig erhöhen, Verbrauchsspitzen werden daher primär über Speicherentnahmen abgefedert.
  • Bei gleichbleibendem, wintertypischem Verbrauch reichen die verbleibenden Gasreserven in einem angespannten Szenario nur noch maximal etwa sechs Wochen.
  • Je kälter die Witterung, desto schneller sinken die Bestände, weil an Frosttagen die täglichen Entnahmen stark steigen.

Gasmangel – Norwegen als größter Lieferant kann nicht kurzfristig ausgleichen

Norwegen bleibt der wichtigste Pipeline-Lieferant für Deutschland. Genau daraus entsteht oft die Annahme, man könne bei Engpässen „einfach mehr“ bestellen. Technisch ist das kaum möglich.

 

Speicher fast leer: Norwegen am Limit, USA-LNG wackelt. Eine Dunkelflaute kann den Gasmangel in nur 6 Wochen zuspitzen

  • Die Leitungen nach Deutschland arbeiten bereits in einer Hochlastphase nahe ihrer Kapazitätsgrenze.
  • Zusätzliche Größenordnungen von 150 bis 200 GWh pro Tag lassen sich kurzfristig nicht aus dem System herauspressen, weil Pipelinekapazität, Druckführung und vorgelagerte Anlagen physische Grenzen setzen.
  • Damit verliert Norwegen als vermeintliche Reserve an Bedeutung, wenn sich der Gasmangel im Winter weiter zuspitzt.

Nach Betreiberangaben von Gassco liegt die technische Tageskapazität der drei Hauptleitungen nach Deutschland bei Europipe 48,0 Mio. Sm³/Tag, bei Europipe II bei 73,5 Mio. und bei Norpipe 34,0 Mio. – zusammen 155,5 Mio. Sm³/Tag.

Das entspricht, je nach Brennwert, grob einer theoretischen Obergrenze von rund 1,6 bis 1,8 TWh pro Tag. Mehr ist physisch nicht transportierbar, und der verbleibende Spielraum ist Betriebsreserve für Druck und Stabilität. Zusätzliche große Mengen sind daher kurzfristig nicht zu erwarten.

Niederlande: noch geringere Speicherstände, weniger Spielraum für Lieferungen

Häufig wird in Engpassdebatten auf zusätzliche Mengen aus den Niederlanden verwiesen.

  • Der Haken: Die Speicherstände dort sind derzeit noch niedriger als in Deutschland (AGSI-Meldung 12.2.26 bei 17,04 Prozent) . Damit sinkt der Exportspielraum drastisch.. 
  • In einer Knappheitslage sichern Staaten zunächst die eigene Versorgung. Größere, verlässlich abrufbare Zusatzmengen aus den Niederlanden sind deshalb deutlich weniger wahrscheinlich. 
  • Das erhöht das Risiko, dass ein Gasmangel nicht durch Nachbarländer abgefedert werden kann.

USA: Freeze-off senkt Förderung und damit Exportfähigkeit

Auch der LNG-Markt liefert nicht automatisch Entlastung. Kältewellen in den USA erhöhen nicht nur den Eigenverbrauch, sie können auch die Förderung direkt dämpfen. Ursache ist der sogenannte „Freeze-off“:

  • Bei starkem Frost vereisen Anlagen, Ventile und Leitungen, was die Produktion zeitweise reduziert und teils auch die Verarbeitung und Verflüssigung beeinträchtigt. Dadurch sinkt die kurzfristig verfügbare Exportmenge zusätzlich.
  • Selbst wenn europäische Terminals technisch aufnehmen können, fehlt dann die Ware auf dem Weltmarkt oder sie wird deutlich teurer und stärker umkämpft. In der Praxis ist LNG damit in einer akuten Kältephase kein stabiler Notfallhebel für Mitteleuropa, was einen Gasmangel wahrscheinlicher macht.

Strommix – Gasanteil und Dunkelflaute als Verstärker

Gas spielt nicht nur für Wärme und Industrie eine Rolle, sondern auch in der Stromerzeugung.

  • Im Jahr 2025 kam in Deutschland rund 13,8 % des Stroms aus Gaskraftwerken. Im Januar 2026 lag der Erdgasanteil im Strommix zeitweise bei rund 20,8 % und damit deutlich über dem Jahresschnitt, was die Stresslagen bei ungünstiger Witterung sichtbar macht.
  • Bei einer längeren Dunkelflaute – wenig Wind und wenig Sonne – steigt der Bedarf an regelbaren Kraftwerken. Dann laufen Gaskraftwerke häufiger und länger. Das erhöht den Gasverbrauch zusätzlich. Eine längere Dunkelflaute wirkt damit wie ein Multiplikator und verschärft den Gasmangel zusätzlich.

Fazit

Die Lage spitzt sich zu, weil mehrere Puffer gleichzeitig schwächer sind: niedrige deutsche Speicherstände, in den Niederlanden noch niedriger, wetterbedingte Einschränkungen in den USA und physisch begrenzte Steigerungsmöglichkeiten aus Norwegen. 

Wenn Verbrauch und Witterung ungünstig bleiben, schrumpft die Reserve schnell. Dann entscheiden Speicherbewirtschaftung, Nachfrageflexibilität und Kraftwerkseinsatz darüber, wie stabil das System durch die nächsten Wochen im Winter kommt. (KOB)

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