Volker Fuchs 27.5.2026
Nachfolgend ein Artikel auf UNZ von Alastair Crooke einem ehemaligen britischen Diplomaten
und Gründer und Leiter des in Beirut ansässigen Conflicts Forum, einer
Organisation, die sich für den Dialog zwischen dem politischen Islam und
dem Westen einsetzt . Zuvor bekleidete er hohe Positionen sowohl im britischen Geheimdienst ( MI6 ) als auch in der EU- Diplomatie.
Thema hier - die verlorene Abschreckung der Supermacht Russland mit absoluter Eskalationsdominanz sowohl konventionell, nuklear, als auch orbital - siehe die untenstehenden 4 Artikel über russische Militärtechnologie.
Abschreckung, verloren bei den suizidalen, europäischen Eliten / Eurochihuahuas (Pepe Escobar mit IQ eines Regenwurms) jedoch imstande nach Vorbild der Ukraine, ihre Völker zu verheizen und bis zum letzten Europäer gegen das übermächtige Russland anzutreten.
Und hier die Datenlage der Verluste im Ukrainekrieg - Gegenüberstellung Ukraine / Russland
Zahlen aus offiziellen russischen Sterberegistern, erstellt in Zusammenarbeit mit der BBC
Verlustfazit: Über die Gesamtdauer der SMO beträgt das Verlustverhältnis RUS / UKR rd. 1 / 10. Wie man im Diagramm ganz rechts unten erkennen kann, sind die russischen Verluste im Jahr 2026 stark zurückgegangen und liegen jetzt etwa bei 1 / 30. Dieses Verlustverhältnis bestätigt sich auch aus dem Leichenaustausch.
Die
Ukraine hat sich unter dem korrupten Militärregime in einen Zombiestaat
verwandelt. Russlands Ex-Präsident Medwedew sieht die Ukraine als "failed state" im unumkehrbaren Zerfall.
Er nennt die Abhängigkeit vom Westen, Gebiets- und Bevölkerungsverluste
sowie wirtschaftlichen und institutionellen Kollaps als zentrale
Gründe. Mehr dazu siehe den Artikel
Und die Bevölkerung flüchtet aus dem kaputten Land -
1990 lag die Bevölkerung der Ukraine noch bei 50 Millionen und jetzt
fehlen etwa 30 Millionen. Die ges. Poolverluste werden seit Kriegsbeginn
auf 4,1 Millionen taxiert (Angaben des russischen
Verteidigungsministeriums)
Die russische nukleare Abschreckung liegt auch im europäischen Interesse. Kommunikationskanäle sind unerlässlich (1)– diese müssen gut gemanagt werden.
Professor Sergei Karaganov hat eine Abhandlung mit dem Titel „ Wie man einen Weltkrieg gewinnt“ verfasst (2), in der er einen begrenzten Atomschlag Russlands gegen einen Gegner als Mittel zur Verhinderung eines Weltkriegs befürwortet.
- Auf
den ersten Blick mag dies wie ein Widerspruch in sich erscheinen – ein
Atomschlag, der ausgerechnet dazu dient, einen Weltkrieg zu verhindern.
- Zahlreiche
westliche Kommentatoren reagierten mit unverhohlener Feindseligkeit und
stellten Professor Karaganow als politischen Außenseiter dar (3), der Randpositionen vertrete (dies ist aktuell nicht mehr der Fall-Karaganov hat RUS-Meinungsführerschaft) , die die Büchse der Pandora für einen umfassenderen Atomkrieg öffnen könnten.
Ist es ein Bluff oder ein revolutionäres Umdenken in der russischen Verteidigungsstrategie? Dennoch sollte der Westen Professor Karaganows These aus zwei Gründen sehr ernst nehmen:
- Erstens, weil sie Substanz hat und die unserer Zeit zugrunde liegende Psyche sowie die daraus entstandenen toxischen gesellschaftlichen Widersprüche berührt;
- und zweitens, weil seine Arbeit und die vielen daraus resultierenden Interviews (4=3) einen bedeutenden Wandel im russischen politischen und sicherheitspolitischen Denken bewirkt haben.
- Wie kann dies also kein Anlass zu ernsthaften Überlegungen sein, insbesondere für Europäer, die davon direkt betroffen sein könnten?
