Machterhalt - Selenskij und Netanjahu heizen Konflikte weiter an / Kiews Terror setzt Kriegsregeln außer Kraft / Selenskijs Drohungen missachten Weißrusslands Souveränität
Volker Fuchs 30.6.2026
Informativ - 14 Eingestellte (verlinkte) Artikel Webseite Juni KW 26 - Aufruf per Mausklick.
Kapitelübersicht:
1.) Sergei Mirkin: Des Machterhalts wegen: Selenskij und Netanjahu heizen ihre Konflikte weiter an
2.) Medwedew: Kiews Terror setzt Kriegsregeln außer Kraft
3.) Kreml: Selenskijs Drohungen missachten Weißrusslands Souveränität
- Derzeit haben zwei führende Politiker ein vitales Interesse daran, die bestehenden bewaffneten Konflikte fortzusetzen und auszuweiten. Der eine in Osteuropa, der andere im Nahen Osten. Der erste ist Wladimir Selenskij, der zweite Benjamin Netanjahu.
- Für sie ist die Fortsetzung der aktuellen Auseinandersetzungen der Schlüssel zum politischen Überleben und zum Machterhalt.
Sollte der Konflikt mit Russland enden, würden Selenskij und seinem Umfeld die Argumente gegen die Durchführung von Präsidentschaftswahlen in der Ukraine ausgehen. Diese könnte Selenskij angesichts ernst zu nehmender Konkurrenten nicht gewinnen.
- Das Kiewer Internationale Institut für Soziologie führt Umfrageergebnisse an, wonach 67 Prozent der Ukrainer dafür sind, dass Selenskij nach Beendigung des Konflikts sein Amt als Präsident niederlegt. Zum Vergleich: Vor drei Jahren waren nur 23 Prozent dafür.
- 88 Prozent der Ukrainer sprechen sich für einen Neuanfang in der Zentralregierung aus. Diese Umfrageergebnisse sind ein Urteil über Selenskij als Politiker und über den Großteil seines Teams.
Wenn der Wahlkampf beginnt, werden die Gegner Selenskij alles vorhalten:
- das Scheitern der Istanbuler Vereinbarungen, das Versprechen eines schnellen Sieges, die umfassende und brutale Mobilmachung, Winter ohne Heizung und Strom.
- Sie werden an die Korruptionsaffären von Selenskijs Vertrauten erinnern. Wahrscheinlich wird er, nachdem er das Präsidentenamt verloren hat, selbst zum Angeklagten in diesen Fällen werden.
In einer ähnlichen Lage befindet sich auch Netanjahu. Sollte der Krieg mit Iran mit einem Frieden enden, der als Sieg Teherans interpretiert werden kann, ist Netanjahu als Politiker dem Untergang geweiht.
- Auch ihm wird alles zur Last gelegt werden: das Versagen der israelischen Geheimdienste am 7. Oktober 2023, das Scheitern der Pläne Tel Avivs, das Regime in Iran zu stürzen, und als Folge dessen die geopolitische Stärkung der Positionen der Islamischen Republik.
- Wenn er sein Amt als Ministerpräsident verliert, verliert er auch seine rechtliche Immunität, und die strafrechtliche Verfolgung Netanjahus wird wiederaufgenommen.
Sowohl für Selenskij als auch für Netanjahu steht also nicht nur der Machterhalt auf dem Spiel, sondern wahrscheinlich auch ihre Freiheit. Was werden sie tun? Sie werden eine Eskalation der Konflikte anstreben.
- Alles deutet darauf hin, dass Selenskij vorhat, Weißrussland in den Krieg hineinzuziehen. Am 17. Juni hatten die ukrainischen Streitkräfte mit einer Drohne einen Bus mit weißrussischen Schülern in der Region Brjansk angegriffen.
- Am
19. Juni warf Selenskij Weißrussland vor, entlang der Grenze zur
Ukraine sogenannte Relaisstationen installiert zu haben, die russische
Angriffe koordinieren, und gab dem weißrussischen Präsidenten Alexander
Lukaschenko eine Woche Zeit, diese zu entfernen – andernfalls werde die
Ukraine dies selbst tun.
