Potenzierung Kriegsgefahr: Deutscher Luftwaffenchef droht Kaliningrad und Petersburg mit massiven Luftangriffen / Putinberater Karaganov: Wiederherstellung Abschreckung auch nuklear


Volker Fuchs 16.6.2026

Die Kriegsrhetorik aus Deutschland wird heftiger. Nun hat der Chef der deutschen Luftwaffe im Interview mit britischen Medien (1) Kaliningrad und Petersburg mit massiven Luftangriffen gedroht. In Russland wecken solche Drohungen gerade aus Deutschland Erinnerungen an dunkelsten Tage der deutschen Geschichte. 
  • Führende deutsche Offiziere greifen immer häufiger zu offener Kriegsrhetorik gegen Russland. Das neueste Beispiel in der Reihe ist der Holger Neumann, der Chef der deutschen Luftwaffe, der in einem Interview mit dem britischen Telegraph (1) erklärt hat, bei einem russischen Angriff auf das Gebiet der NATO würde man „jeden Zentimeter” des Bündnisgebiets verteidigen.
  •  Außerdem würde die deutsche Luftwaffe verheerende Luftschläge gegen Russland durchführen, so Neumann weiter, und er fügte hinzu, dass in so einem Fall die gesamte deutsche Luftwaffe an die Ostfront verlegt würde.
Deutscher General warnt Putin: "Kämpfen um jeden Zentimeter" Deutschlands Luftwaffenchef / Generalleutnant Holger Neumann, hat sich zu einem möglichen Krieg mit Russland geäußert. Die Ansage des Generals hat es in sich. Mit einer für deutsche Militärs ungewöhnlichen Offenheit hat sich der Chef der deutschen Luftwaffe zum Krieg in der Ukraine geäußert.
  • Deutschland sei bereit, "heute Nacht" gegen Russland zu kämpfen und werde "jeden Zentimeter" des Nato-Territoriums verteidigen, sagte Generalleutnant Holger Neumann dem britischen "Telegraph".
  • Im Fall eines russischen Angriffs auf die Allianz werde die Luftwaffe mit "verheerenden Schlägen" gegen Russland reagieren, so Neumann.
  • Er betonte, dass innerhalb des Bündnisses keine unterschiedlichen Sicherheitszonen gegeben sind, was bedeutet, dass ein Angriff auf Estland oder die baltischen Staaten dieselbe Reaktion auslösen würde wie ein Angriff auf andere NATO-Mitglieder.
  • Neumann nannte als mögliche Angriffsziele, die russische Exklave Kaliningrad, St Petersburg. die Kola-Halbinsel mit ihren strategischen Militäranlagen sowie das Schwarze Meer als Regionen, die im Fall eines NATO-Verteidigungseinsatzes ins Visier geraten könnten.
  • Die Allianz werde geschlossen handeln, und eine militärische Antwort der NATO entspreche "32 gegen X". Trotz jahrzehntelanger Unterinvestitionen sei die Luftwaffe bereit, "heute Nacht zu 
Kapitelübersicht:
1.) Bericht Welt: „Werden wir jeden Zentimeter unseres Territoriums verteidigen“, sagt der Luftwaffen-Chef   
2.)  Thomas Röper (lebt in St Petersburg) über die Reaktionen in Russland 
3.) John Mearsheimer & Sergey Karaganov: Atomschlag auf Europa zur Wiederherstellung der Abschreckung (als PDF)
 
1.) Bericht Welt: „Werden wir jeden Zentimeter unseres Territoriums verteidigen“, sagt der Luftwaffen-Chef    
https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a2c4bf3a7c80755489ced00/deutschlands-luftwaffe-werden-wir-jeden-zentimeter-unseres-territoriums-verteidigen-sagt-der-luftwaffen-chef.html                                                                                                 
Von James Rothwell Stand: 15.06.2026  Lesedauer: 4 Minuten
Deutschland ist bereit, gegen Russland „Auch heute Nacht noch, wenn es sein muss zu kämpfen“, sagt der Chef der deutschen Luftwaffe im Interview mit dem „Telegraph“. Dabei will Holger Neumann „mit allem reingehen, was wir in Deutschland haben“.

Deutschlands Luftwaffen-Inspekteur Holger Neumann hat in einem Interview mit dem britischen „Telegraph“,(1)  der vom Axel-Springer-Verlag übernommen wurde, erklärt, die deutsche Luftwaffe sei bereit, „heute Nacht zu kämpfen“, sollte Russland die Nato angreifen.