Im Kern steht eine ganz offensichtliche These:
- Russland
hatte, nachdem es von Deutschland und fast ganz Europa angegriffen
worden war, ab Mitte der 1950er Jahre mit großem Aufwand eine Atomwaffe
entwickelt, „um seine Souveränität und Sicherheit zu gewährleisten und damit die nukleare Parität zu erreichen …
- Ohne es damals zu realisieren, haben wir damit die militärische Überlegenheit Europas/des Westens, die Grundlage seines Kolonialismus und seiner ideologischen Herrschaft, demontiert“.
- Die russische Abschreckungspolitik hatte Wirkung gezeigt –
die Angst vor einem Atomkrieg begann, das Machtgleichgewicht zu
verschieben … zumindest vorübergehend. Der Zusammenbruch der Sowjetunion
im Jahr 1991 brachte es jedoch wieder ins Wanken.
Doch ab dem Jahr 2000, als die USA mit revanchistischen Bestrebungen ihre Vormachtstellung wiedererlangen wollten, schwand das Vertrauen in die Realität der russischen nuklearen Abschreckung allmählich.
- Kein westlicher Staat fürchtete Russlands Atomwaffenarsenal wirklich, da westliche Neokonservative lautstark verkündeten, es handle sich um einen Bluff: Russland würde es niemals wagen , es einzusetzen. Die Erzählung vom übervorsichtigen und schwachen Russland, die nur einen Bluff darstellte, verfestigte sich.
Professor Karaganov räumt offen ein, dass Russland eine Mitschuld am Verlust der Abschreckung trägt.
- Er erläutert diesen Verlust, die begangenen Fehler und reflektiert über die Realität, dass Russland letztlich durch den westlichen Stellvertreter Ukraine in ein System wirtschaftlicher und militärischer Zermürbung gedrängt wurde.
- Dieser ukrainische Konflikt ist jedoch nur die sichtbare Oberfläche eines Eisbergs, dessen verborgener Kern der Krieg ist – einschließlich der europäischen Besessenheit, Russland zu spalten und zu besiegen; China einzuschränken; und des US-israelischen Versuchs, den Nahen Osten zu zersplittern.
„ Russland braucht eine neue Politik“, schlussfolgert Karaganow.
- Zunächst einmal, so stellt er als Voraussetzung fest, müsse man erkennen, wie diese postmoderne, nihilistische Ära des Westens das Wesen des Menschen untergraben und die menschliche Zivilisation gefährdet habe.
- Zivilisationen – also solche, die über das Materielle hinausgehen und eine moralische Struktur bieten, die den Menschen Sinn und Stabilität verleiht.
Zweitens argumentiert Professor Karaganov, dass eine Verhandlungslösung mit dem Westen – so verlockend sie auch erscheinen mag – schlichtweg ausgeschlossen ist, solange westliche Überheblichkeit und Arroganz fortbestehen.
- Abschreckung erfordert ein Element echter Furcht.
Die Vorstellung, dass Russland tatsächlich in begrenztem Umfang
Atomwaffen einsetzen könnte, müsse vermittelt werden, so argumentiert
er, wenn die Psychologie der trügerischen Selbstzufriedenheit, Russland würde so etwas niemals wagen, durchbrochen werden solle.
Er merkt an: „Der Einsatz von Atomwaffen ist eine große Sünde.
- Doch
die faktische Weigerung, sie einzusetzen, ist eine unverzeihliche,
tödliche und verbrecherische Sünde, denn sie ebnet den Weg für die
Ausweitung und Eskalation des vom Westen entfesselten Weltkriegs.
- Wird dies nicht gestoppt, wird es mit Sicherheit zur Vernichtung der Menschheit, einschließlich unseres eigenen Landes, führen. Wladimir Putins Frage: ‚Und was ist der Sinn einer Welt ohne Russland?‘ bleibt relevant.“
Drittens argumentiert Karaganow,
dass dieser Ansatz mit sichtbaren Tests und einer Aufrüstung der
nuklearen Triade einhergehen müsse, während gleichzeitig eine neue
Generation von „Burewestniks, Oreschniks und anderen neuen Hyperschall-Trägersystemen“ entwickelt werden solle, um Amerikanern und Europäern die Illusion zu nehmen, ihren Willen mit Gewalt durchsetzen zu können.
