Autoindustrie schreibt Milliarden auf Elektroautos ab: Hersteller planten am Markt vorbei / 60 Milliarden Euro Verlust bei Autoherstellern durch ideologische Fehlsteuerung


Volker Fuchs 2.9.2026 

Nachfolgend in Ergänzung des Berichtes vom 7.8.2026 - Autobauer kehren zurück zum Verbrenner: Prof. Indra - E-Autos ein Irrweg /  Größtes Mercedes-Werk Europas nun in Ungarn - DEU verliert Anschluss
https://www.volkerfuchsputzbrunn.de/2026-3/investigativ/08-08/
drei weitere Berichte zum Thema Elektroauto  Kapitelübersicht: 
1.) Autoindustrie schreibt Milliarden auf Elektroautos ab: Hersteller planten am Markt vorbei
2.) Elektroautos ohne echten Vorteil am Markt: Staat treibt Absatz mit Subventionen
3.) Elektroautos: 60 Milliarden Euro Verlust bei Autoherstellern durch ideologische Fehlsteuerung
 
1.) Autoindustrie schreibt Milliarden auf Elektroautos ab: Hersteller planten am Markt vorbei
https://blackout-news.de/wirtschaft/autoindustrie-schreibt-milliarden-auf-elektroautos-ab-hersteller-planten-am-markt-vorbei/ 
August 29, 2026 
Die Autoindustrie muss 2026 die Folgen milliardenschwerer Fehlplanungen bei Elektroautos korrigieren.
  • Stellantis, Ford, General Motors und Volkswagen beziehungsweise Porsche verbuchten zusammen rund 55 Milliarden Dollar an Belastungen. Die Hersteller hatten mit einem schnelleren Hochlauf der Elektromobilität gerechnet.
  • Doch vor allem in den USA blieb die Nachfrage deutlich hinter diesen Erwartungen zurück. Nun folgen Abschreibungen, gekürzte Modellprogramme, neue Antriebsstrategien und weitere Einschnitte in den Werken.

Autoindustrie korrigiert ihre Elektroauto-Strategie

Besonders drastisch fällt die Bilanz bei Stellantis aus.

  • Der Konzern verbuchte Belastungen von 22,2 Milliarden Euro beziehungsweise 26,5 Milliarden Dollar.
  • Ford korrigierte seine Elektrostrategie um 19,5 Milliarden Dollar,
  • General Motors um weitere sechs Milliarden. Volkswagen musste außerdem über Porsche rund sechs Milliarden Dollar verkraften.

Die Autoindustrie korrigiert milliardenschwere Elektroauto-Pläne. Abschreibungen und Überkapazitäten treffen Werke und Beschäftigte Bild: Shutterstock
Hinter diesen Summen stehen falsche Annahmen über Tempo und Umfang der Nachfrage.

  • Stellantis hatte beispielsweise für 2030 einen Elektroanteil von 100 Prozent in Europa angestrebt. In den USA sollten es 50 Prozent sein. Konzernchef Antonio Filosa bezeichnete die früheren Erwartungen inzwischen als „zu optimistisch“. Deshalb richtet Stellantis sein Angebot wieder stärker an der tatsächlichen Nachfrage aus.

Milliardenverluste bedeuten nicht das Ende des Elektroautos

Die milliardenschweren Korrekturen zeigen jedoch keinen allgemeinen Zusammenbruch des Elektroautomarktes. Vielmehr hat die Autoindustrie regionale Unterschiede und das Tempo der Umstellung falsch eingeschätzt.

In den USA brach die Dynamik nach dem Wegfall staatlicher Kaufanreize deutlich ein. Gleichzeitig wachsen die Verkäufe in Europa inzwischen kräftig.
  • Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Zulassungen reiner Elektroautos in der EU um 40,5 Prozent. Dieser Zuwachs entsteht jedoch nicht allein aus einer höheren Marktakzeptanz. Staatliche Kaufanreize und Förderprogramme stützen den Absatz in mehreren Ländern, während hohe Kraftstoffpreise Verbrenner verteuern.
  • Hinzu kommen politische Lenkungsinstrumente wie die CO₂-Bepreisung, die Benzin und Diesel gezielt verteuern und Elektroautos wirtschaftlich attraktiver machen soll.
  • Die Bundesregierung beschreibt genau diese Lenkungswirkung ausdrücklich als Ziel der CO₂‑Abgabe. Deshalb lässt sich aus steigenden Zulassungszahlen allein bislang nicht ableiten, wie groß die Nachfrage nach Elektroautos unter gleichen steuerlichen und preislichen Bedingungen tatsächlich wäre.