  • Man werde in einem solchen Fall „jeden Zentimeter“ des Bündnisgebiets verteidigen, sagte Neumann. In dem Interview sagte der Generalleutnant, seine Truppe würde verheerende Luftschläge in Russland starten, sollte Russland es wagen, das westliche Bündnis anzugreifen.

Geboren 1968 in Ulm, Westdeutschland, ließ sich Generalleutnant Neumann in den frühen 1990er Jahren zum Kampfpiloten ausbilden – kurz nach dem Fall der Berliner Mauer und dem Zusammenbruch der DDR.

  • Er diente 2014 in Afghanistan als Tornado- und Eurofighter-Pilot. Dass er überhaupt Kampfpilot geworden ist, sei auf seine Mutter zurückzuführen, so Neumann im Interview. Sie arbeitete als Sekretärin bei der Luftwaffe. Aber auch seine Liebe zu X-Wings und Tie-Jägern in den Star-Wars-Filmen habe ihn für die Luftwaffe begeistert.
  • „Es war ein Kindheitstraum von mir. Meine Mutter erzählte mir, dass ich, seit ich etwa fünf Jahre alt war, davon gesprochen habe, fliegen zu wollen“, sagte er. In einer Vitrine neben seinem Büro-Schreibtisch in Berlin-Spandau ist sein Kampfpilotenhelm ausgestellt, auf dem mit einem schwarzen Filzstift sein Rufzeichen „Hawk “ steht. (Falke)
  • Als begeisterter Star Wars-Fan besitzt Neumann auch ein großes Lego-Modell des Helms, den Luke Skywalker während seiner Mission zur Zerstörung des Todessterns im Originalfilm trug.

Historische Aufrüstungskampagne

In einer weiteren Warnung an Moskau betonte er, dass es in der Nato „keine unterschiedlichen Sicherheitszonen“ gebe. Ein Angriff auf irgendeinen Teil des Nato-Territoriums würde als Angriff auf alle Mitglieder gewertet.

  • Der Luftwaffen-Inspekteur nannte dabei die russische Kola-Halbinsel mit ihren Atomwaffenstützpunkten, die strategisch wichtige Exklave Kaliningrad sowie das Schwarze Meer mit seinen bedeutenden Marineverbänden als mögliche Ziele, falls die Nato sich gegen einen russischen Angriff verteidigen müsste.
Er wolle alle Bedenken zerstreuen, dass Deutschland zögern würde, gegen Russland zurückzuschlagen, falls dieses die kleineren Nato-Mitglieder an der Ostflanke angreifen sollte, so Neumann weiter.
  • „Wenn es zu einem Konflikt kommt – hoffentlich nie –, aber wenn doch, werden wir jeden Zentimeter unseres Territoriums verteidigen. Ich denke, das ist eine wichtige Botschaft, besonders für den Hohen Norden und für unsere baltischen Verbündeten“, so Generalleutnant Neumann dem „Telegraph“.

Estland, Lettland und Litauen sowie Polen waren in den letzten Monaten mit eskalierender russischer Aggression wie Drohnenangriffen konfrontiert, von denen westliche Beamte befürchten, dass sie ein Vorspiel für einen Einmarsch sein könnten.

  • Jede defensive Reaktion der Nato auf einen russischen Angriff wäre überwältigend, da sie auf „32 gegen X“ hinauslaufen würde, sagte der Luftwaffenchef in Anspielung auf die 32 Luftwaffen des westlichen Bündnisses.
  • Der 57-Jährige lobte das milliardenschwere Finanzierungspaket der Regierung für neue Pläne, die Bestände an Luftverteidigungssystemen – darunter Patriots, Iris-T-Raketen und das israelische System Arrow 3 – „massiv“ zu erhöhen.
  • Trotz jahrzehntelanger Unterinvestitionen in das deutsche Militär, die nun rasch rückgängig gemacht werden, betonte er, dass die Luftwaffe bereits bereit sei, „heute Nacht zu kämpfen“, sollte Russland einen Angriff starten.
„'Heute Nacht kämpfen' bedeutet:
  • Wenn mich jetzt jemand anruft und sagt, wir haben hier folgende Situation, müssen wir jetzt bereit sein – und wir sind bereit“, sagte er.
  • „Wir werden mit allem reingehen, was wir in Deutschland haben, die Luftwaffe, aber auch in der Nato, um unser Land, unsere Werte, unsere Bevölkerung und unser Bündnis zu verteidigen.“
  • Jahrzehntelang bestand die Aufgabe der Luftwaffe in der Nato aus Transport und Aufklärung, insbesondere in Afghanistan, wo Luftangriffe stattdessen von amerikanischen und britischen Piloten durchgeführt wurden.

