Das Umweltbundesamt hatte der Bundesregierung zunächst Entlastung geliefert. UBA-Präsident Dirk Messner erklärte damals: „Die Projektionsdaten zeigen, dass das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis zum Ende des Jahrzehnts um 65 Prozent zu mindern, weiter erreichbar bleibt“. Diese Aussage wirkt nach der Bewertung des Expertenrats jedoch wie Zweckoptimismus.
Die Gutachter kommen zu einem deutlich härteren Befund. Sie sehen nicht nur kleine Abweichungen, sondern eine strukturelle Zielverfehlung. Außerdem halten sie die Minderungswirkung des Klimaschutzprogramms für überschätzt. Damit bricht die politische Erzählung weg, Deutschland müsse nur noch mehr Geld in dieselbe Richtung lenken.
Bundesumweltminister Carsten Schneider legte mit dem Klimaschutzplan 2026 insgesamt 67 Maßnahmen vor. Dazu zählt der Bau von 2000 zusätzlichen Windkraftanlagen bis 2030. Außerdem kündigte er weitere acht Milliarden Euro an.
Doch genau dieses Programm überzeugt den Expertenrat nicht. Das ist der Kern des Problems.
Besonders deutlich zeigt sich das Scheitern im Verkehr und bei Gebäuden.
Die wirtschaftlichen Folgen wiegen schwer. Der Bund stützt den Energiesektor laut Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft mit knapp 30 Milliarden Euro pro Jahr, um Strompreise zu dämpfen.
Deutschland präsentierte die Energiewende jahrelang als Blaupause für andere Länder. Außerdem gehörte die Bundesrepublik mit Klimahilfen von zuletzt rund zehn Milliarden Euro jährlich zu den größten Geldgebern internationaler Klimaprojekte.
Umweltverbände fordern dennoch mehr Tempo. Die Klima-Allianz Deutschland setzt auf mehr erneuerbare Energien, klimafreundliche Heizungen und besseren Nahverkehr.
(1) Der weltweite CO2-Anteil Deutschlands hat 8 Stellen nach dem Komma = 0,00000034
https://www.volkerfuchsputzbrunn.de/2026-3/klima/08-26/
Mehr zum Thema 3 weitere Brichte:
Der europäische Chemieverband CEFIC warnt vor einer Abwanderung energieintensiver Betriebe. Immer mehr Firmen zieht es in Länder mit niedrigeren Energiepreisen – etwa in die USA oder nach Asien. Evonik-Chef Christian Kullmann bezeichnet die CO2-Bepreisung als „existenzbedrohend“. Bis zu 200.000 Arbeitsplätze könnten verloren gehen, falls die Klimapolitik unverändert bleibt.
Hohe Emissionskosten verschärfen die Lage zusätzlich. Dadurch sinkt die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Branchen. Ab 2026 entfällt die Gratiszuteilung von CO2-Zertifikaten. Unternehmen müssen ihre Emissionen vollständig am Markt begleichen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Zertifikate doppelt so schnell wie bisher – ein Preistreiber mit gravierenden Folgen.
Diese Entwicklung treibt die Energiepreise dauerhaft nach oben. Da Deutschland weiterhin auf fossile Energie angewiesen bleibt, verteuern sich auch alle Nebenkosten. Die CO2-Bepreisung verstärkt diesen Effekt und trifft die Industrie besonders hart. Statt Innovation zu fördern, zerstört sie Investitionsbereitschaft und Standortvertrauen.
Besonders betroffen sind Kohle- und Gaskraftwerke. Bei einem CO2-Preis von 90 Euro pro Tonne liegen ihre Erzeugungskosten über 10 Cent pro Kilowattstunde. Ohne diese Emissionskosten wäre die Stromproduktion deutlich günstiger. Nur die Kernkraft hätte stabile Preise ermöglicht – doch auf Atomenergie wurde politisch verzichtet.
Ohne Kernkraft fehlt eine verlässliche CO2-freie Grundlast. In windstillen Nächten oder bei Dunkelflauten müssen teure fossile Kraftwerke einspringen. Der Börsenstrompreis stieg 2025 bereits auf 8,8 Cent pro Kilowattstunde. Die CO2-Bepreisung verliert dadurch ihre Steuerungswirkung. Sie sorgt nicht mehr für Klimaschutz, sondern lediglich für steigende Stromkosten.
Die Einnahmen aus dem Emissionshandel fließen in den Klima- und Transformationsfonds. 2024 brachte das System 5,5 Milliarden Euro ein, während über 18 Milliarden Euro an Subventionen ausgeschüttet wurden. So untergräbt die Klimapolitik die eigene Wettbewerbsfähigkeit – sie verteuert Energie und kaschiert die Folgen mit Steuergeld.
Anstatt Ursachen zu beseitigen, verteilt die Regierung neue Zuschüsse. Eine geplante Strompreisdeckelung scheiterte, stattdessen gibt es Steuererleichterungen und geringere Netzentgelte. Diese Maßnahmen lindern Symptome, lösen aber kein einziges Strukturproblem. Marktmechanismen verschwimmen, und die Industrie verliert Planungssicherheit.
Auch die Gaskraftwerksstrategie stagniert. Politische Blockaden bremsen Investoren, neue Anlagen bleiben Mangelware. Unternehmen verschieben Projekte oder verlagern sie ins Ausland. Die Wirtschaft leidet, die Konkurrenzfähigkeit sinkt weiter, und die Energiepreise steigen.
Eine Umkehr ist möglich, aber sie verlangt politische Einsicht. Eine temporäre Senkung der CO2-Bepreisung könnte Entlastung bringen. Ebenso wichtig ist eine ehrliche Neubewertung der Kernkraft. Ohne stabile Atomenergie verliert die Energiewende ihre wirtschaftliche Basis. Nur marktwirtschaftliche Reformen sichern langfristig die Wettbewerbsfähigkeit.
Deutschland steht am Scheideweg. Ohne Kurskorrektur rutscht das Land in eine klimapolitische Abwärtsspirale. Steigende Energiepreise schwächen die Industrie, gefährden Arbeitsplätze und zerstören Vertrauen. Wer die Zukunft des Standorts sichern will, braucht keine neuen Subventionen, sondern eine realistische Klimapolitik mit wirtschaftlichem Sachverstand.
Mehr zum Thema vier weitere Berichte:
| Dipl.-Ing. Ingenieurbau | F | ||||||||||||
| Statiker / Projektleiter | U | ||||||||||||
| V | O | L | K | E | R | F | U | C | H | S | |||
| vfuc@arcor.de | H | ||||||||||||
| Homepage | S | ||||||||||||
Bitte addieren Sie dort Ihren Suchbegriff, um Suchergebnisse von VolkerFuchsPutzbrunn.de zu sehen.