Füllen sich die Ölquellen von selbst wieder auf? / Das gefährlichste Buch der Welt - Der Mythos der fossilen Brennstoffe / Anne Hardy von Pro-Physik über Thomas Gold: Streitbarer Goldsucher
Volker Fuchs 23.8.2026
Nachfolgend
in Ergänzung der bisherigen drei Berichte über die abiogene Theorie der Entstehung von Erdöl (siehe unten) nun mehr über den Erfinder dieser
Theorie Thomas Gold
Thomas Gold - Konträre Ansichten in Geologie und Biologie: Abiogene Entstehung von Erdöl
Thomas Gold interessierte sich erstmals in den 1950er Jahren für die Entstehung von Erdöl und stellte eine Theorie zur abiogenen Bildung fossiler Brennstoffe auf .
- Gold
führte ausführliche Diskussionen zu diesem Thema mit Fred Hoyle , der
sogar ein Kapitel über „Golds Porentheorie“ in sein 1955 erschienenes
Buch „ Frontiers in Astronomy“ aufnahm .
- Während russische Wissenschaftler schon lange an der Aufklärung möglicher abiogener Ursprünge von Erdöl arbeiteten, verhinderte der Kalte Krieg die Veröffentlichung ihrer Arbeiten bis in die 1990er Jahre.
- So
wurde Thomas Gold in den Vereinigten Staaten die Idee zugeschrieben,
nachdem ihn die aktuellen Ereignisse im Juni 1977 dazu veranlassten,
einen Meinungsbeitrag mit dem Titel „Die Ursprünge von Öl und Gas neu denken“ im Wall Street Journal zu veröffentlichen.
Der Wissenschaftskommunikator Paul Davies erklärte Golds Theorie folgendermaßen:
- „Man geht gemeinhin davon aus, dass Erdöl und Kohle Überreste uralten Oberflächenlebens sind, die vergraben und extremen Temperaturen und Drücken ausgesetzt wurden.
- Gold hingegen behauptet, dass diese Ablagerungen keine fossilen Brennstoffe im herkömmlichen Sinne sind, sondern Produkte primordialer / ursprünglicher Kohlenwasserstoffe aus der Zeit der Erdentstehung.
- Er
argumentiert, dass die flüchtigen Gase über Äonen hinweg durch Risse in
der Erdkruste zur Oberfläche wandern und entweder als Methan in die
Atmosphäre entweichen, in unterirdischen Gasfeldern eingeschlossen werden oder durch die Vermischung mit Wasserstoff zu Erdöl, Teer oder kohlenstoffhaltigem Material wie Kohle werden.“
Was die Allgegenwart abiotischer Kohlenwasserstoffe im Sonnensystem betrifft , wurde Gold in einem Porträt in der Washinton Post aus dem Jahr 1999 mit den Worten zitiert: „Es erschien mir immer absurd, Erdölkohlenwasserstoffe auf anderen Planeten zu sehen, wo es offensichtlich nie Vegetation gab, obwohl wir darauf bestehen, dass sie auf der Erde biologischen Ursprungs sein müssen.“
Theorie der „tiefen heißen Biosphäre“
In einer 1992 veröffentlichten Arbeit mit dem Titel „Die tiefe, heiße Biosphäre“ vermutete Gold erstmals, dass mikrobielles Leben in der Porosität der Erdkruste bis in Tiefen von mehreren Kilometern weit verbreitet ist, wo steigende Temperaturen schließlich eine Grenze setzen.
Das Leben im Untergrund bezieht seine Energie nicht aus Photosynthese, sondern aus chemischen Quellen in Fluiden, die durch die Kruste nach oben wandern.
Die Masse der tiefen Biosphäre könnte mit der der Oberflächenbiosphäre vergleichbar sein. Unterirdisches Leben könnte auch auf anderen Himmelskörpern im Sonnensystem und im gesamten Universum weit verbreitet sein, sogar auf Welten ohne andere Sterne.