Wenn ein Krieg mit Russland ausbricht, wird erwartet, dass die gesamte deutsche Luftwaffe an die Ostflanke der Nato verlegt wird – wozu sie früher weder bereit noch in der Lage war.

  • „In der Vergangenheit haben wir beispielsweise Eurofighter-Kontingente an die Nato-Ostflanke geschickt, wie etwa eine Alarmrotte oder eine Patriot-Einheit“, sagte Generalleutnant Neumann. „Aber wir haben das noch nie massenhaft getan, das heißt die gesamte einsatzfähige Luftwaffe – und das ist die Aufgabe der nächsten Wochen und Monate.“

Quelle

(1) Wir sind bereit, heute Abend gegen Russland zu kämpfen, versichert der Chef der deutschen Luftwaffe.
Generalleutnant Holger Neumann erklärte, die Luftwaffe würde verheerende Angriffe fliegen, sollte Moskau einen NATO-Verbündeten angreifen.
https://www.telegraph.co.uk/world-news/2026/06/15/luftwaffe-chief-warns-russia-german-ready-to-fight-for-nato/ 

Mehr zum Thema 
(2) Ben Hodges:  „Bin mir ziemlich sicher, dass Kaliningrad in den ersten 24 Stunden ausgeschaltet wäre“ 
https://www.welt.de/politik/ausland/plus69904acd176308faccdfea5f/ben-hodges-bin-mir-sicher-dass-kaliningrad-in-den-ersten-24-stunden-ausgeschaltet-waere.html 
(3) In der Grauzone zwischen Unfall und Provokation – Wo Russland die Grenzen der Nato testet
https://www.welt.de/politik/ausland/plus6a0dc62046b3b052cd75c51e/drohnen-in-der-grauzone-zwischen-unfall-und-provokation-wo-russland-die-grenzen-der-nato-testet.html
(4)„Die Nato spricht von einem ‚Fight Tonight‘, auf den wir uns vorbereiten müssen“ (Bezahlschranke)
https://www.welt.de/politik/deutschland/plus69c5499e8f5761671716078b/ukraine-krieg-und-russland-die-nato-spricht-von-einem-fight-tonight-auf-den-wir-uns-vorbereiten-muessen.html 

 

2.)  Thomas Röper (lebt in St Petersburg) über die Reaktionen in Russland 

Russland reagiert schockiert auf diese offenen Kriegsdrohungen eines der höchsten deutschen Soldaten. Das merke ich daran, dass ich heute von sehr viele Medien angefragt wurde, diese Aussagen zu kommentieren. Die Aussage beherrscht die russischen Medien und ich habe so viele Anfragen erhalten, dass ich manchen Sendern eine Absage geben musste.

  • In Russland ist der Zweite Weltkrieg im öffentlichen Gedächtnis immer noch sehr präsent und die Russen haben nicht vergessen, dass der deutsche Angriff auf Russland 27 Millionen Sowjetbürger das Leben gekostet hat.
  • Dass ausgerechnet Deutschland sich zunächst unter Scholz/Baerbock und nun unter Merz/Wadephul in die erste Reihe der anti-russischen Länder Europas geschoben hat und dass ausgerechnet aus Deutschland nun eine extreme Kriegsrhetorik kommt, schockiert die Russen und macht sie auch wütend.

In Russland geht immer das Schlagwort vom deutschen Revanchismus um, also dass die deutsche Regierung es anscheinend nochmal versuchen und die Niederlage im Zweiten Weltkrieg wettmachen will.

Ich versuche bei meinen Auftritten in russischen Medien immer zu deeskalieren, aber die fortwährenden kriegslüsternen Aussagen führender deutscher Politiker, Medien und auch Offiziere macht das zunehmend schwierig.  Schließlich gibt es schon zu viele Beispiele, sei es,

  • dass Merz behauptet, er habe keine Angst vor einem Atomkrieg,
  • dass Kieswetter fordert, man müsse Moskau bombardieren,
  • dass Wadephul offen sagt, Russland werde immer „unser Feind“ sein, oder
  • dass nun der Chef der deutschen Luftwaffe offen mit der Bombardierung russischer Städte droht.