Falsche Planung trifft Werke und Beschäftigte

Parallel dazu verschärfen Überkapazitäten die Lage vieler europäischer Hersteller. Volkswagen will deshalb Modellvielfalt und Produktionskapazitäten weiter reduzieren.

  • Konzernchef Oliver Blume sieht mehrere deutsche Werke langfristig nicht ausreichend ausgelastet. Während das Management weitere Einschnitte vorbereitet, kämpfen Betriebsrat und Niedersachsen gegen mögliche Werksschließungen und zusätzlichen Stellenabbau.

Damit geht es längst nicht mehr nur um die Frage, welcher Antrieb sich durchsetzt.

  • Die Autoindustrie hat Milliarden investiert, bevor sich Nachfrage, Preise und politische Rahmenbedingungen verlässlich abschätzen ließen.
  • Gleichzeitig drängen chinesische Hersteller mit niedrigeren Kosten und schnelleren Entwicklungszyklen auf die europäischen Märkte.
  • Deshalb zahlen für die Fehlplanung nicht nur die Konzerne. Auch Werke, Zulieferer und zehntausende Beschäftigte geraten in die Anpassungsprogramme.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Reuters (25.08.26) – Nau Automobile (22.08.26) – Volkswagen Group (04.08.26) – ACEA (23.07.26)

Mehr zum Thema Elektroauto:

 
2.) Elektroautos ohne echten Vorteil am Markt: Staat treibt Absatz mit Subventionen
https://blackout-news.de/meinung/elektroautos-ohne-echten-vorteil-am-markt-staat-treibt-absatz-mit-subventionen/ 
Juni 23, 2026
Eine kritische Betrachtung unseres Autors Klaus Bastian
Deutschland treibt den Absatz von Elektroautos 2026 weiterhin politisch mit erheblichen Subventionen voran.
  • Fördermittel, Steuerprivilegien, CO₂-Vorgaben und öffentliche Ladeprogramme verändern den Markt zugunsten des Elektroantriebs. Käufer und Hersteller erhalten jedoch nicht in der nötigen Breite einen klaren wirtschaftlichen Vorteil.
  • Besonders häufig profitieren Haushalte mit hohem Einkommen, Wohneigentum und eigener Lademöglichkeit. Mieter und Geringverdiener tragen die staatlichen Kosten dagegen ebenfalls mit. Außerdem bleibt in vielen Mehrwagenhaushalten ein Verbrenner für lange Strecken erhalten. 
Erfolgreiche Produkte überzeugen den Markt durch klare Vorteile
  • Ein neues Produkt setzt sich dauerhaft dann durch, wenn mindestens ein Marktteilnehmer deutlich profitiert. Beim Smartphone erhielten sogar beide Seiten einen erheblichen Vorteil. Käufer bekamen Internet, Navigation, Kamera und zahlreiche Anwendungen in einem Gerät.

  • Hersteller erschlossen zugleich neue Erlöse mit Apps, Zubehör und digitalen Diensten. Deshalb akzeptierten Verbraucher auch die anfangs hohen Preise.

  • Elektroautos setzen sich ohne Subventionen am Markt nicht breit durch, da weder Käufer noch Hersteller einen eindeutigen Vorteil haben 

  • Auch Flachbildfernseher kosteten zunächst erheblich mehr als Röhrengeräte. Käufer zahlten den Aufpreis jedoch für große Bildschirme, wenig Bautiefe und geringeres Gewicht.

  • Kaffeekapselsysteme verbreiteten sich ebenfalls trotz hoher Folgekosten. Hier profitierten vor allem die Hersteller von hohen Margen und einer dauerhaften Kundenbindung. Mindestens eine Seite hatte somit jeweils einen klaren Anreiz.

