Gasspeicher-Füllstände noch viel kritischer als aktuelle Schlagzeilen vermuten lassen. Physik als Leistungsbremse - es gilt das Darcy-Gesetz


Volker Fuchs 16.2.2026
 
Nachfolgend drei Berichte von Blackout News, in Ergänzung meiner bisherigen Berichte (siehe auf meiner Webseite im Verzeichnis Investigativ - bzw. unten) eine weitergehende Aufklärung über die Gaskrise, die viele Länder in Europa gepackt hat. Aber Deutschland ganz besonders - fast Schlusslicht beim Gasfüllstand - hausgemacht durch die Fehler der handelnden  Personen in der Merz-Regierung - wo auch den Mittelstand das blanke Entsetzen packt - wie Blackout News schreibt (siehe unten).
 
Geht Deutschland bald das Gas aus? Gasvorräte auf 33,6 % gesunken: „Speicherfüllstände auf historisch niedrigen Niveau“            
39 29.Jan Gasvorrat nurmehr bei 33,6%   31.1.26 https://www.volkerfuchsputzbrunn.de/2026/investigativ/brd-niedrige-gasfuellstaende          
Erdgas: Rechnerisch ist in 11 Tagen Gasmangellage mit Abschaltung der Wirtschaft / Kälte und Chaos-Politik – Gasspeicher von Deutschland und anderer EU-Ländern gefährlich leer
40 Erdgas in 11 Tagen Mangellage     9.2.26 https://www.volkerfuchsputzbrunn.de/2026/investigativ/ohne-nordstream-besteht-gasmangel        
Gasmangellage 2026: Wahrscheinlichkeit und Prognose / Risikobewertung, Szenariomodellierung und Preisprognosen            
41 Gasmangellage 2026 Bewertung   12.2.26 https://www.volkerfuchsputzbrunn.de/2026/investigativ/bewertung-der-gasmangellage-2026        
Gasmangel: Die Situation spitzt sich immer mehr zu / Füllstand Bundesländer 13.Februar bei 24,5 Prozent und Baden-Württemberg bei Null        
42 Gasmangel-Situation spitzt sich zu   15.2.26 https://www.volkerfuchsputzbrunn.de/2026/investigativ/gasmangel-spitzt-sich-zu          
Erdgaskomplott oder Energieversagen? Wahltaktische Überlegungen der Regierung verhindern die Umsetzung des vorliegenden Notfallplanes Erdgas trotz historisch niedriger Füllstände.
43 Erdgaskomplott oder Energieversagen ? 16.2.26 https://www.volkerfuchsputzbrunn.de/2026/investigativ/verantwortung-der-gasunternehmen        
 
 Und unten die Erdgasfüllstände in der EU am 15. Februar. Deutschland mit 23,54 Prozent fast Schlusslicht - nur die Niederlande / Kroatien und Lettland haben noch geringere Füllstände - Werk der Merzregierung - siehe obigen Bericht Nr.43 
 
 Als erstes ein von mir aktualisierter Bericht von Blackout News, der belegt, wie eng es tats. bald mit dem Gas wird 
  • Und falls es Krieg mit dem Iran gibt und die Straße von Hormus gesperrt wird, ist Europa von externen Gasimporten abgeschnitten und dann bleibt, als letzte Rettung nur noch die eine intakte Nordstream-Röhre - um großflächige Industrieabschaltungen zu verhindern,   
Und die etwas älteren Berichte 2 und 3 über den systemrelevanten Porenspeicher Breibrunn, der wegen mangelnder Rentabilität am 31. März 2027 stillgelegt werden soll - dokumentieren einen Fall von  Marktversagen, deren Ursache in der Politik liegt - also der Merz-Regierung. Und natürlich, weil man eine russische Gaslieferung ablehnt - lieber geht die Wirtschaft den Bach runter. 
Passend dazu siehe - Mittelstand attackiert Kanzler Merz – „Blankes Entsetzen“ über die Wirtschaftspolitik https://blackout-news.de/aktuelles/mittelstand-attackiert-kanzler-merz-blankes-entsetzen-ueber-die-wirtschaftspolitik/ 
 
1.) Gasspeicher-Füllstände noch viel kritischer als aktuelle Schlagzeilen vermuten lassen
2.) Uniper will Deutschlands drittgrößten Gasspeicher stilllegen – Füllstand in Breitbrunn nur noch 19 %
3) Gasspeicher in der Krise – Uniper kann Speicherkapazitäten nicht vermarkten
  
1.) Gasspeicher-Füllstände noch viel kritischer als aktuelle Schlagzeilen vermuten lassen
https://blackout-news.de/aktuelles/gasspeicher-fuellstaende-noch-viel-kritischer-als-aktuelle-schlagzeilen-vermuten-lassen/
Februar 15, 2026
Am 15.02.2026 lag der Füllstand von  Deutschlands Gasspeichern nur noch bei 23,54  Prozent. 
 