Ein 1993 in der New York Times veröffentlichter Artikel des Journalisten William Broad mit dem Titel "Seltsame neue Mikroben deuten auf eine riesige unterirdische Welt hin“ machte Golds These öffentlich bekannt
- Der Artikel begann mit den Worten: „Neue Formen mikrobiellen Lebens werden in solcher Fülle tief im Erdinneren entdeckt, dass einige Wissenschaftler vermuten, der Planet besitze eine verborgene Biosphäre, die sich kilometerweit in die Tiefe erstreckt und deren Gesamtmasse der gesamten oberirdischen Lebensmasse gleichkommen oder diese sogar übertreffen könnte.
Sollte eine solche Tiefenbiosphäre existieren, so die Wissenschaftler, würde ihre Entdeckung Lehrbücher umschreiben und neue Erkenntnisse über das Geheimnis des Ursprungs des Lebens liefern. Selbst Skeptiker halten die These für faszinierend genug, um neue Forschungen der unterirdischen Welt zu rechtfertigen.“
Kapitelübersicht:
1.) Füllen sich die Ölquellen von selbst wieder auf?
2.) Das gefährlichste Buch der Welt - Thomas Gold über den Der Mythos der fossilen Brennstoffe
3.) Anne Hardy von Pro-Physik über Thomas Gold: Streitbarer Goldsucher
Thomas Gold, ehemaliger Professor für Astronomie an der Cornell University, argumentierte, dass Ölquellen und Gasfelder von unten mit neuem Öl und Gas aufgeladen werden.
- Er behauptete, dass die meisten neuen Kohlenwasserstoffe tief in der Kruste entstehen und in geologischen Fallen in verschiedenen Tiefen für bestimmte Teile der Kruste aufsteigen.
- Das ist die abiogene Theorie der Kohlenwasserstoffproduktion, die durch astronomische Daten und durch Labordaten gestützt wird, die die Bedingungen in der tiefen Kruste und im oberen Erdmantel simulieren.
Eine rasche Auffüllung der Ölfelder würde tiefere sekundäre Reservoirs unter Druck erfordern, die in die primären Reservoirs einfließen, wenn diese erschöpft sind.
- In letzter Zeit gab es zahlreiche Berichte über Öl- und Gasfelder, die nicht zum erwarteten Zeitpunkt erschöpft waren, sondern einen höheren Gehalt an Kohlenwasserstoffen aufwiesen, nachdem sie bereits mehr als die ursprünglich geschätzte Menge gefördert hatten.
- Dies
wurde im Nahen Osten, in den tiefen Gasbohrungen von Oklahoma, an der
Küste des Golfs von Mexiko und an anderen Orten beobachtet.
- Diese offensichtliche Wiederauffüllung während der Produktion ist verantwortlich für eine Reihe von groben Unterschätzungen der Reserven, die immer wieder veröffentlicht wurden.
- Die denkwürdigste Unterschätzung ist diejenige aus den frühen siebziger Jahren - die das Ende von Öl und Gas weltweit für 1987 vorhersagte, eine Vorhersage, die zu einer Energiekrise und damit zu einer enormen Verschiebung des Wohlstands der Nationen führte.
Das Nachfüllen ist ein Punkt von größter wirtschaftlicher Bedeutung und auch ein Schlüssel zum Verständnis, woher das ganze Erdöl stammt. Es ist auch von praktischer technischer Bedeutung, da wir in der Lage sein könnten, eine gewisse Kontrolle über den Auffüllprozess auszuüben. Natürlich kennen wir alle das Konzept der „Wiederherstellung des Drucks in Ölfeldern“ durch Gasinjektion und andere Mittel.
- Wenn
das Erdöl oder Erdgas in einer Formation gefördert wird, können die in
der Lagerstätte verbleibenden Kohlenwasserstoffe eingeschlossen werden,
weil der Druck in der Formation nachgelassen hat, so dass die Förderung
entweder drastisch verlangsamt oder ganz eingestellt wird.
- Gasinjektion wird in einem Bohrloch eingesetzt, um den abnehmenden Druck in der Formation zu erhöhen. Systematisch über das gesamte Feld verteilt, werden Gasinjektionsbohrungen eingesetzt, um Gas einzuspritzen und die Formation effektiv nach verbliebenem Erdöl abzusuchen, um die Produktion zu steigern….