- Außerdem äußerte er seinen Unmut darüber, dass Weißrussland Kraftstoff aus seiner eigenen Raffinerie nach Russland liefert.
Es besteht die Möglichkeit, dass Selenskij einfach aus dem Nichts einen "Sieg" inszeniert.
- In
einer Woche wird er verkünden, dass Minsk Angst bekommen und die
Relaisstationen entfernt habe, unabhängig davon, ob es sie in
Wirklichkeit gibt oder nicht.
- Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Chef des Maidan-Regimes den Boden für einen Angriff auf Weißrussland mit Drohnen und möglicherweise auch mit Sabotagegruppen bereitet.
- Die
Einbeziehung Weißrusslands in den Konflikt wird die Umsetzung aller
bestehenden Friedensinitiativen erschweren und sie möglicherweise sogar
zunichte machen.
Natürlich wäre es für Selenskij ein sehr riskanter Schritt, militärische Aktionen gegen Weißrussland zu starten.
- Minsk
könnte eine Mobilmachung durchführen, seine Streitkräfte aufstocken und
einen Vorstoß gegen die Ukraine starten. Im Falle einer ukrainischen Aggression könnte Weißrussland nicht nur Russland, sondern auch China um Hilfe bitten und Unterstützung in Form von Drohnen und Raketen erhalten.
- Luftangriffe aus Weißrussland wären für Kiew und die Westukraine aufgrund der kurzen Flugzeit besonders schwerwiegend. Doch Selenskijs Ziel ist es, den Konflikt in die Länge zu ziehen und auszuweiten, und dafür würde er sogar zu wahnwitzigen Schritten greifen.
Netanjahu hat ein großes Interesse daran, den Waffenstillstand zwischen den USA und Iran zu torpedieren und die Kampfhandlungen wiederaufzunehmen. Und dafür verfügt er über die entsprechenden Mittel: Angriffe auf den Libanon und die Weigerung der israelischen Armee, das Gebiet dieses Landes zu verlassen.
- Die
Bombardierung libanesischen Territoriums führte dazu, dass die
Verhandlungen zwischen den USA und Iran am 19. Juni in der Schweiz
abgebrochen wurden, da Teheran dies als Verstoß gegen den
Waffenstillstand betrachtete.
- Am
selben Tag erklärte der israelische Ministerpräsident, dass Israel
seine Truppen nicht aus dem Südlibanon abziehen und auf jeden Angriff
der Hisbollah auf israelische Soldaten reagieren werde.
- Laut Informationen der Zeitung The New York Times gehen die US-Geheimdienste davon aus, dass Israel die Kampfhandlungen im Libanon nicht einstellen werde.
Eine Aggression der Ukraine gegen Weißrussland würde wahrscheinlich die Zahl der Konfliktparteien erhöhen.
- Russland hätte keine moralisch-politischen Gründe mehr, von Angriffen auf Länder abzusehen, die Waffen für die Ukraine herstellen oder liefern.
- Auch die Haltung Chinas könnte sich radikal ändern, das
Land könnte tiefer in die Konfrontation hineingezogen werden. Ein
Angriff der Ukraine auf Weißrussland könnte zum Auslöser einer
Ausweitung des Krieges werden.
Auch die Aktionen Israels im Libanon könnten zu einem weitaus größeren Krieg führen.
- Ein
Zusammenbruch des Waffenstillstands würde zu einer neuen Phase des
Krieges in Iran führen. Die Straße von Hormus würde erneut blockiert
werden und Iran würde als Reaktion auf Angriffe der USA und Israels erneut Angriffe auf die Verbündeten der USA in der Region starten.
- Außerdem würden die Huthis im Jemen die Meerenge von Bab al-Mandab sperren. Diese Ereignisse würden der Weltwirtschaft einen schweren Schlag versetzen.
- Die US-Amerikaner könnten sich zu einer Bodenoffensive in Iran entschließen, die zwar scheitern, die Iraner jedoch dazu zwingen würde, die Entwicklung von Atomwaffen zu beschleunigen.