 Damit rückt eine Schwelle in den Fokus, die oft falsch eingeordnet wird: 20 Prozent sind keine politische Marke, sondern eine harte physikalische Grenze.
  • Viele Debatten kreisen um „wie viel“ Gas noch da ist, doch im Ernstfall zählt „wie schnell“ es aus dem Speicher kommt. Genau an diesem Punkt werden niedrige Füllstände zum Risiko, weil Porenspeicher bei sinkendem Druck deutlich an Leistung verlieren und nur weniger Gas in das Netz einspeisen können.

Der Denkfehler bei 20 Prozent

Viele denken vielleicht: „20 % sind doch noch ein Fünftel“, aber ein Porenspeicher arbeitet nicht wie ein Autotank, den man fast restlos leerfahren kann. Das Gas steckt in porösem Gestein, oft Sandstein, und verteilt sich in winzigen, verbundenen Poren. Je leerer der Speicher wird, desto schwerer lässt sich der Rest herausdrücken, denn der Druck fällt mit jeder Entnahme.

Der Denkfehler bei den Füllständen der Gasspeicher – die Lage ist noch viel kritischer,
denn bei 20 Prozent schlägt die Physik zu

Betreiber und Branchenvertreter benennen das seit Jahren, zudem verweisen BVEG und die Speicherinitiative INES auf die Trägheit dieser Speicherart.

  • Porenspeicher liefern nicht einfach „weniger“, sie liefern vor allem „langsamer“. Das wirkt harmlos an milden Tagen, jedoch in einer Kältewelle entscheidet die Stundenleistung oder genauer gesagt der Massenstrom.
  • Der Grund liegt in der Strömungsphysik, weil Gas durch poröses Material fließen muss. Sinkt das Druckgefälle, sinkt auch der Durchsatz.
  • Dadurch wird ein niedriger Füllstand schnell zu einem Leistungsproblem. Dann zählt nicht, wie viel Gas noch im Speicher ist, sondern wie schnell es herauskommt, wenn plötzlich viele Verbraucher gleichzeitig Gas brauchen.

Darcy-Gesetz: Physik als Leistungsbremse

Henry Darcy beschrieb 1856, wie Fluide durch poröse Medien strömen und dieser physikalische Zusammenhang ist entscheidend. Mehr Druck bedeutet mehr Gasfluss. Weniger Druck bedeutet weniger Gasfluss, deshalb fällt die Entnahmeleistung mit sinkendem Speicherstand.

Analysen des Energieexperten Markus Schall vom Februar 2026 zeigen ein stabiles Muster.

  • Bis etwa 50 Prozent bleibt die Entnahme relativ stabil. 
  • Um 35 Prozent liegt die Leistung bereits rund 22 Prozent unter dem Wert eines vollen Speichers.
  • Aber unter 20 Prozent bricht sie so stark ein, dass die Spitzenlast kaum noch zu bedienen ist. 
  • Damit entsteht ein gefährlicher Eindruck von Reserve, denn „Gas vorhanden“ heißt nicht „Gas verfügbar“. In der Praxis zählt, ob der Speicher in kurzer Zeit genug liefern kann. Genau diese Fähigkeit schrumpft, sobald der Druck zu weit sinkt.

Porenspeicher gegen Kavernen – zwei Systeme, zwei Aufgaben

Deutschland stützt sich auf Kavernenspeicher und Porenspeicher, doch beide erfüllen unterschiedliche Rollen.