- Gasinjektion kann
als wirtschaftlicher Weg dienen, um unwirtschaftliche Gasproduktion in
einem Ölreservoir zu entsorgen. Während in der Vergangenheit geringe
Mengen an Erdgas, die aus Ölfeldern gefördert wurden, abgefackelt oder
verbrannt wurden, ist diese Praxis in einigen Ländern verboten und in
anderen gegen das Gesetz.
Gasinjektion, Gaslift und gasmischendes Verfahren
Obwohl die Begriffe manchmal miteinander verwechselt werden, sind Gasinjektion und Gaslift zwei unterschiedliche Verfahren, die zur Steigerung der Produktion eingesetzt werden. Während es sich bei der Gasinjektion um eine sekundäre Fördermethode handelt, ist der Gaslift eine Art der künstlichen Hebung.
- Der
künstliche Auftrieb ist eine weitere Möglichkeit, die Förderung aus
einem Bohrloch durch Erhöhung des Drucks in der Lagerstätte zu steigern.
Zu den wichtigsten Arten der künstlichen Förderung gehören Gaslift und
Pumpensysteme wie Balkenpumpen, Hydraulikpumpen und elektrische
Tauchpumpen.
Während bei der Gasinjektion das Gas über eine eigene Injektionsbohrung eingeleitet wird, erfolgt der Gaslift über die Produktionsbohrungen.
- Beim Gaslift wird komprimiertes Gas in den Ringraum der Verrohrung eines Förderbohrlochs gepresst und tritt an zahlreichen Eintrittsstellen, den so genannten Gasliftventilen, in das Bohrloch ein.
- Wenn
das Gas an diesen verschiedenen Stellen in die Rohre eintritt, bildet
es Blasen, erleichtert die Flüssigkeiten und senkt den Druck, wodurch
sich die Förderrate des Bohrlochs erhöht.
Darüber hinaus kann eine Art von EOR, die bei einem Bohrloch in der tertiären Produktion eingesetzt wird, ein gasmischendes Verfahren, zur Steigerung der Produktion verwendet werden.
- Der
Unterschied bei dieser Fördermethode besteht darin, dass die in die
Lagerstätte eingebrachten Gase nicht natürlich vorkommen. Bei einem
gasmischbaren Verfahren werden Kohlendioxid, Stickstoff und Flüssiggas
in die Lagerstätte injiziert. Rigzone Gasinjektion
- Der
größte Teil des Öls in den bestehenden Bohrlöchern verbleibt im
Untergrund und wartet darauf, dass die Menschen klug genug werden, es zu
fördern. Bessere
Techniken zur verbesserten Ölförderung werden unweigerlich entwickelt
werden, um mehr und mehr des verbleibenden Kohlenwasserstoffs zu
gewinnen – bis es nicht mehr wirtschaftlich ist. Dann wird das
verbleibende Öl auf weitere Entwicklungen warten.
Thomas Gold argumentiert (z. B. hier und hier), dass Ölquellen von unten her mit neuem Öl und Gas aufgeladen und nachgeladen werden.
- Er behauptet, dass die meisten neuen Kohlenwasserstoffe tief in der Kruste entstehen und in geologischen Fallen in verschiedenen Tiefen für bestimmte Teile der Kruste aufsteigen.
- Das ist die abiogene Theorie der Kohlenwasserstoffproduktion,
die durch astronomische Daten und durch Labordaten gestützt wird, die
die Bedingungen in der tiefen Kruste und im oberen Erdmantel simulieren.
- Eine rasche Auffüllung von Ölfeldern – wie sie hier vorgeschlagen wird – würde tiefere sekundäre Reservoirs unter Druck erfordern, die die primären Reservoirs speisen, wenn diese erschöpft sind.
Es gibt noch eine andere Möglichkeit, wie Öl- und Gasfelder wieder aufgefüllt werden können: durch die biogene Produktion von Öl und Gas.
- Die biogene Produktion durch geologische Wärme und Druck ist jedoch im Allgemeinen eine viel langsamere Methode der Wiederauffüllung als die abiogene Methode von Gold.