All das wird in Russland sehr genau registriert.

 

3.) John Mearsheimer & Sergey Karaganov: Atomschlag auf Europa zur Wiederherstellung der Abschreckung
https://www.youtube.com/watch?v=lww2d4m5zkk 
John Mearsheimer und Sergey Karaganov diskutieren im Gespräch mit Prof. Diesen darüber, warum Russland unter zunehmendem Druck steht, seine Abschreckung wiederherzustellen, was sich wahrscheinlich schnell zu einem nuklearen Schlag gegen Europa zuspitzen wird.

  • Mearsheimer und Karaganov sind sich einig, dass ein nuklearer Schlag wahrscheinlich erfolgreich wäre, um die Abschreckung wiederherzustellen, da die USA nicht reagieren würden. 
  • Prof. Mearsheimer ist R. Wendell Harrison Distinguished Service Professor am Department of Political Science der University of Chicago.
  • Prof. Karaganov ist Ehrenvorsitzender des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik und war über Jahrzehnte Berater der politischen Eliten Russlands. Prof. Karaganov schrieb Reden für Breschnew und beriet Gorbatschow, Jelzin und Putin. 

Sergej Karaganow hat im Gespräch erneut gewarnt,(5)  dass die nukleare Abschreckung bei den europäischen Eliten anscheinend ihre Wirkung verloren habe. Russland könnte daher bald gezwungen sein, der atomaren Abschreckung durch einen beschränkten Einsatz von Atomwaffen gegen ein europäisches Land neues Gewicht zu verleihen.

  • Der Grund für Karaganows Aussage ist, dass die europäischen Länder bereits offen Kriegsparteien gegen Russland sind, indem die ukrainischen Firmen erlauben, ihre Drohnen für Langstreckenangriffe auf Russland in Europa zu produzieren (6) und indem Polen, die Baltenstaaten und Finnland ihre Lufträume für diese Angriffe zur Verfügung stellen.
  • Da diese Angriffe in Russland inzwischen schmerzhafte Schäden anrichten, könnte bald der Punkt erreicht sein, an dem Russland sich gezwungen sieht, dagegen vorzugehen, indem es die ukrainischen Produktionsstandorte, die Umschlagplätze in Europa für Waffen für die Ukraine (5) und die Staaten anzugreifen, die ihre Lufträume für die Angriffe auf Russland zur Verfügung stellen.

Solche Angriffe könnten laut Karaganow als „Warnschüsse“ zunächst konventioneller Art sein.

  • Im Falle eines Gegenschlags könnte Russland auch einen nuklearen Schlag gegen einzelne europäische Länder führen, wobei Deutschland neben Rumänien und Polen das primäre Ziel sei.
  • Dabei wiederholte er seine schon oft ausgesprochene Warnung, sollte Deutschland auch nur versuchen, sich Atomwaffen zu beschaffen, werde es „von der Erdoberfläche ausgelöscht werden“.
  • Karaganow hat – im Gegensatz zu Merz, Wadephul oder Generalleutnant Neumann, die in Deutschland mit ihrer Kriegsrhetorik auffallen – kein offizielles Amt inne.
  • Aber seine Stimme bekommt in russischen Expertenkreisen und vor allem in der Bevölkerung (wo sich großer Hass gegen Deutschland aufgebaut hat ) immer mehr Gewicht, da seine Warnungen, die Europäer würden irgendwann zu Kriegsparteien werden, wenn man ihnen nicht rechtzeitig eine deutliche Warnung zukommen lässt, inzwischen eingetroffen sind.

(5)  Warnung Karaganov - siehe:   Putinberater Sergej Karaganow im Interwiew: Die EU ist verrückt geworden, das muss gestoppt werden – „wir haben vergessen, dass Europa der Ursprung allen Übels ist.“  
https://www.volkerfuchsputzbrunn.de/2026-2/russland/04-30/ 

(6) Liste der europäischen Standorte die Waffen zum Angriff gegen Russland produzieren siehe den Bericht  Putin und Medwedew (haltet den Mund europäische Schurken / Euroimpotente) zum Drohnenabsturz in ein rumänisches Gebäude / Europäische Hersteller RUS-Angriffsmaterial https://www.volkerfuchsputzbrunn.de/2026-2/russland/05-31/  Kap 3.) Hersteller von UAVs und Komponenten mit ausländischen Niederlassungen ukrainischer Unternehmen und ausländischen Unternehmen, die Komponenten herstellen:


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