  • Kavernen in Salzstöcken lassen sich schnell be- und entladen. Sie wirken wie ein „Turbolader“ für das Gasnetz, weil sie Lastspitzen schneller abfangen können.
  • Porenspeicher sind dagegen groß, aber sie reagieren träge und druckabhängig. Ein großer Teil der Kapazität steckt in solchen Formationen.
  • Ende Januar 2026 zeigte sich die Schieflage exemplarisch, denn bayerische Porenspeicher lagen bei etwa 25 Prozent statt der Vorgabe von 40 Prozent. Der größte Speicher Rehden lag bei rund 11 Prozent. Solche Werte sind nicht nur Mengenangaben, sondern ein Hinweis auf eine schrumpfende Entnahmeleistung.

Warum unter 20 Prozent mehrere Effekte gleichzeitig wirken

Unter 20 Prozent greifen drei Mechanismen zusammen, deshalb wird die Lage abrupt kritischer.

  • Erstens sinkt der Lagerstättendruck in großer Tiefe mit jeder Entnahme.
  • Zweitens verläuft der Leistungsabfall nicht linear, sondern überproportional, sobald der Speicher weit geleert ist.
  • Drittens spielt das Kissengas eine zentrale Rolle, denn ein Teil des Gases muss im Untergrund bleiben, um Mindestdruck zu halten.
  • Die veröffentlichten Füllstände betreffen meist das Arbeitsgas, jedoch sie zeigen nicht die ganze Druckrealität. Dadurch wirkt ein „Rest“ bei 20 Prozent größer, während die nutzbare Lieferrate gleichzeitig zusammenschmilzt.
  • Am Ende steht ein harter Befund, der oft übersehen wird: Ein Porenspeicher kann bei 20 Prozent noch Gas enthalten. Er kann es nur zu langsam liefern, wenn die Kälte den Verbrauch nach oben treibt.

Winterbedarf: Die Lücke entsteht über die Leistung

Im Winter liegt der Bedarf im Schnitt bei rund 4 TWh pro Tag. An sehr kalten Tagen steigt er bis etwa 5 TWh. Pipeline- und LNG-Importe liefern derzeit ungefähr 3,1 bis 3,3 TWh täglich. Damit müssen 0,7 bis 1,9 TWh pro Tag aus Speichern kommen, sonst klafft eine Versorgungslücke.

  • Wenn Porenspeicher wegen Druckverlust weniger leisten, verschärft sich das Problem, weil die fehlende Menge kurzfristig kaum kompensierbar ist. Gleichzeitig können Exporte in Nachbarländer die Lage zusätzlich verengen, während die Spitzenlast im Inland steigt. 
  •  Genau deshalb ist die 20-Prozent-Schwelle so brisant, denn sie markiert den Übergang vom Mengen- zum Leistungsengpass.
Der Kern bleibt einfach, aber unbequem:
  • Die Physik setzt eine Grenze. Politik kann Ziele formulieren, doch die Physik entscheidet über den Durchfluss.
  • Wer Versorgungssicherheit will, muss Speicher so führen, dass die Entnahmeleistung auch im Winter stabil bleibt. (KOB)

 

 2.) Uniper will Deutschlands drittgrößten Gasspeicher stilllegen – Füllstand in Breitbrunn nur noch 19 %
https://blackout-news.de/aktuelles/uniper-will-deutschlands-drittgroessten-gasspeicher-stilllegen-fuellstand-in-breitbrunn-nur-noch-19/    Februar 1, 2026
Der Gasspeicher Breitbrunn in Bayern weist einen kritisch niedrigen Füllstand auf. Mit rund 19 Prozent liegt er deutlich unter der gesetzlichen Zielmarke. Gleichzeitig plant der Betreiber Uniper die Stilllegung der Anlage.

 Damit sinkt die verfügbare Gasreserve für Süddeutschland, während der laufende Winter weiterhin eine hohe Nachfrage erzeugt (nn: 29.01.26).

Gesetzliche Vorgaben klar unterschritten

Nach der Gasspeicherfüllstandsverordnung müsste der Speicher am 1. Februar zu mindestens 40 Prozent gefüllt sein. Breitbrunn verfehlt diese Marke deutlich. Während der bundesweite Durchschnitt zuletzt bei etwa 36 Prozent lag, fällt der bayerische Standort stark ab. Das ist relevant, weil die Vorgaben für Bayern bewusst strenger ausfallen als in anderen Regionen.