Aber sie ist dennoch unvermeidlich. Biogenes Öl ist eine erneuerbare
Ressource, aber sie ist auf einer anderen Zeitskala erneuerbar, als die
Menschen sie im Allgemeinen nutzen.
Und doch gibt es eine Möglichkeit, wie biogenes Öl ein erschöpftes Ölfeld „schnell“ wieder auffüllen kann.
- Im
Falle mehrerer miteinander in Verbindung stehender Erdöllagerstätten in
unterschiedlichen Tiefen, mit unterschiedlicher Wärme und
unterschiedlichem Druck könnte eine tiefer gelegene biogene Lagerstätte eine oberflächlichere Lagerstätte in Abhängigkeit von einer Reihe von Faktoren in unterschiedlichem Tempo wieder auffüllen.
- Öl und Gas wandern nach oben, wenn
sie die Möglichkeit dazu haben. In diesem Fall heißt es also nicht
„Schildkröten ganz unten“, sondern „Öl- und Gasreservoirs ganz unten“.
Schließlich gibt es noch die tektonische Aktivität der ozeanischen Kruste, die durch die ständige Subduktion ozeanischer Kruste unter die kontinentale Kruste einen ständigen Nachschub an teilweise verarbeitetem organischem Material in die tiefe Kruste und den Erdmantel liefert.
- Dies ist eine langsame, aber stetige Pipeline, die kontinuierlich Rohstoffe für die Produktion von Öl und Gas liefert. Die riesigen Gashydratvorkommen der Erde sind wahrscheinlich zu einem großen Teil diesem tektonischen Prozess zu verdanken.
- Sehr gut erklärt diese Vorgänge auch Professor Willie Soon im Interview mit Tucker Carlson: Astrophysiker Willie Soon zerlegt Klima-Narrativ bei Tucker Carlson
Was wäre, wenn Erdöl und Erdgas gar nicht fossilen Ursprungs und damit auch gar nicht erschöpfbare Energiereserven wären? Die Seifenblase der „grünen Energie“ und des „green deals“ würde für den letzten Akademiker sichtbar zerplatzen.
- Der austroamerikanische Astrophysiker Thomas Gold hat vor über einem Vierteljahrhundert plausible Indizien vorgelegt, die die Klassifikation in „erneuerbare“ und „fossile“ Energieträger zu einer Fehlwahrnehmung machen.
- In Wirklichkeit seien Erdöl, Erdgas und Steinkohle sich selbst erneuernde Stoffe aus einer heißen Biosphäre im Inneren unseres Planeten. Fossiles Residuum sei nur der Sauerstoff.
Thomas
Gold (1920-2004) hatte nicht immer Recht. Aber meist trafen seine
non-konformistischen Theorien, die er aus ausgeklügelten Experimenten
entwickelte, zu. Jahrzehnte später drehte dann die wissenschaftliche
Welt bei.
- 1946 entdeckte er, dass die Frequenzanalyse unseres Hörens nicht im Gehirn, sondern bereits im Innenohr erfolgt. Die Messung otoakustischer Emissionen bestätigte seine Analyse Ende der 1970er Jahren.
- 1955 erkannte er die Instabilität der Rotationsachse unserer Erde, die
wahrscheinlich im Kambrium (erdgeschichtlicher Zeitraum vor etwa 500
Millionen Jahren) die Entstehung aller höheren Lebewesen ermöglicht hat.
- Im gleichen Jahr sagte er auch korrekt die Konsistenz der Mondoberfläche voraus.
- 1968
war er der erste Physiker, der hinter Pulsaren rotierende
Neutronensterne vermutete. Die jeweils zunächst empörte Ablehnung seiner
Thesen nahm er gelassen. Gold hatte keine Angst, falsch zu liegen.
Fünf Jahre vor seinem Tod schockierte Thomas Gold noch einmal die Fachwelt. Erdöl und Erdgas würden als eine Art urzeitlicher Sirup aus den im Erdinneren vorhandenen Kohlenwasserstoffen unter Mitwirkung hitzeresistenter Mikroben kontinuierlich entstehen und damit nahezu unerschöpflich sein.