Beim Elektroauto fehlt der breite wirtschaftliche Vorteil

Beim Elektroauto fällt diese Bilanz deutlich schwächer aus. Weder Käufer, noch Hersteller profitieren ohne Subventionen wirklich.

  • Eigenheimbesitzer können zwar günstig an der eigenen Wallbox laden. Mieter und Laternenparker nutzen jedoch oft teurere öffentliche Ladepunkte.
  • Zudem belasten hohe Kaufpreise, Ladezeiten und unsichere Restwerte die Entscheidung. Ein überzeugender Vorteil entsteht deshalb nur bei bestimmten Fahr-, Einkommens- und Wohnprofilen, aber nicht in der notwendigen Bandbreite.

Auch viele Hersteller profitieren bisher nicht ausreichend. Elektroautos erzielen größtenteils niedrigere Margen als vergleichbare Verbrenner.

  • Gleichzeitig investieren die Konzerne hohe Summen in Batterien, Software und neue Fabriken. Hinzu kommt politischer Zwang: Um die europäischen Flottengrenzwerte einzuhalten und Strafzahlungen zu vermeiden, müssen Hersteller Elektroautos teilweise mit hohen Rabatten und viel zu geringer Marge in den Markt drücken.
  • Auch die Händler verlieren Einnahmen aus Wartung, Ersatzteilen und Verschleißreparaturen. Der Markt entwickelt sich daher nicht aus einem gemeinsamen wirtschaftlichen Interesse von Käufern und Herstellern, sondern nur unter politisch regulatorischem Druck.

Staatliche Förderung begünstigt vor allem Käufer mit Wohneigentum

Die Verteilung der Elektroautos zeigt deutliche Einkommensunterschiede.

  • Im Jahr 2023 besaßen nur 1,3 Prozent der Haushalte unter 2.600 Euro Monatseinkommen ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybrid.
  • Ab 5.000 Euro lag der Anteil dagegen bei 13,4 Prozent. Die Quote war dort somit mehr als zehnmal so hoch. Höhere Einkommen erleichtern jedoch sowohl den Fahrzeugkauf als auch den Zugang zu Wohneigentum.
  • Auch die Wohnsituation entscheidet über den praktischen Nutzen.Nach einer HUK-Auswertung fahren Immobilieneigentümer 81 Prozent der privat zugelassenen Elektroautos.
  • Unter Eigentümern besitzen 4,8 Prozent ein reines Elektroauto. Bei Menschen ohne Wohneigentum sind es dagegen nur 1,6 Prozent. Trotzdem finanziert die Allgemeinheit Steuervergünstigungen, Zuschüsse und Ladeprogramme. 

Subventionen sind ein Zeichen fehlender Marktreife

Staatliche Unterstützung belegt keine Marktreife. Sie weist vielmehr darauf hin, dass die eigenen Produktvorteile noch nicht ausreichen, um Käufer oder Hersteller einen ausreichenden Vorteil zu verschaffen.

  • Ein überzeugendes Produkt benötigt auf Dauer weder Kaufzuschüsse noch steuerliche Sonderregeln. Auch regulatorischer Verkaufsdruck ersetzt keinen wirtschaftlichen Nutzen. Subventionen verlagern die Kosten lediglich auf Steuerzahler, die das geförderte Produkt oft selbst nicht nutzen können.

Zudem ersetzt das Elektroauto nicht immer einen vorhandenen Verbrenner.

  • Der Anteil der Haushalte mit zwei Autos stieg von 24,5 Prozent im Jahr 2012 auf 27,0 Prozent im Jahr 2022. Bei drei oder mehr Fahrzeugen nahm er von 4,1 auf 6,2 Prozent zu.
  • Das Elektroauto ergänzt deshalb in manchen Haushalten den bestehenden Fuhrpark, während der Verbrenner das Standardfahrzeug ist und vor allem für  lange Strecken erhalten bleibt.
  • Die Förderung senkt in diesen Fällen weder die Zahl der Fahrzeuge noch schafft sie einen eigenständigen Marktvorteil. Ein selbsttragender Markt entsteht erst, wenn Käufer und / oder Hersteller auch ohne staatliche Hilfe deutlich profitieren.