 

Uniper plant die Stilllegung des drittgrößten Gasspeichers in Deutschland – der
Füllstand in Breitbrunn liegt nur noch 19 Prozent

Bereits vor Beginn der Heizsaison zeigte sich das Defizit. Am 1. November 2025 lag der Füllstand bei knapp 57 Prozent, obwohl 80 Prozent vorgesehen waren. Damit startete der Speicher mit einem klaren Nachteil in den Winter. Diese Ausgangslage verschärfte sich im weiteren Verlauf der Heizperiode.

Größter Speicher Bayerns verliert an Bedeutung

Breitbrunn ist kein Randstandort.

  • Der Porenspeicher gilt als größter Gasspeicher Bayerns und als drittgrößter in Deutschland. Seine maximale Kapazität beträgt rund 11,5 Terawattstunden Erdgas. Aktuell sind davon nur noch etwa 2,2 Terawattstunden eingelagert. Damit verliert der Standort seine Funktion als verlässlicher Winterpuffer. 
  • Porenspeicher gelten technisch als aufwendig. Das Gas wird in poröses Tiefengestein gepresst, was den Betrieb teurer macht als bei Kavernenspeichern. Deshalb nutzen Händler diese Speicherart vor allem saisonal. Die Nachfrage bleibt entsprechend begrenzt, insbesondere bei unsicheren Marktbedingungen.

Uniper sieht keinen wirtschaftlichen Betrieb mehr

Uniper begründet die geplante Stilllegung mit fehlender Wirtschaftlichkeit.

  • Eine Sprecherin erklärte gegenüber den Nürnberger Nachrichten wörtlich: „Wir können den Speicher in Breitbrunn nicht wirtschaftlich betreiben“. Die Margen seien sehr gering oder bereits negativ. Vor diesem Hintergrund beantragte Uniper die Stilllegung zum 31. März 2027.
  • Bis dahin soll der Speicher noch genutzt werden. Danach würde der Standort vom Netz gehen. Die Entscheidung reiht sich in eine Entwicklung ein, die bereits sichtbar ist. Schon 2023 wurde ein anderer Gasspeicher in Bayern nahe Nürnberg stillgelegt.

 Widerstand aus der Landespolitik

Aus der bayerischen Landespolitik kommt deutlicher Gegenwind. Energieminister Hubert Aiwanger forderte die Bundesnetzagentur auf, die Genehmigung zu verweigern.

  • Er sieht die Versorgungssicherheit im Freistaat gefährdet. Damit prallen wirtschaftliche Argumente und politische Sicherheitsinteressen direkt aufeinander.
  • Uniper betont, dass andere Speicherstandorte nicht betroffen seien. Dennoch zeigt der Fall Breitbrunn, wie fragil das System geworden ist. Jeder einzelne Speicher gewinnt an Bedeutung, wenn die Gesamtlage angespannt bleibt.

Fehlende Anreize für volle Speicher

Das Problem beschränkt sich nicht auf Breitbrunn. Auch an anderen Standorten lohnt sich das Vorhalten von Gas für Betreiber kaum noch.

  • Die sogenannte Speicherarbitrage, also der Gewinn aus saisonalen Preisunterschieden, ist stark geschrumpft. Monatliche Füllstandsvorgaben begrenzen die Flexibilität zusätzlich.
  • Uniper erklärte zuletzt, die Versorgungssicherheit mit Erdgas in Deutschland sei aktuell „nicht garantiert“
  • Das Unternehmen fordert verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen. Außerdem verlangt es gezielte Marktanreize, um Speicher wieder wirtschaftlich befüllen zu können.

Gefahr einer Notlage im Spätwinter

Schon zu Beginn dieses Winters lagen die Speicherstände unter dem Vorjahresniveau.

  • Dieser Trend setzte sich fort, auch weil die Heizperiode vergleichsweise kalt ausfiel. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte bereits im Februar eine angespannte Lage entstehen.
  • In einem solchen Szenario wären zunächst industrielle Großverbraucher betroffen. Abschaltungen in der Industrie gelten als erster Schritt, bevor weitere Maßnahmen folgen.
  • Der niedrige Füllstand in Breitbrunn verschärft dieses Risiko, weil regionale Ausgleichsmöglichkeiten fehlen.