- Die
Tatsache, dass in den vergangenen Jahrzehnten weltweit ständig neue
Lagerstätten erschlossen werden konnten, ist ein weiteres Indiz, dass Gold mit seiner Erklärung der Entstehung richtig liegen dürfte.
- Die gängige Lehrmeinung,
dass diese Energieträger aus der Zersetzung organischer Stoffe unter
hohem Druck in der Frühzeit der Erde („fossil“) hervorgegangen seien,
ist hochspekulativ und voller Widersprüche. Größe und Lokalisation der Lagerstätten hätte durch die Menge der abgestorbenen Pflanzen und Tiere gar nicht gebildet werden können.
Wenn man nun noch den bis heute gültigen Energieerhaltungssatz ins Feld führt, dann zerfällt auch die Milchmädchenrechnung der „erneuerbaren“ Energien. In geschlossenen Systemen kann Energie in andere Formen umgewandelt werden, aber die Menge der Energie bleibt gleich.
- Die Windenergie, die ein Windrad antreibt, fehlt an anderer Stelle; die Sonneneinstrahlung, die auf ein Solarpaneel auftrifft und in elektrische Energie umgewandelt wird, erwärmt die darunterliegende Fläche der Erde oder eines Gebäudes nicht mehr.
- Die Natur schickt keine Rechnung, wir zahlen aber dennoch unseren Preis. Und wie sollte ein Energieträger wie Wasserstoff eine günstigere Ökobilanz als Öl oder Gas haben, wenn er nicht nur genauso transportiert, sondern auch noch unter hohem Energieaufwand hergestellt werden muss?
Thomas Gold hat früher als andere erkannt, dass unsere heutige Experten-Wissenschaft mit immer schmaleren Erkenntnisnischen eine Fehlentwicklung ist.
- Wegen des stark verengten Blickfeldes und der Befangenheit von Experten wandte er sich gegen das Peer-Review-System, in dem Neues von Fachkollegen beurteilt wird. Stattdessen schlug er einen „Science Court“ aus Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachgebiete als Entscheidungsinstanz vor.
- Schon
ein halbes Jahrhundert früher hatte Albert Einstein nach seiner
jahrelang verschleppten Ernennung als Professor erklärt, dass er jetzt
unter den „Huren“ angekommen sei.
- Die
Erkenntnisse von Thomas Gold, die schon viele Windmühlen der gelenkten
Wissenschaft zum Einsturz gebracht haben, sind geeignet, auch den Irrweg
der Windräder zu beenden. Die Frage ist nur, ob dies noch rechtzeitig
geschieht.
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Dieses Buch präsentiert eine Reihe wahrhaft kontroverser und verblüffender Theorien:
- Erstens postuliert es, dass sich unter der Erdoberfläche eine Biosphäre befindet, die von größerer Masse und größerem Volumen ist als die gesamte Biosphäre auf den Kontinenten und in den Ozeanen unseres Planeten.
- Zweitens
geht es davon aus, dass die Bewohner dieser unterirdischen Biosphäre
keine Pflanzen oder Tiere im herkömmlichen Sinne sind, sondern wärmeliebende Bakterien, die sich ausschließlich von Kohlenwasserstoffen, also Erdgas und Erdöl, ernähren.
- Und drittens, und vielleicht am ketzerischsten, vertritt das Buch die verblüffende These, dass die meisten Kohlenwasserstoffe auf der Erde nicht das Nebenprodukt biologischer Überreste („fossile Brennstoffe“) sind, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Materialien waren, aus denen die Erde selbst vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstand.
Die Implikationen sind verblüffend. Die Theorie liefert Antworten auf häufig gestellte Fragen:
- Ist die tiefe, heiße Biosphäre der Ursprung des Lebens, und enthalten der Mars und andere scheinbar karge Planeten ebenfalls tiefe Biosphären?
- Noch provokanter ist die Frage: Könnte es sein, dass aus der Tiefe der Erde ein riesiges Vorkommen an Kohlenwasserstoffen aufsteigt, das uns reichlich Gas und Erdöl liefern kann?