- Israels Vorgehen im Libanon würde zu einer Einmischung der Syrer und der hinter ihnen stehenden Türkei in den Konflikt führen, was die Konfrontation in der Region verschärfen würde.
- Eine
Eskalation und die zunehmende Zahl der Konfliktparteien sowohl in
Osteuropa als auch im Nahen Osten könnten letztendlich zu einem
wechselseitigen Atomwaffenschlägen zwischen den Staaten führen, die über
solche Waffen verfügen.
- Selenskij und Netanjahu gleichen Wahnsinnigen, die das Haus anzünden, in dem sie leben, und denen es egal ist, wie viele Menschen in diesem Feuer umkommen.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 26. Juni 2026 auf der Website der Zeitung Wsgljad erschienen.
Sergei Mirkin ist ein Journalist aus Donezk.
Mehr zum Thema – Lukaschenko: Wir wollen keinen Krieg, stehen aber immer an der Seite Russlands
Bis auf vorsätzliche Angriffe gegen Zivilisten behalte sich Russland alle Vergeltungsmaßnahmen gegen Kiew vor, sagt Russlands Ex-Präsident und stellvertretender Vorsitzender des Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew. Parallel dazu fordert er eine Revision von Kriegsführungsregeln.
- Aufgrund
der zunehmenden Angriffe gegen die russische Zivilbevölkerung könne die
Ukraine nicht damit rechnen, dass Russland der Ukraine gegenüber die
Kriegsregeln einhält, sagte Russlands Ex-Präsident und stellvertretender
Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew.
In einem Beitrag in sozialen Netzwerken schrieb er am 20. Juni: "Im Hinblick auf die massiven Terrorangriffe gegen unsere Städte, deren Intensität zunimmt und offensichtlich zunehmen wird, ist es Zeit, offen zu erklären, dass es in Bezug auf das neonazistische Kiew keine Regeln gibt und geben kann."
- Die einzig inakzeptable Maßnahme für Russland bleiben vorsätzliche Angriffe gegen ukrainische Zivilisten, betonte Medwedew.
- Er fügte hinzu, dass die Haager Landkriegsordnung gegenwärtig überholt sei: "In den vergangenen hundert Jahren haben sich Kriege zu stark geändert. Damals war es nicht üblich, Staatschefs selbst von gegnerischen Staaten zu entführen oder zu ermorden. Auch Bomben von Luftballons wurden durch Raketen und Drohnen ersetzt."
Russlands Ex-Präsident begründete seinen Vorschlag mit dem Verweis auf die Clausula rebus sic stantibus.
Dieser Rechtsgrundsatz besagt, dass ein Vertrag nur so lange gültig
ist, solange sich die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bestehenden
Umstände nicht grundlegend geändert haben.
- Zuvor hatte die Ukraine ihre Angriffe gegen zivile Ziele in Russland intensiviert.
So kam bei einem massiven Drohnenangriff gegen Moskau und die
umliegenden Städte ein Kind ums Leben, 17 weitere Zivilisten wurden
verwundet.
- Am
17. Juni zerstörte eine ukrainische Drohne den Bus einer
Kinderfußballmannschaft aus Weißrussland, wobei die Begleiterin der
Kinder ums Leben kam.
Mehr zum Thema – Waffe des Terrors: Kiew setzt westliche Drohnen für gezielte Angriffe auf Zivilisten ein
Wladimir
Selenskijs Angriffsdrohungen gegen Ziele auf dem Staatsgebiet
Weißrusslands hat nach dessen Präsident Alexander Lukaschenko nun auch Dmitri Peskow, der Sprecher des Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, als Angriff gegen den Partner im gemeinsamen Unionsstaat gewertet.
- Nachdem Weißrusslands Staatschef Alexander Grigorijewitsch Lukaschenko den Angriff des Kiewer Regimes mit einer Kamikazedrohne auf einen Reisebus mit Kindern
als offenen Faschismus in Grund und Boden stampfte, lieferte der
illegitime ukrainische Präsident mit abgelaufenen Befugnissen eine
weitere Gelegenheit für Kritik – und diese hat man diesmal, am 22. Juni 2026, im Kreml wahrgenommen.