3.) Gasspeicher in der Krise – Uniper kann Speicherkapazitäten nicht vermarkten
https://blackout-news.de/aktuelles/gasspeicher-in-der-krise-uniper-kann-speicherkapazitaeten-nicht-vermarkten/
Juni 24, 2025

Die Versorgungslage in Deutschland verschärft sich.

  • Uniper fand bei einer Auktion keine Abnehmer für Speicherkapazitäten im Gasspeicher Breitbrunn. Weder Stadtwerke noch Versorger zeigten Interesse, dort Gas zwischenzulagern.
  • Der Speicher ist aktuell nur zu einem Drittel gefüllt. Das Ziel von 80 Prozent bis November rückt damit in weite Ferne – mit möglicherweise gravierenden Folgen für die Heizperiode (Berliner Zeitung: 12.06.25)

Wirtschaftliche Trennung blockiert Speicherkapazitäten

Obwohl Uniper seit der Verstaatlichung unter staatlicher Kontrolle steht, trennt der Konzern Importgeschäft und Speicherbetrieb strikt.

  • Der Gasspeicher fungiert als eigenständige Geschäftseinheit, die nur dann befüllt wird, wenn dies wirtschaftlich sinnvoll erscheint.
  • Entscheidend dafür ist der sogenannte Sommer-Winter-Spread – also die erwartete Preisdifferenz zwischen den Jahreszeiten. Ist dieser Unterschied gering, bleibt die Nachfrage nach Speicherkapazitäten schwach.

 

Uniper findet keine Kunden für Speicherkapazitäten im Gasspeicher Breitbrunn –

Versorgungslücke droht im Winter

Ein solches Marktverhalten verhindert derzeit eine frühzeitige Füllung der Speicher. Zwar deutet der geringe Spread auf eine entspannte Marktlage hin. Doch unvorhergesehene Entwicklungen – etwa extreme Kälte, geopolitische Spannungen oder Lieferausfälle – könnten kurzfristig zu akuter Knappheit führen.

Füllstände stagnieren trotz hoher Speicherkapazitäten

Seit dem Ende russischer Gaslieferungen spielen Speicherreserven eine zentrale Rolle in der deutschen Energiepolitik.

  • Dennoch stagniert der Fortschritt. Die bundesweiten Gasspeicher erreichen aktuell nur rund 50 Prozent Füllstand. Auch Rehden, Deutschlands größter Speicher, bleibt weitgehend leer. Industrie und Haushalte stehen somit vor potenziellen Engpässen im Winter.
  • Besonders bedenklich: Der Speicher Breitbrunn gilt als systemrelevant – auch für das Nachbarland Österreich. Dennoch lassen sich die dort angebotenen Speicherkapazitäten nicht vermarkten.
  • Das verdeutlicht ein strukturelles Problem im deutschen Gassektor, das ohne politische Eingriffe kaum lösbar erscheint.

Druck auf Trading Hub Europe steigt

Uniper hat die Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe (THE) bereits zum Eingreifen aufgefordert. Diese könnte im öffentlichen Interesse Gasspeicher befüllen oder alternative Maßnahmen einleiten. Doch bislang bleibt THE untätig – eine gefährliche Passivität angesichts der wachsenden Risiken.

Langfristig droht dem Speicher Breitbrunn zudem das Aus. Wegen fehlender Wirtschaftlichkeit plant Uniper, die Anlage bis spätestens Anfang 2027 stillzulegen. Die Bundesnetzagentur muss über den Antrag entscheiden. Angesichts der Systemrelevanz erscheint dieser Rückzug als besonders problematisch.

 Haushalte bleiben (noch) verschont

Zwar besteht derzeit keine unmittelbare Gefahr für Privathaushalte. Dennoch könnten leere Speicher im Winter zu stark steigenden Gaspreisen oder staatlichen Notmaßnahmen führen. Je leerer die Lager, desto größer das Risiko – für Unternehmen, Verbraucher und die Stabilität der Energieversorgung.

  • Ohne gefüllte Speicher fehlt im Ernstfall die nötige Flexibilität. Die aktuelle Zurückhaltung bei der Buchung von Speicherkapazitäten verdeutlicht ein tiefgreifendes Marktversagen, das politische Aufmerksamkeit erfordert.
  • Nur durch klare Vorgaben und gezielte Anreize lässt sich eine stabile Gasversorgung sicherstellen. Anreize fehlen – mit möglichen Folgen für das gesamte Energiesystem.

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