- So
abwegig diese Ideen auch erscheinen mögen, sie werden durch eine
wachsende Zahl von Beweisen und durch Golds unbestrittene Autorität und
Ernsthaftigkeit in jeder wissenschaftlichen Debatte gestützt. In diesem
Buch begegnet uns ein
20.05.2020
Vor 100 Jahren wurde der Physiker Thomas Gold geboren, der mit seinen originellen Ideen oft für Kontroversen sorgte. Thomas Gold gehörte sicher zu den originellsten Physikern des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde er mit der „Steady State Theory“ des Universums – einer Alternative zur Urknall-Theorie. Der Astrophysiker, der am 22. Mai hundert Jahre alt geworden wäre, entfachte mit seinen Theorien heftige Kontroversen. Oft zeigte sich aber, dass er recht hatte. Thomas
Gold war gerade 20 Jahre alt und genoss das Studentenleben in
Cambridge, als der Zweite Weltkrieg ausbrach und er als „enemy alien“
interniert wurde.
- Seine
österreichischen Eltern waren Ende der 1930er-Jahre nach England
geflüchtet, weil der Vater jüdischer Abstammung war. Doch schon am
ersten Abend im Lager fand er einen Freund: Hermann Bondi stammte
ebenfalls aus Wien und hatte in Cambridge Physik studiert.
- Während
der 15 Monate in britischen und kanadischen Lagern unterhielt Bondi
seinen Freund mit improvisierten Mathematik-Vorlesungen und spornte ihn
dazu an, seine eigenen Kenntnisse zu vertiefen.
- Gold schloss sein Ingenieurstudium mit mäßigem Erfolg ab und verdingte sich zunächst als Holzfäller in Nord-England. Als sportlicher Typ war er stolz darauf, mit seiner Axt mehr Bäume fällen zu können als jeder andere.
Ende 1942 stieß Gold auf Fürsprache Bondis zu dem hoch-geheimen Radarprojekt unter der Leitung von Fred Hoyle.
- Zwei
Jahre lang teilte sich das Trio ein Bauernhaus in Surrey. Ihre freien
Stunden verbrachten die drei mit intensiven wissenschaftlichen
Diskussionen, die 1948 zur Publikation der „Steady State“-Theorie führten.
- „Fred Hoyle untermauerte sie als kosmologischer Philosoph, Hermann Bondi gab ihr das mathematische Gerüst und Tommy Gold war ihr extrovertierter Propagandist“, beschrieb Anthony Tucker die Arbeitsteilung in seinem Nachruf auf Gold.
Die „Steady State“-Theorie stand von Anfang an in Konkurrenz zur Urknall-Theorie.
- Schon
seit den 1920er-Jahren war die Rotverschiebung im Spektrum weit
entfernter Spiralnebel bekannt. Deshalb gingen die meisten davon aus,
dass die auseinander driftende Materie bei einem Urknall entstanden war.
- Die „Steady State“-Theorie nahm stattdessen an, dass es keinen Anfang gab. Vielmehr entstand fortwährend neue Materie, sodass die Dichte des Universums trotz des Auseinanderdriftens konstant blieb.
- Beide
Theorien waren mit den experimentellen Beobachtungen vereinbar, bis die
Entdeckung der kosmischen Hintergrundstrahlung im Jahr 1965 „den letzten Nagel in den Sarg der „Steady State“-Theorie schlug“, wie Stephen Hawking es ausdrückte.
- Für die Laufbahn von Thomas Gold war das kein Schaden, denn zu dieser Zeit saß er als Gründer und Direktor des Cornell Center for Radiophysics and Space Research bereits fest im Sattel.
Nach dem Krieg war er 1947 nach Cambridge zurückgekehrt und hatte dort sein Studium mit einer Arbeit über die Verstärkung von Schallwellen in der Gehörschnecke abgeschlossen. Enttäuscht, dass seine preisgekrönte Arbeit von Gehörspezialisten nicht zur Kenntnis genommen wurde, wandte sich Gold wieder der Astrophysik zu unterrichtete als „junior lecturer“ am Cavendish Labor.
- Bei
einer Sitzung der Royal Astronomical Society geriet er erstmals mit dem
Radioastronomen Martin Ryle aneinander, als es um den Ursprung neuer
Radioquellen ging. Gold vermutete sie außerhalb unserer Galaxie, was
Ryle heftig bestritt.