Verfasser: Blackout News – KOB
Verwendete Quellen: Statistisches Bundesamt (22.01.26) – HUK Coburg (Stand: 19.06.26) – Volkswagen Group (30.10.25) – Bundesfinanzministerium (Stand: 19.06.26) – Statistisches Bundesamt (05.09.23)

Mehr zum Thema Elektroauto:

3.) Elektroautos: 60 Milliarden Euro Verlust bei Autoherstellern durch ideologische Fehlsteuerung
https://blackout-news.de/aktuelles/elektroautos-60-milliarden-euro-verlust-bei-autoherstellern-durch-ideologische-fehlsteuerung/ 
April 19, 2026
Die globale Autoindustrie steckt laut Experten in einer „Potenziell existenzbedrohende Krise“, denn 2024 summieren sich die Verluste im Elektroauto-Segment auf rund 60 Milliarden Euro.
  • Konzerne wie Volkswagen, Ford und General Motors mussten hohe Abschreibungen vornehmen. Ursache ist die deutlich schwächere Nachfrage nach Elektroautos. Viele Kunden lehnen die Technik ab oder verschieben den Kauf. 
  • Hersteller hatten mit deutlich höheren Verkaufszahlen gerechnet. Gleichzeitig flossen Milliarden in den Ausbau der Produktion. Die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage wurde zum zentralen Risiko.
  • Die Folgen sind Produktionskürzungen, gestoppte Projekte und wachsende Unsicherheit für Beschäftigte und Zulieferer (fr: 12.04.26).  

Kundenakzeptanz bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück

Viele Hersteller planten mit einem schnellen Umstieg auf Elektroautos, doch diese Annahme hat sich als falsch erwiesen, denn Kunden reagieren weiterhin zurückhaltend. Hohe Preise schrecken ab. Begrenzte Reichweiten verstärken die Skepsis und die langen Ladezeiten gelten weiterhin als unpraktisch. Unsicherheit über Batterielebensdauer bleibt bestehen.

 
„Potenziell existenzbedrohende Krise“: Autoindustrie verzeichnet massive Verluste bei Elektroautos und verliert 60 Milliarden Euro  Der Wegfall staatlicher Förderungen verschärft die Lage. Kaufprämien hatten die Nachfrage künstlich gestützt.
  • Nach deren Ende brachen Bestellungen ein. Viele Käufer entscheiden sich bewusst gegen ein Elektroauto. Verbrenner gelten weiterhin als zuverlässig und wirtschaftlich.
  • Diese Entwicklung zeigt eine klare Marktpräferenz. Hersteller haben diese Realität zu lange ignoriert. 

Politische Vorgaben verdrängen marktwirtschaftliche Logik

Die strategische Ausrichtung der Branche folgte politischen Zielvorgaben.

  • CO₂-Regeln und Verbrennerverbote setzten klare Rahmenbedingungen. Unternehmen investierten deshalb massiv in Elektromobilität. Wirtschaftliche Risiken traten in den Hintergrund. Die Zahlungsbereitschaft der Kunden wurde überschätzt.
  • Mehrere Konzerne reagieren inzwischen mit Kurskorrekturen. Ford reduziert Investitionen im E-Auto-Bereich. General Motors passt Produktionsziele an. Auch Volkswagen verschärft Sparprogramme. Dennoch bleiben die finanziellen Belastungen hoch. Fehlentscheidungen der Vergangenheit wirken weiter nach. 

Kostenexplosion verschärft die Krise zusätzlich

Die Produktion von Elektroautos verursacht hohe Kosten, wobei Batterien der größte Kostentreiber bleibt. Rohstoffpreise schwanken stark. Entwicklungsausgaben steigen weiter an. Skaleneffekte treten langsamer ein als geplant.

  • Gleichzeitig zwingt die schwache Nachfrage zu Preisnachlässen. Margen geraten unter Druck. Werke sind nicht ausgelastet. Überkapazitäten entstehen. Hersteller kürzen die Produktion. Investitionen werden verschoben oder gestrichen.
  • Die Branche steht vor einer grundlegenden Neuordnung. Ohne Akzeptanz am Markt bleibt die Transformation wirtschaftlich riskant.

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