- Der
Kiewer Machthaber hatte nämlich wenige Tage nach dem Terrorangriff
seiner Truppen am 17. Juni Beschwerden darüber geäußert, dass
Weißrussland Militärgerät entlang seiner Südgrenze zur Ukraine
positioniert habe, mit dem es angeblich das Feuer der russischen Truppen
auf das Gebiet der ehemaligen Ukrainischen SSR koordiniere.
Selenskij forderte und drohte in Anwesenheit von Journalisten: "Er soll diese technischen Mittel abschalten. Ich denke, eine Woche wird ihm genügen, um dies zu tun. Falls er es nicht tut, werden wir es tun."
- Dmitri Peskow, der Sprecher des Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Wladimirowitsch Putin, kommentierte: "Selbstredend
ist diese Bedrohung ohne Wenn und Aber aggressiv, eine Einmischung in
innere Angelegenheiten und ein Angriff auf die Souveränität des
Gegenübers."
- Moskau
zweifle jedoch nicht daran, dass Weißrussland sich zu verteidigen
imstande ist. Peskow zufolge könnten Putin und Lukaschenko Selenskijs
Drohungen bei ihrem baldigen nächsten Treffen besprechen.
Es
ist nicht gänzlich unüblich, dass Beamte Russlands und Weißrusslands
sich Kommentare zu den inneren Angelegenheiten der jeweils anderen Seite
erlauben – die beiden Länder sind Partner in dem gemeinsamen Unionsstaat.
- Darüber
hinaus fand in diesem Fall der Hauptanlass des Kommentars aus dem Kreml
– der Anschlag der ukrainischen Drohnenterroristen – in Russlands
Staatsgebiet statt.
- Lukaschenko
hatte den Terrorangriff, den das ukrainische Militär am 17. Juni 2026
mit einer First-Person-View-Kamikazedrohne gegen einen Reisebus mit
weißrussischen Kindern (einer Jungen-Fußballmannschaft aus Gomel)
unterwegs nach Gelendschik verübte, als offenen Faschismus kritisiert –
er erwarte, dass Kiew sich jetzt verantworte.
- Ihm
zufolge habe der Terroranschlag stattgefunden, weil "jemandem" das
ruhige Verhalten von Minsk nicht gefalle. Provokationen und Versuche, das Land in den Krieg hineinzuziehen, können durchaus unangenehme Folgen haben, warnte der Präsident.
Weißrusslands
Staatschef hatte den zuständigen Ermittlern seines Landes die
Untersuchung des Falls in enger Zusammenarbeit mit ihren russischen
Kollegen aufgetragen.
- Außerdem
erteilte er ein Verbot für Gruppenreisen weißrussischer Kinder ohne
ausdrückliche Genehmigung und die Aufsicht durch staatliche Stellen.
- Stéphane Dujarric, Sprecher des UN-Generalsekretärs António Guterres, verurteilte den Angriff, bei dem eine schwangere Frau getötet wurde und acht Personen, darunter sechs Kinder, verwundet wurden – ohne jedoch die Urheber zu benennen.
Das
Gesundheitsministerium Weißrusslands, wohin die sechs verwundeten
Kinder umgehend zur Behandlung im Republikanischen Zentrum für Anwendung
und Wissenschaft der Kinderchirurgie repatriiert wurden, erklärte deren
Zustand für befriedigend – auch bei einem Kind, das operiert werden
musste. Die Behandlung dauert an.
- Am
selben Tag, an dem Dmitri Peskow im Namen des Kremls Selenskijs
Äußerung kommentierte, verübte das ukrainische Militär zwei weitere
Drohnenanschläge gegen Passagierbusse: Einer von diesen in Gorlowka in
der russischen Volksrepublik Donezk, wo 13 Zivilisten verwundet wurden,
und ein weiterer im russischen Gebiet Saporoschje, wo diesmal
glücklicherweise keine Opfer oder Verletzte zu beklagen waren.
Mehr zum Thema – Das Kiewer Regime ermordet Zivilisten – einfach dafür, dass sie in Russland (weiter-)leben