- Ein
Jahr später wurde Gold bestätigt, Ryle nutzte jedoch die Zahl
außergalaktischer Radioquellen als Argument gegen die „Steady
State“-Theorie, da diese Werte vorhersagte, die nicht mit den
Beobachtungen im Einklang waren.
1952 wurde Gold Assistent am Royal Greenwich Observatory, wo er an der Entwicklung eines Masers zur Verstärkung von Mikrowellen für Radioteleskope mitarbeitete.
- Schon
bald entfachte er die nächste Kontroverse. Er vermutete, dass es durch
die Wechselwirkung geladener Teilchen von der Sonne mit dem Magnetfeld
der Erde zu „magnetischen Stürmen“ in der oberen Atmosphäre kommt. 1957 bestätigen amerikanische Wissenschaftler seine Hypothese.
Am Royal Observatory entdeckte Gold auch die Möglichkeit, Ultraschall in der medizinischen Diagnostik einzusetzen.
Da sein Chef ihm nicht erlaubte, diese Forschung weiter zu verfolgen,
beschloss Gold, sein Glück in den Vereinigten Staaten zu versuchen. 1957 wurde der 37-Jährige einer der jüngsten Professoren in Harvard. Er blieb nur zwei Jahre.
- 1959 erhielt er die Chance, an der Cornell University ein interdisziplinäres Institut für Radioastronomie und Weltraumforschung aufzubauen. Es sollte eines der führenden amerikanischen Zentren werden. Unter seiner Mitwirkung entstand auch das damals weltgrößte Radioteleskop am Arecibo Oberservatory in Puerto Rico.
- 1968
stieß Thomas Gold erneut auf Ablehnung, als er hinter der Entdeckung
von Pulsaren durch Jocelyn Bell und Anthony Hewish schnell rotierende Neutronensterne vermutete. Seine Astronomie-Kollegen hielten die Idee für so absurd, dass sie ihm einen Vortrag bei einer Tagung verweigerten, zu Unrecht, wie sich später zeigte.
Während der Erdölkrise in den 1970er-Jahren kam Thomas Gold auf die Idee, dass möglicherweise große Mengen Erdgas bei der Entstehung der Erde in ihrem Kern eingeschlossen wurden.
- Das stand im Gegensatz zu der geltenden Theorie, dass fossile Brennstoffe aus organischem Material
entstanden sind, das sich unter Ausschluss von Sauerstoff zersetzt hat.
In den 1980er-Jahren stellte Gold Probebohrungen in Schweden an, die
jedoch nicht zu eindeutigen Ergebnissen führten.
- Später wandelte Gold seine Theorie ab. Er erklärte, die Öl- und Gasvorkommen auf der Erde seien Stoffwechselprodukte von Bakterien und Archäen, die die Erdkruste in großer Zahl besiedeln. Dass es in der Nähe von Schwarzen Rauchern in der Tiefsee Bakterien gibt, die unter starkem Druck und großer Hitze anaeroben Stoffwechsel betreiben, war erstmals 1977 entdeckt worden.
Thomas Gold starb 2004 im Alter von 84 Jahren an
einem langjährigen Herzleiden. Er war zweimal verheiratet und hatte
vier Töchter. Im Rückblick auf seine wissenschaftliche Laufbahn sagte
er: „Beim Aufstellen von Hypothesen ist Schüchternheit nichts wert, […] aber zu anderen Zeiten wäre ich zweifellos auf dem Scheiterhaufen gelandet.“
Er
lieferte oft das Sandkorn, das die Perle in der Auster hervorbringt.
Betrat er mit neuen, originellen Ideen Fachgebiete, auf denen sich
andere bereits jahrelang abgemüht hatten, wurde er „wie eine Kuriosität
behandelt, die nicht ernst genommen werden kann“, so sein Kollege Steve
Maran. „Aber er wirbelt die Dinge immer auf irgendeine nützliche Weise
auf und eröffnet dabei dem Denken ganz neue Richtungen.“
Anne Hardy
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