- Es erscheint unwahrscheinlich, dass Russland diesen Zustand weiterhin dulden wird.
Abschließend schlägt Professor Karaganov folgendes vor: „Wir sollten Irans Erfahrung in der Verteidigung gegen Aggressionen nutzen.
- Teheran hat die Schwachstellen des Feindes getroffen; dieser hat den Schmerz gespürt und sich zurückgezogen … Die Europäer sollten wissen, dass sie nicht in Bunkern oder auf irgendwelchen Inseln ausharren können.
- Unser Verteidigungsministerium hat kürzlich eine Liste europäischer Unternehmen veröffentlicht, die Waffen für das Kiewer Regime herstellen; dies ist nur ein kleiner Schritt, aber er geht in die richtige Richtung.“
Der Hintergrund (der in Moskau nicht ignoriert werden kann) ist der unaufhörliche Appell der Europäer, mit Russland Krieg zu führen.
- Die öffentliche Meinung in Europa dreht sich ausschließlich um Krieg, Krieg und nochmals Krieg mit Russland, spätestens bis 2030.
- Auch König Karl von England forderte in seiner jüngsten, unglücklichen Rede vor dem US-Kongress die USA auf, sich Europa bei den Kriegsvorbereitungen gegen Russland anzuschließen.
- Europa verfügt jedoch weder über die militärischen noch die finanziellen Mittel für einen großen Krieg mit Russland.
- König
Karl, der wohl das nahende Ende der Ära Trump ahnte, bereitete den
Boden dafür, dass Europa versuchen sollte, eine neue US-Regierung
erstens wieder nach Europa zurückzuholen und zweitens (in Anlehnung an
die Geschichte) in einen Krieg gegen Russland zu verwickeln.
Bestimmte
europäische Strömungen im Bereich der Finanz- und permanenten
Sicherheitspolitik werden dieses Projekt niemals aufgeben.
- „Die westliche Elite gibt nun vor, uns zu fürchten“, sagt Karaganow, „tut es aber in Wirklichkeit nicht, da sie sich sicher ist, dass Russland sie niemals mit Atomwaffen bestrafen wird.
- Wir müssen ihnen jedoch eine Urangst einflößen.
Vielleicht geben sie dann nach, oder ihre Drahtzieher im Tiefen Staat
vertreiben sie. Vielleicht erheben sich die Gesellschaften.“
- „Die Stärkung der Glaubwürdigkeit Russlands im Nuklearbereich ist auch notwendig, um die europäischen Gesellschaften aus ihrem ‚strategischen Parasitismus‘ – dem Glauben, dass es keinen Krieg geben wird und alles gut ausgehen wird – aufzurütteln.
- Wir müssen denen, die ihre vergangenen Kriege und Verbrechen vergessen haben, wieder ein Gefühl der Selbsterhaltung vermitteln.“
Kein Wunder also, dass Professor Karaganows Kollege Dmitri Trenin, der kürzlich zum Präsidenten des Russischen Rates für Internationale Angelegenheiten ernannt wurde, einen neuen Artikel (6) mit dem Titel „ Strategische Stabilität beruht nun auf Angst“ verfasst hat :
- Die Ära der Rüstungskontrolle, schreibt Trenin, die oft mit strategischer Stabilität gleichgesetzt wurde, „ist
in Wirklichkeit schon lange vorbei – aufgrund der wachsenden
Unwilligkeit Washingtons, an Verpflichtungen gebunden zu bleiben, die in
einem anderen historischen Kontext eingegangen wurden: dem späten
Kalten Krieg und seinen Nachwirkungen“ –
- „Jetzt kommt die eigentliche nukleare Ordnung“.
„Im Frühjahr 2022“ , schreibt Trenin,
- „Während der New-START-Vertrag formell noch in Kraft war, erklärte die USA offen ihr Ziel, Russland im Stellvertreterkonflikt in der Ukraine eine strategische Niederlage beizubringen.
- Gleichzeitig schlug Washington Konsultationen zur „strategischen Stabilität“ vor. De facto versuchten die USA, eine nukleare Supermacht in einem konventionellen Krieg zu schwächen und gleichzeitig Rüstungskontrollmechanismen zu erhalten, die sie vor den Folgen einer solchen Eskalation schützten.
- Dieser Widerspruch offenbarte die Hohlheit des alten Rahmens.“